- Aus der Community
Die Gummibärchenfrage
3 Minuten
„Na, du hast wohl als Kind zu viel Zucker gegessen!“ Wie oft habe ich mich schon über so einen Spruch aufgeregt! Da wird aus jemandem, dessen entfernter Verwandter Diabetes hat, ein Experte, der ganz genau weiß, warum ich Diabetes bekommen habe. Und oft fällt mir nach so einem Satz noch nicht einmal etwas Schlagfertiges ein, was ich erwidern könnte. Warum ich Typ-1-Diabetes bekommen habe? Naja, das kann ich eigentlich auch nicht ganz erklären. Vieles ist noch nicht komplett erforscht und das macht es auch nicht einfacher, wenn man Diabetes erklären möchte. Lange habe ich gegrübelt, über passende Antworten und über die Ursachen von Diabetes und über die Mischung aus Naivität und unwissender Rücksichtslosigkeit meiner stets neugierigen Mitmenschen.

Wie manche von euch wissen, studiere ich im Zweitstudium Psychologie und so hat mich die Frage, welche Denkweise hinter diesen Ansichten steht, ein bisschen recherchieren lassen. Ich habe versucht zu ergründen, was die Fragen nach meinem Diabetes und die Unterstellung, dass ich selber Schuld daran sei, motiviert. Natürlich gibt es offensichtliche Antworten, wie Neugierde, die dahintersteckt, was ist aber, wenn man ein wenig tiefer bohrt?
„An apple a day keeps the doctor away!“
Ich habe viel über Gesundheit gelesen und was mir am meisten aufgefallen ist, ist der Gedanke, dass sich Krankheit im Allgemeinen verhindern lässt. Der gesellschaftliche Konsens ist, dass, wenn man nur alles „richtig“ macht, man dann nicht krank wird. Wenn du einen gesunden Lebensstil führst, dich vegan ernährst und jeden Tag 10 km läufst, dann bleibst du gesund! Hast du das nicht gemacht und als Kind vielleicht ein paar Gummibärchen zu viel gegessen, dann ist das natürlich der Grund, dass du Diabetes bekommen hast! Krankheit wird als Fehler angesehen. Ein Mensch hat einen Fehler gemacht und deswegen hat er als Konsequenz eine Krankheit bekommen. Das ist eine ganz simple Ursache-Wirkung-Rechnung, die da passiert. Spoiler alert: So einfach ist das leider nicht.
Dass man den Grund erfahren möchte, warum eine andere Person eine Krankheit hat, ist evolutionsbedingt. Kann die Ursache genau bestimmt werden, so kann man sich vor dieser Krankheit bewahren, so der einfache Gedanke. Für das Fortbestehen der menschlichen Spezies ist das gut, denn man kann sich schützen und sofort proaktiv Maßnahmen ergreifen. Ist der Nachbar in der Kälte ohne Jacke herumgelaufen und hat sich dann erkältet, kann man aus den Fehlern des Nachbarn lernen und sich beim nächsten Schneefall selbst die dicke Jacke anziehen. Leider wird dabei übersehen, dass viele Dinge doch sehr viel komplexer sind.
Falsche Sicherheit und das Verlangen nach Kontrolle über unser Leben
Weiterführend kann man sagen, dass das Fragen nach den Ursachen das Gefühl von Sicherheit vermittelt. Wenn ich denke, ich kenne die Ursache einer Krankheit, dann kann ich mich vor ihr schützen und bin sicher. Ich habe die Kontrolle über eine unkontrollierte Situation zurückbekommen, indem ich mir vorgaukele, dass es ein unbedachter Fehler der anderen Person war. Das vermeintliche Wissen allein sorgt bereits für ein Sicherheitsgefühl. Das Gefühl der Hilflosigkeit nimmt ab und man fühlt sich, als könne man seine eigene Gesundheit und damit sein eigenes Leben besser kontrollieren. Je älter ein Mensch allerdings wird und je mehr altersbedingte Gebrechen auf natürlichem Wege ins Leben treten, desto mehr wird einem sicherlich bewusst, dass dies eine utopische Denkweise ist.
Man kann Krankheit (zumindest zum jetzigen Zeitpunkt) nicht gänzlich vermeiden. Wir als Menschen mit Diabetes wissen natürlich, dass es manchmal Dinge gibt, die einfach so in unser Leben kommen und die man nicht kontrollieren kann. In diesem Bereich sind wir mit unserer Lebenserfahrung einfach unseren Mitmenschen voraus.

Ich kann also verstehen, warum diese Frage immer wieder an mich heran getragen wird und warum Meschen versuchen, einen Grund für Diabetes zu finden. Wie man jetzt letztendlich am besten auf diese unwissenden Mitmenschen reagiert und welche Antwort die beste ist, die Frage würde ich gerne an euch weitergeben. Lasst mir doch gerne eure liebsten Antworten in den Kommentaren.
Bastian hat sich mit dem Gedanken, warum er Typ-1-Diabetes bekommen hat, ebenfalls auseinandergesetzt. Allerdings aus einem ganz bestimmen Blickwinkel: Wieso ausgerechnet ich? Was kann Gott für die Krankheit?
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 1 Tag
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 6 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 3 Tagen, 11 Stunden
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 3 Tagen, 10 Stunden
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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