Fotokampagne zu vermeidbaren Amputationen: Wenn ein übersehener Typ-2-Diabetes den Fuß kostet

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Fotokampagne zu vermeidbaren Amputationen: Wenn ein übersehener Typ-2-Diabetes den Fuß kostet | Foto: Kristian Schuller / Abbott GmbH 2026
Foto: Kristian Schuller / Abbott GmbH 2026
Fotokampagne zu vermeidbaren Amputationen: Wenn ein übersehener Typ-2-Diabetes den Fuß kostet

Eine Fotokampagne rückt Menschen in den Blick, die durch eine pAVK ihre Füße oder Teile davon verloren haben. Die Aktion zeigt eindringlich, wie viele Fälle zu den vermeidbaren Amputationen zählen und wirbt für frühzeitige Diagnose sowie bessere Behandlungswege im Gesundheitssystem.

Mehr als 70.000 Menschen verlieren in Deutschland jedes Jahr Gliedmaße durch eine Amputation. Die meisten davon sind Folge einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), die eng mit Diabetes verknüpft ist. Ein Großteil dieser Eingriffe gilt als vermeidbar. Die neue Kampagne „AmpuNation“ des Unternehmens Abbott zusammen mit dem Fotografen Kristian Schuller stellt dieses Thema nun mit eindrucksvollen Foto-Porträts in den Fokus.

Eine Krankheit, die oft zu spät erkannt wird

Bei der pAVK verengen oder verschließen sich die Blutgefäße, die die Beine mit Sauerstoff versorgen. Die Folge ist eine Minderdurchblutung der Beinmuskulatur, die zu teils starken Schmerzen führt. Diabetes zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung einer pAVK und ist zugleich eine der häufigsten Ursachen für Fußamputationen. Schätzungen zufolge wären rund 80 Prozent dieser Eingriffe vermeidbar.

Die Zahlen aus Deutschland zeigen das Ausmaß des Problems: 2023 wurden 8.048 diabetesbedingte Major-Amputationen der unteren Gliedmaßen dokumentiert. Insgesamt kam es im selben Jahr zu 69.534 Amputationen der unteren Gliedmaßen, darunter 16.943 Major-Amputationen. Weltweit litten 2019 rund 113 Millionen Menschen ab 40 Jahren an pAVK. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass bis 2030 jeder zehnte Europäer an Diabetes erkrankt sein wird.

Weiterführende Informationen: Auf der Website „Amputation – NEIN Danke!“ gibt es ausführliche Informationen über das Recht auf eine Zweitmeinung bei drohenden Amputationen.

Studien deuten zudem darauf hin, dass die Revaskularisationsraten in Deutschland, also die operative Wiederherstellung des Blutflusses, bei Patientinnen und Patienten mit ischämischen Amputationen der unteren Gliedmaßen nach wie vor niedrig sind. Das lässt vermuten, dass es erhebliches Potenzial gibt, früher einzugreifen und Betroffene vor den Folgen einer Amputation zu bewahren.

Die Auswirkungen einer Amputation reichen weit über den körperlichen Verlust hinaus. Ein Drittel aller Amputierten lebt mit einer klinisch signifikanten Depression. Frauen erleben nach einer pAVK-Diagnose einen schnelleren Rückgang der Lebensqualität als Männer. Und in sozioökonomisch benachteiligten Regionen liegen die Raten diabetesbedingter Major-Amputationen deutlich höher als anderswo. Die Krankheitslast trifft damit besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen.

Gesichter und Geschichten statt Statistiken

Genau hier setzt die Kampagne AmpuNation an, die seit Juni 2026 auch in Deutschland läuft. Der Fotograf Kristian Schuller hat Menschen porträtiert, die eine Amputation erlebt haben, um die Betroffenen hinter den Zahlen sichtbar zu machen. Die Bilder werden im Rahmen einer Ausstellung gezeigt, begleitet von Aussagen der Porträtierten auf der Kampagnen-Website.

Einer von ihnen ist Volker H. aus Burscheid in Nordrhein-Westfalen. Bei ihm blieb ein Typ-2-Diabetes lange unentdeckt. Eine unscheinbare Entzündung am kleinen Zeh entwickelte sich zu einer Superinfektion, sodass ihm Mitte vierzig die äußeren Zehen des linken Fußes amputiert werden mussten. Erst im Zusammenhang mit dieser Operation wurde bei ihm ein insulinpflichtiger Typ-2-Diabetes diagnostiziert.

In den folgenden Monaten hatte er immer wieder Beschwerden im Fuß, bis schließlich auch die verbleibenden Zehen entfernt wurden. Der Diplomingenieur, der als Leiter im Qualitätsmanagement bei einem Automobilzulieferer arbeitet, trägt inzwischen einen angepassten Spezialschuh, der den fehlenden Vorfuß ausgleicht.

Zu seiner Teilnahme an der Kampagne sagt Volker: „Ich gehe sehr offen mit meiner Amputation um und möchte anderen Menschen Mut machen, auf ihre Gesundheit zu achten und sich in vertrauenswürdige ärztliche Hände zu begeben. Wenn mein Diabetes früher erkannt worden wäre, wäre eine Amputation vielleicht nicht notwendig gewesen.“

Forderung nach einheitlichen Behandlungspfaden

Prof. Dr. Nasser Malyar, Leiter der Angiologie am Universitätsklinikum Münster, beschreibt die Situation aus seiner klinischen Praxis. Dort erlebe er täglich die verheerenden Folgen, die Amputationen für Patientinnen und Patienten haben, „nicht nur körperlich, sondern in allen Lebensbereichen. Sie verlieren nicht nur ein Gliedmaß, sondern ihre Selbstständigkeit, ihr Selbstvertrauen und oft auch den Lebenswillen im Kampf gegen ihre Erkrankung.“

„In Deutschland ist wissenschaftlich belegt, dass frühere Revaskularisationen und Interventionen vielen Betroffenen dieses Schicksal ersparen könnten“, so der Gefäßmediziner. Dafür bräuchte es einheitliche Behandlungspfade sowie mehr Aufklärung – sowohl bei Ärztinnen und Ärzten als auch bei gefährdeten Patientinnen und Patienten. Zudem müsse die Bereitschaft wachsen, innovative Lösungen zu nutzen, um vermeidbare Amputationen zu reduzieren. „Die Kampagne AmpuNation bietet uns hier eine wichtige Plattform, um dieses Thema sowohl in der Öffentlichkeit als auch im Gesundheitssystem zu verankern.“

Mehr zur Kampgane „AmpuNation“

Begleitende Informationen und die einzelnen Porträts und dazugehörigen Geschichten gibt es auf der Kampganen-Website. Die Initiative wird von der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) und vom Patientenverband Ampu Vita unterstützt.

Fotograf Kristian Schuller erklärt seine Motivation, an der Kampagne mitzuwirken: „Die Fotografie hat die Kraft, Menschen innehalten zu lassen und wirklich zu sehen, was sie sonst übersehen könnten. Die in dieser Kampagne porträtierten Menschen zeigen eine bemerkenswerte Offenheit und Stärke in der Art und Weise, wie sie mit ihrer Situation umgehen. Mir ist es wichtig, dass diese Bilder dazu beitragen, das Bewusstsein für die Risiken und Realitäten vermeidbarer Amputationen zu schärfen“.

Auch Abbott selbst ordnet die Initiative ein. Marcus Bernschein, Regional Director Abbott Vascular DACH, sagt: „Jede vermeidbare Amputation ist eine Tragödie, nicht nur für die Patient:in, sondern auch für die Angehörigen. Bei Abbott sind wir stolz darauf, die Initiative AmpuNation in Deutschland zu starten, um das Bewusstsein für die Anzeichen von pAVK zu schärfen und die Zahl der vermeidbaren Amputationen zu reduzieren“.


von Redaktion Diabetes-Anker

Das Redaktionsteam des Diabetes-Ankers besteht aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten – teils mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund sowie selbst von Diabetes betroffen – die seit vielen Jahren zum Thema Diabetes publizieren.

mit Materialien von Abbott

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  • Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!

    Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB

    Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂

  • mr postete ein Update vor 5 Tagen, 23 Stunden

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?

  • moira postete ein Update vor 6 Tagen, 1 Stunde

    Hallo!
    Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
    Ich wüsste gerne wie gut das klappt.