Herzinfarkt – was ist zu tun und was folgt danach?

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Herzinfarkt – was ist zu tun und was folgt danach?

Beim Herzinfarkt zählt jede Minute, daher sollte sofort der Notarzt (112) alarmiert werden. Wie man Infarktsymptome erkennt und worauf es nach einem überstandenen Herzinfarkt ankommt, darüber informiert die Deutschen Herzstiftung.

Wer bei einem Herzinfarkt die Infarktsymptome richtig einordnet und sofort über den Notruf 112 den Rettungswagen alarmiert, kann sein Herz vor dauerhaften Schäden (Herzschwäche) bewahren. „Leider sind aber mehr als die Hälfte aller Herzinfarktsterbefälle vor Erreichen der Klinik zu beklagen, weil die Betroffenen bei Infarktverdacht zu lange vor der 112 zögern oder die Infarkt-Symptome nicht richtig zuordnen“, berichtet Prof. Dr. med. Heribert Schunkert vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und stellv. Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums München.

Beim Herzinfarkt zählt jede Minute, weil der Infarkt jederzeit lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) auslösen kann und zum Untergang von Herzgewebe führt. Jedes Jahr erleiden fast 300.000 Menschen einen Herzinfarkt, über 48.000 sterben daran. „Andererseits kann bei raschem Handeln jeglicher Schaden vom Herzmuskel abgewendet und das Leben meist in unveränderter Leistungsfähigkeit fortgesetzt werden, wenn es gelingt das durch den Blutpfropf verschlossene Herzkranzgefäß wieder zu eröffnen“, so Prof. Schunkert.

Unterschätzte Nachsorge: Ist nach dem Herzinfarkt vor dem Herzinfarkt?

Auch wenn der Infarkt unbeschadet überstanden wurde, hört die Herzinfarkt-Behandlung nicht im Katheterlabor auf: Die koronare Herzkrankheit (KHK), die den Herzinfarkt verursacht hat, besteht nämlich fort und muss dauerhaft mittels einer Dreifachtherapie behandelt werden.

„Dass die KHK fortbesteht, verdrängen viele Infarktpatienten, die sich aufgrund der erfolgreichen Stent-Behandlung in Sicherheit wiegen. Wer aber weitermacht wie vor dem Infarkt ohne seine KHK zu behandeln, riskiert den erneuten Herzinfarkt“, warnt Schunkert. „Das muss aber nicht sein, sofern Herzpatienten die Rehabilitation ernst nehmen.“

Dreifachtherapie bremst das Fortschreiten einer KHK

Erst die Dreifachtherapie in der Nachsorge kann das Fortschreiten der KHK bremsen.

Zur Therapie gehört:

  • Erstens die Einnahme von Medikamenten u. a zur Verhinderung der Gerinnselbildung, zur Cholesterinsenkung sowie zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzmuskel.
  • Nötig ist zweitens eine Lebensstiländerung mit regelmäßiger Ausdauerbewegung (am besten 5-mal die Woche je 30 Minuten) und gesunder Ernährung, wie sie die Mittelmeerküche bietet.
  • Drittens kommt es auf eine konsequente Ausschaltung aller Infarkt-Risikofaktoren wie Diabetes, Übergewicht, Rauchen und Stress an.

Rehabilitation kann Lebensjahre schenken

In der Rehabilitation können Herzinfarktpatienten lernen, mit ihrer Krankheit umzugehen, machen sich mit einem gesunden Lebensstil vertraut und setzen sich mit Fragen zur beruflichen Wiedereingliederung auseinander. Nach Schätzungen entscheidet sich nur ca. die Hälfte der Herzinfarktpatienten für eine Reha, obgleich eine Rehabilitation langfristig das Herzinfarkt-Sterblichkeitsrisiko senkt. Zirka 20 bis 30 Prozent der Patienten benötigen zudem eine psychologische Betreuung etwa zur Verarbeitung von Ängsten vor dem erneuten Infarkt.

Tipps und Infos

Weitere Infos erhalten Betroffene und Angehörige in dem Ratgeber „Herz in Gefahr – Koronare Herzkrankheit und Herzinfarkt“. Der Band (160 S.) informiert über Möglichkeiten der Vorbeugung, Diagnose und Therapie der KHK/Herzinfarkt und ist kostenfrei erhältlich unter www.herzstiftung.de/khk-sonderband.html oder per Tel. unter 069 9551228400 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de

Das Interview „Eine Chance: Rehabilitation“ (8 Seiten) mit dem Kardiogen und Reha-Experten Prof. Dr. med. Bernhard Schwaab, Curschmann Klinik Timmendorfer Strand, kann kostenfrei bei der Deutschen Herzstiftung (Stichwort: Reha-Beitrag) per Tel. 069 955128400 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de
angefordert werden.


Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

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  • Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂

    • Hey, ich bin Lara und 23 Jahre alt. Ich komme zwar nicht aus Berlin, aber bin im Mai wieder dort. Freue mich trotzdem immer über Austausch, auch wenn es digital ist. Liebe Grüße

    • lelolali antwortete vor 3 Tagen

      @laratyp1life: Hallo, über digitalen Austausch freue ich mich natürlich auch 🙂

  • jasminj postete ein Update vor 4 Tagen, 8 Stunden

    Hi,
    Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!

  • galu postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    hallo,
    ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
    Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
    Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
    Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
    Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
    Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus

    • Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!

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