Verstehen, verarbeiten, managen: Diagnose Typ-2-Diabetes – und nun?

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Verstehen, verarbeiten, managen: Diagnose Typ-2-Diabetes – und nun? | Foto: Photographee.eu – stock.adobe.com
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Verstehen, verarbeiten, managen: Diagnose Typ-2-Diabetes – und nun?

Nicht selten fällt ein erhöhter Langzeit-Blutzuckerwert im Rahmen des regelmäßigen Check-ups auf. Andere führt ein unangenehmes Kribbeln in den Beinen zur Hausärztin. Manchmal bemerkt der Augenarzt Veränderungen am Augenhintergrund. Was bedeutet es, die Diagnose Typ-2-Diabetes zu erhalten?

Lautet die Diagnose „Typ-2-Diabetes“, bedeutet das für viele Betroffene erst mal einen großen Schreck und Unsicherheit. Manche ignorieren oder verleugnen die Krankheit anfänglich. Auch Wut und Frustration können Menschen in der Zeit nach der Diagnose ergreifen und sie geradezu lähmen.

Diese Gefühle sind berechtigt und gehören zum Verarbeiten der Diagnose. Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Betroffenen in dieser Phase nicht alleingelassen sind. Denn um die Erkrankung gut zu managen und Komplikationen möglichst zu verhindern, ist es besonders wichtig, dass Menschen mit Diabetes gut informiert sind, ihren eigenen Körper gut verstehen und sich und ihre Gewohnheiten auf dessen Bedarfe einstellen.

Schulung: Rüstzeug für Selbstmanagement

Ein Herzstück des Behandlungsplans ist die Schulung für Menschen direkt nach der Diagnose, die Grundlagen des Selbstmanagements vermittelt. „Hier bekommen Patienten das Rüstzeug für das Leben mit der Erkrankung“, sagt Dr. Kerstin Pirlich, Fachärztin am Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Stoffwechselmedizin in Leipzig. „Sie lernen, die Krankheit besser zu verstehen, und werden über Therapie-Möglichkeiten aufgeklärt. Und sie erfahren, wie wichtig es ist, Eigenverantwortung zu übernehmen.“

Erfolgt die Schulung in einer Diabetes-Schwerpunktpraxis, werden die Schulungen von Diabetesberaterinnen und -beratern oder auch von Diabetesassistentinnen und -assistenten unter ärztlicher Leitung durchgeführt. Dr. Kerstin Pirlich hält es für sinnvoll, Schulungen in Gruppen durchzuführen, in denen Menschen ähnlichen Alters oder mit vergleichbarem Krankheitsbild gemeinsam lernen.

Grundbausteine des Managements und der Therapie sind praktisch immer eine ausgewogene Ernährung und das richtige Maß an Bewegung. Wichtig ist es auch, die eigenen Glukosewerte und ihren Verlauf kennenzulernen. Wie reagiert der Körper, wenn ich bestimmte Lebensmittel zu mir nehme, Alkohol trinke oder nach der Mahlzeit einen Spaziergang mache? „Nur wenn Patienten diese Zusammenhänge verstehen, können sie die Therapie erfolgreich umsetzen“, sagt Dr. Kerstin Pirlich. Die Schulungen klären aber auch über die medikamentösen Möglichkeiten auf, wenn Ernährung und Bewegung nicht (mehr) ausreichen, um die Blutzuckerwerte im Griff zu haben.

Die eigenen Möglichkeiten kennen

Damit Patientinnen und Patienten einen guten Eindruck davon bekommen, wie ihr Blutzucker auf Ernährung und Bewegung anspricht, bemühen sich die Ärztinnen und Ärzte im MVZ Stoffwechselmedizin, alle Teilnehmenden der Schulungen einmalig mit einem Glukose-Sensor auszustatten. Dieser ermittelt etwa zwei Wochen lang kontinuierlich den Glukosewert.

„Den Verlauf beobachten zu können, das macht etwas mit den Menschen“, ist Pirlich überzeugt. Oft sind sie überrascht, wie stark die Werte bei bestimmten Nahrungsmitteln ansteigen. Oder auch, wie nützlich eine kleine Bewegungs-Einheit nach dem Essen sein kann. „Das schärft das Bewusstsein für die eigenen Einfluss-Möglichkeiten auf den Verlauf der Erkrankung.“

Menschen, deren Typ-2-Diabetes bereits medikamentös behandelt wird, empfiehlt Pirlich, etwa alle drei bis sechs Monate für einige Zeit einen Glukose-Sensor zu tragen. „Dadurch sehen sie: Wie weit bin ich gekommen? Was konnte ich umsetzen?“ Auch wenn die Kosten von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht erstattet werden, rät die Medizinerin zu diesen regelmäßigen Selbstkontrollen.

Dauerhaft einen Sensor zu tragen, hält sie für diese Patientengruppe dagegen nicht für sinnvoll. Für die Therapie sei das nicht nötig und das ständige Beobachten der Werte könne Menschen auch verunsichern. Der potenzielle Nutzen sei deshalb gegen Kosten und möglichen Stress abzuwägen. „Kurzzeitig erhöhte Glukosewerte nach Mahlzeiten sind zum Beispiel bei jungen und älteren Menschen unterschiedlich relevant für den weiteren Verlauf“, sagt sie.

Schulung im DMP

Wer sich bei seiner gesetzlichen Krankenversicherung in ein strukturiertes Behandlungs-Programm (Disease-Management-Programm, DMP) einschreiben lässt, kann und muss regelmäßig an zertifizierten Schulungen teilnehmen.

Austausch mit Betroffenen

Wichtig für alle Betroffenen findet Dr. Kerstin Pirlich dagegen den Austausch mit anderen Betroffenen. „Selbsthilfegruppen sind ein wichtiger Anlaufpunkt für Menschen kurz nach der Diagnose.“ Hier teilen „alte Hasen“ nicht nur ihre Erfahrungen mit Bewegung, Ernährung oder Medikamenten.

In der Gruppe gibt es wichtige Tipps für alle Facetten des Lebens mit Diabetes: Welche Rolle spielt die Erkrankung für meine Arbeit? Welche Ansprüche kann ich gegenüber der Krankenkasse geltend machen? Wer sind meine Ansprechpartner für die vielen verschiedenen Fragen, die im Alltag auftreten können? Gruppen vor Ort und die vielfältigen Online-Angebote können wichtige Unterstützung bieten für Menschen mit Diabetes.


von Dr. Ulrike Schneeweiß

Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (5) Seite 60-61

zur Beitragsübersicht von Deutscher Diabetiker Bund e.V.

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  • tako111 postete ein Update vor 3 Tagen, 6 Stunden

    Mein Abo?

  • hexle postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 5 Tagen

    Hallo,
    das neueste update für iOS ist inzwischen das 26.4.2. ich nutze den Dexcom g7 und die Freigabe von Dexcom ist derzeit bei 26.3.1.
    Wer sein Smartohone für online banking nutzt, muss bestätigen, dass updates regelmäßig gemacht werden. Ich finde es eine Zumutung, dass die Technik von Dexcom uns da immer so hinhält. Gibt es eine offizielle Stelle, die da mal intervenieren kann?

    • Hallo hexle,
      ich finde die Update-Empfehlungen von Dexcom auch etwas unbefriedigend.
      Allerdings steht auf der Kompatibilitäts-Seite auch:
      Zitat: “Sie können diese App auf jedem Betriebssystem verwenden, das die Mindestanforderungen erfüllt. Dexcom empfiehlt jedoch …”

      Eine “offizielle Stelle” bei Dexcom ist mir nicht bekannt, vom generellen Kundenservice mal abgesehen.

      Bei ernsthaften, tatsächlichen Funktionsstörungen gäbe es noch die Möglichkeit, eine Meldung beim BfArM zu eröffnen.

      Beste Grüße

    • PS Ich wollte noch ergänzen: Eine aktuelle ernsthafte Funktionsstörung sehe ich hier nicht gegeben.

    • Sicherheits-Updates der Betriebssysteme haben immer absolute Priorität. Dexcom und Abbott sind definitv sehr langsam mit den Tests und Freigaben. Beim G7 hat Dexcom etwas an Geschwindigkeit gewonnen, aber für G6 ist noch nicht einmal Android 16 getestet, das seit einem Jahr verfügbar ist. An Medizinprodukt-Freigaben liegt das nicht und besonders seriös und professionell ist es auch nicht. Neue Smartphones kann man nur mit aktueller OS-Version kaufen und wenn die nicht freigegeben ist, kann man theoretisch gar kein Smartphone sicher für Sensor oder AID-System verwenden. So war z. B. iOS 26 lange Zeit nicht auf den Listen, aber iPhones nur mit iOS 26 erhältlich. Die Listen verlieren damit zeitweise ihren eigentlichen Nutzen. Intervenieren können Anwender/Kunden mit Beschwerden bei den Hotlines.

    • @ole-t1: Danke Ole für deine Rückmeldung.

    • @schorschlinger: Danke für deine Rückmeldung. Beschwerden bringen einen da leider auch nicht weiter….

  • uho1 postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hat jemand bereits Erfahrungen mit der Medtrum Pumpe und dem dazugehörigen Sensor?

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