- Behandlung
Forschung zu Früherkennung und Vorbeugung
2 Minuten
Mit etwa 30 500 Betroffenen ist Typ-1-Diabetes die häufigste Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Jährlich kommen über 3000 Neuerkrankungen hinzu. Da die Erkrankung bereits bei Kleinkindern ausbricht, konzentrieren sich neueste Forschungen auf die Vorbeugung und Früherkennung der Autoimmunerkrankung.
Wenn Kinder als Notfall ins Krankenhaus kommen…
Deutschland gehört zu den Ländern mit den höchsten Typ-1-Diabetes-Erkrankungsraten weltweit. Durch eine Autoimmunerkrankung zerstört das Abwehrsystem die Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die das lebenswichtige Hormon Insulin produzieren. Die Betroffenen müssen ihr Leben lang künstliches Insulin spritzen. „Dieser Prozess beginnt überwiegend bereits im Alter von eins bis fünf Jahren. Meist kommt die Krankheit erst zum Vorschein, wenn die Kinder mit einer lebensgefährlichen Stoffwechselentgleisung als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert werden“, sagt Professor Dr. med. Anette-Gabriele Ziegler, Inhaberin des Lehrstuhls für Diabetes und Gestationsdiabetes am Klinikum rechts der Isar in München und Direktorin des Instituts für Diabetesforschung des Helmholtz Zentrums München. Daher und weil 80 bis 90 Prozent der Patienten keinen weiteren Diabetesfall in der Familie haben, sei es umso wichtiger, eine frühzeitige Diagnose und Prävention zu fördern.
Pilotprojekt zur Früherkennung in Bayern
Mehrere Forschungsprojekte gehen derzeit diesen Weg. So bietet das Pilotprojekt Fr1da jedem Kind in Bayern zwischen zwei und fünf Jahren eine Blutanalyse an. „Monate bis Jahre vor Ausbruch kündigt sich die Autoimmunerkrankung durch nachweisbare Autoantikörper an“, sagt Ziegler. „So konnte bislang schon bei 102 Kindern ein Typ-1-Diabetes im Frühstadium entdeckt werden, bevor es zu einer Stoffwechselentgleisung kam.“
Orale Insulin-Impfung für Kinder eine Lösung?
Die europäische Initiative GPPAD (Global Platform for the Prevention of Autoimmune Diabetes) legt ihren Fokus auf Neugeborene. Innerhalb des regulären Neugeborenen-Screenings will sie zukünftig auch das genetische Risiko für Typ-1-Diabetes untersuchen – Babys mit einem erhöhten Risiko erhalten Nachsorge. Auch die Arbeitsgruppe um Ziegler setzt ihr Augenmerk auf die Altersgruppe unter zwei Jahren: „In diesem Lebensabschnitt entstehen die Grundlagen, die zu einer Autoimmunerkrankung führen und das Immunsystem ist noch besonders beeinflussbar“, so die Expertin. Eine orale Insulin-Impfung soll in der Pre-POINTearly Studie das Immunsystem der Kinder an das körpereigene Hormon gewöhnen. Ziel der Studie ist es, dass das kindliche Immunsystem das blutzuckersenkende Insulin nicht als Fremdkörper wahrnimmt und so ein Ausbruch der Erkrankung möglicherweise verhindert wird.
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG)
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stephanie-haack postete ein Update vor 1 Woche
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Woche
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Woche
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
