- Aus der Community
Ich bin (k)ein Roboter!
3 Minuten


Durch diese vielen Neuerungen haben natürlich auch die Informationen und das Wissen über unsere Krankheit und ihre Therapie zugenommen. Damit steigen jedoch auch irgendwie immer die Anforderungen – von Ärzten und Krankenkassen, aber vor allem von uns selbst. Der Pfeil nach oben, der anzeigt, dass unser Zucker trotz lang zurückliegender Mahlzeit immer noch steigt, macht uns hibbelig, die Durchschnittserrechnung der letzten 14 Tage im Blutzuckermessgerät treibt uns den Schweiß auf die Stirn – unsere Daten, unsere Krankheit waren noch nie zuvor so transparent wie jetzt. Das bringt natürlich auch seine Tücken mit sich. Wir müssen dazulernen, neu denken und verstehen lernen. Ein CGM-System mit einer Pumpe, die vor einer Hypoglykämie abschaltet, ist eben (noch) kein Heilmittel und erfordert eher noch mehr Disziplin und Ausdauer als mit der ursprünglicheren Form der Therapie (ICT).
Auch ich musste lernen, dass meine Hoffnungen auf eine bessere Therapie nicht automatisch mit einem neuen Gerät erfüllt werden können. Denn trotz aller Gerätschaften sitzt noch immer ein Mensch dahinter, der sie auswählen, kennenlernen und richtig benutzen muss, um dann auch hin und wieder festzustellen, dass weder wir unfehlbar sind noch die Technik an sich es ist. Sich außerdem in diesem Dschungel aus Möglichkeiten zum Therapiemanagement zurechtzufinden, das Richtige für sich zu entdecken und dann auch noch vor der Krankenkasse verteidigen zu können, sind Probleme, vor denen jetzt so viel mehr Diabetiker stehen als zuvor. Die Krankenkasse und auch mancher Arzt ist misstrauisch, sehen keinen „Benefit“ darin oder können die Technik selbst nicht richtig verstehen und nutzen und lehnen sie deshalb kategorisch ab.
Oder auch umgekehrt: Schafft man es als Diabetiker, seine Wunschpumpe, ein CGM, das FreeStyle Libre oder andere Hilfsmittel zu nutzen, erwartet das Umfeld manchmal so etwas wie eine Heilung. „Du hast doch eine Pumpe – wie kannst du da denn jetzt so einen schlechten Wert haben? Die macht doch eh alles selbst!“ – Ja, auch im Thema Aufklärung müssen wir trotz (oder gerade wegen?) der neuen technischen Möglichkeiten weiter arbeiten. Denn auch wenn ich Tag und Nacht piepe, klingle und vibriere, bin ich noch lange kein Roboter! Auch mit High-Tech-Geräten am Körper fluche auch ich jeden Tag, ärgere mich über Hypo- und Hyperglykämien und würde manchmal am liebsten alles von mir reißen – um meine Erwartungen nicht täglich enttäuscht zu sehen, um die Zweifel und manchmal auch Überforderung mit den zahllosen Möglichkeiten und Informationen beiseitezuschieben und vielleicht auch, um mir selbst zu beweisen: Es geht auch ohne!
Für welchen Weg auch immer man sich entscheidet, wir sollten eins im Hinterkopf behalten: Wir sind alle nur Menschen – und Menschen sind nicht perfekt. Wir leben mit einer Krankheit, die nicht immer berechenbar ist. Die aus so vielen Faktoren besteht, dass auch die Wissenschaft nicht alle Phänomene erklären kann, und die sehr viel Disziplin und Ehrgeiz fordert. Wir sollten uns also nicht einschüchtern lassen, unsere Erwartungen vielleicht manchmal ein wenig runterschrauben und generell weniger kritisch mit uns sein… Denn einen „guten“ oder „schlechten“ Diabetiker oder eine „Einstellung“ des Diabetes gibt es nicht!
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lena-schmidt postete ein Update vor 2 Tagen, 9 Stunden
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Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße