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Diabetes und Wechseljahre
3 Minuten
Wechseljahre – das umgangssprachliche Wort für Klimakterium
Das Wort Klimakterium kommt aus dem Griechischen und bedeutet Stufenleiter, kritischer Zeitpunkt im Leben. Die Jahre der hormonellen Umstellung bei der Frau wurden im Deutschen früher auch Stufenjahre genannt. Das Klimakterium verläuft in Abschnitten, daher lässt sich der Verlauf wirklich gut mit Stufen vergleichen. Zunächst sinkt der Progesteronspiegel im Körper, danach auch der Östrogenspiegel. Das Absinken passiert wechselhaft und hat einen schwankenden Verlauf. Die Regelblutung wird zunächst unregelmäßig und bleibt schließlich ganz aus (Menopause). Nach und nach stellt sich der Körper dann auf die niedrigen Hormonwerte ein. Das Ende der Wechseljahre ist erreicht.

Ohne Kopfkino in die Wechseljahre
Ich bin jetzt 59 Jahre alt. Wann bei mir die Wechseljahre genau losgegangen sind, kann ich nicht sagen. Mir wurde mit 42 Jahren die Gebärmutter entfernt, damit war das Thema Regelblutungen direkt erledigt. Wenn man über Wechseljahre liest oder hört, dann sind Beeinträchtigungen und Beschwerden oft ein Thema. Das wirft natürlich die Frage auf – was kommt da auf mich zu? Wie schlimm wird es werden? Wie komme ich körperlich und seelisch mit dieser Umstellung klar? Ich habe die schlimmen Szenarien nicht an mich herangelassen und wollte ganz unvoreingenommen in die „Jahre des Wechsels“ starten. Glücklicherweise ist mir das auch gelungen.
Hitzewelle oder Unterzuckerung?
Irgendwann stellte sich bei mir die erste Hitzewallung ein. Ein Schweißausbruch von einer Minute zur anderen, das ließ mich zuerst an eine Unterzuckerung denken. Mein rtCGM-System zeigte, dass mein Gewebezucker im Zielbereich war, also war das eindeutig meine erste Hitzewelle. Es sollten noch viele weitere folgen. Hitzewellen kommen natürlich immer dann, wenn man sie so gar nicht gebrauchen kann. Ich habe einige Zeit gebraucht, um auch bei im Körper aufsteigender Hitze und Schweißperlen im Gesicht innerlich cool zu bleiben.
Achterbahn der Hormone
Sinkende und schwankende Progesteron- und Östrogenspiegel haben meinen Insulinbedarf und die Insulinwirkung auf eine Achterbahnfahrt geschickt. Am Anfang fand ich das sehr frustrierend. Dass, obwohl bei mir Basalrate und alle anderen Faktoren definitiv stimmen, immer wieder Tage dabei sind, wo alles aus dem Ruder läuft. Da die Schwankungen keinem (Zyklus-) Muster folgen, ist mit unterschiedlichen Profilen in der Insulinpumpe nichts zu machen. Ich bin froh, ein rtCGM-System zu tragen und mit der Insulinpumpe entsprechende temporäre Anpassungen innerhalb kurzer Zeit vornehmen zu können.

Es treten nicht zwangsläufig alle den Wechseljahren zugeordneten Beschwerden auf. Bei mir waren es Hitzewallungen und leider auch eine Gewichtszunahme. Die Hitzewallungen sind mittlerweile verschwunden, die Auswirkungen auf meinen Insulinbedarf und die Gewebezuckerverläufe sind aktuell bei mir noch vorhanden.
Wechseljahre – wann ist man damit durch?
Wann die Wechseljahre beginnen und wie lange sie dauern, ist individuell verschieden. Durchschnittswerte finde ich persönlich nicht hilfreich. Tatsache ist, dass man sich auf einen Gesamtprozess über einige Jahre einstellen sollte. Ich persönlich wünsche mir, dass, nachdem bei mir körperliche Beschwerden wie Hitzewallungen verschwunden sind, nun auch mein Diabetesmanagement wieder einfacher wird. Mein Gewicht ist mittlerweile stabil, d.h., ich habe nicht weiter zugenommen. Bereits vor den Wechseljahren hatte ich Übergewicht, der Plan ist also, bald die „Gewichtsbaustelle“ in Angriff zu nehmen.
Hormonersatztherapie – Ja oder Nein?
Die Entscheidung, ob eine Hormonersatztherapie bei vorliegenden Beschwerden sinnvoll ist, ist nicht nur bei Frauen mit Diabetes eine wichtige Frage.
Diese Frage gehört in den medizinischen Bereich und die Beantwortung ist von mehreren Faktoren abhängig. Wie ausgeprägt sind die Beschwerden? Gibt es Kontraindikationen oder gesundheitliche Risiken? Bin ich bereit, „künstliche Hormone“ anzuwenden? Die Entscheidung kann nur gemeinsam mit der behandelnden Gynäkologin bzw. dem behandelnden Gynäkologen getroffen werden.
Mir hat es sehr geholfen, meine körperlichen Beschwerden mit meiner Gynäkologin zu besprechen. Ich habe mich, auf Anraten meiner Ärztin, für eine lokale Behandlung im Genitalbereich mit einer östrogenhaltigen Salbe entschieden. Durch die Behandlung mit der östrogenhaltigen Salbe konnten sich meine trockenen Schleimhäute regenerieren. Diese Behandlung führe ich aktuell weiter fort und ich bin froh, dass es diese Option für mich gibt.
Vorbereitet sein – aber nicht Bange machen lassen
Da sich der Beginn der Wechseljahre nicht voraussagen lässt, trifft es jede Frau in einem anderen Lebensalter. So richtig auf den Tag X vorbereiten kann man sich also nicht. Wenn es dann aber so weit ist, dass sich erste Anzeichen der Wechseljahre zeigen, nicht aus der Ruhe bringen lassen. Vor allem nicht frustriert sein, falls Blut- und Gewebezucker plötzlich ein „bockiges Verhalten“ oder „Eigenleben“ an den Tag legen. Das ist alles in den Griff zu bekommen!
Wichtig ist, dass man sich im Bedarfsfall professionelle (fach)ärztliche Hilfe und Unterstützung holt.
50 Shades of Sweat – Manche „Hypo“-Symptome sind denen von Wechseljahren sehr ähnlich, das weiß auch Antje.
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moira postete ein Update vor 1 Woche
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 1 Woche, 5 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55
