- Behandlung
Insulin-Serie: Auf den richtigen Umgang kommt es an
3 Minuten

In der Insulin-Serie haben Sie die unterschiedlichen Insuline kennengelernt. Dies bietet die Möglichkeit, für jede Form der Insulintherapie auch ein passendes Insulin zu finden, mit dem man den Alltag gut bewältigen kann. Doch die richtige Auswahl des Insulins ist nur ein Teilaspekt einer guten Behandlung: Auch der richtige Umgang mit Insulin will gelernt sein – und manchmal steckt der Teufel im Detail, wie unser Beispiel zeigt.
Das Fallbeispiel
Peter K. ist junger und intelligenter Entwicklungsingenieur eines bekannten Autoherstellers. Seit 3 Jahren hat er Typ-1-Diabetes, den er nach einer guten Schulung gut managt. Durch seinen Diabetes wird er nicht beeinträchtigt: nicht privat oder in der Freizeit – und auch nicht im Beruf. So richtete er erst vor kurzem eine neue Produktionsstraße ein für das nächste Modell einer erfolgreichen Serie.
An einem heißen Sommertag bemerkte er schon nach dem Frühstück, dass sein Blutzucker offenbar stark stieg. Zwei Stunden nach der Mahlzeit lag der Blutzucker bereits bei 290 mg/dl (16,1 mmol/l). Korrekturen bis zum Mittagessen blieben ohne Erfolg. Was Peter noch auffiel, war, dass er stark schwitzte und sein Schweiß “so merkwürdig” roch. Sein Hemd klebte an der Brust.
Als der Blutzucker am frühen Nachmittag bei 425 mg/dl (23,6 mmol/l) lag, wechselte Peter den Insulin-Pen – und schon nach einer Stunde begann der Blutzucker wieder zu sinken und war bis zum Abendessen bei 160 mg/dl (8,9 mmol/l).
Entleerter Insulinpen
Als Entwicklungsingenieur wollte Peter K. natürlich wissen, wie es zu dieser Blutzuckerentgleisung kam und was die Ursache für den fehlenden Wirkverlust seines Insulins war. Aus diesem Grunde setzte er sich am Abend vor seine Schreibtischlampe und untersuchte den vermeintlich defekten Pen genauer. Was er dort sah, erschien ihm unglaublich, denn die Patrone war komplett leer, obwohl der Stempel noch eine halbvolle Patrone anzeigte.
Was war geschehen? Bei genauem Hinsehen erkannte er ein Loch in der Kappe seines Pens. Die Ursache hierfür war eine Insulinkanüle, die die Kappe vorne durchbohrt hatte. Ursache hierfür wiederum war, dass Peter K. versehentlich eine längere Kanüle auf seinen Pen geschraubt hatte als üblich – und diese hatte, weil Peter K. die Kanüle bis dahin nur alle 3 bis 4 Tage gewechselt hatte, die Schutzkappe des Pens durchbohrt. Durch den Kontakt mit seinem Hemd war das Insulin quasi aus der Patrone herausgesaugt worden.
Dies erklärte sein feuchtes Hemd und den merkwürdigen Geruch, der dem Eigengeruch des Insulins und seinen Konservierungsstoffen entsprach. So lernte Peter K., dass man auf die Kanülenlänge seines Pens achten sollte und nach jeder Injektion die Insulinkanüle wechseln muss.
Jedem Pen seine Kanüle
Für jeden Insulinpen gibt es passende Kanülen in unterschiedlicher Länge; meist reicht eine 6 mm lange Kanüle. Sehr schlanke Menschen und Kinder können auch kürzere Kanülen verwenden. Menschen, die höhere Insulindosierungen benötigen, kommen oft besser mit 8-mm-Kanülen zurecht, weil die Gefahr geringer ist, dass Insulin aus der Einstichstelle wieder herausläuft. Längere Kanülen bieten keinen Vorteil.
Vor jeder Injektion sollte die Kanüle frisch aufgesetzt werden: Dies stellt sicher, dass die Kanüle steril ist und keine Luft zwischen zwei Injektionen in den Insulinpen gelangen kann. Bei der ersten Inbetriebnahme eines neuen Pens oder einer frischen Insulinpatrone sollte der Pen durch Einstellen von 2 bis 4 Einheiten Insulin überprüft werden. Kommt nach Drücken des Auslösers Insulin aus der Kanüle, so ist der Pen bereit für die Insulingabe. Die gewünschten Einheiten werden dann eingestellt und Insulin in die richtige Stelle injiziert.
Für schnellwirksame Insuline eignen sich der Bauchraum und die Flanken.Von einer Injektion in die Oberarme ist eher abzuraten: Die Gefahr besteht, dass ein Muskel getroffen wird und Insulin so nicht mit der gewünschten Geschwindigkeit in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Trübe NPH-Insuline werden in den Oberschenkel injiziert, alle analogen Basalinsuline können in den Bauch oder Oberschenkel gegeben werden.
So gelingt eine Injektion
Wichtig ist, dass der Auslöseknopf bei der Injektion bis ganz nach unten gedrückt und in der Position für 10 Sekunden gehalten wird: Nur so kann sich das Insulin gut im Gewebe verteilen. Danach sollte der Pen auch mit gedrücktem Auslöseknopf herausgezogen werden, bevor dieser losgelassen wird; andernfalls besteht die Gefahr, dass Gewebeflüssigkeit oder Gewebeteile in die Insulinpatrone hineingesaugt werden.
Nach jeder Injektion sollte die Insulinkanüle gewechselt werden. Eine frische Kanüle ist der Garant dafür, dass die Injektionen schmerzfrei oder zumindest -arm sind und eine Gewebeschädigung durch stumpfe Kanülen vermieden wird.
Keine “Probeschüsse” mit Insulin
In vielen Schulungen wird noch gelehrt, dass vor jeder Injektion 1 bis 2 Einheiten Insulin probeweise abgegeben werden sollten, weil nur so die Durchgängigkeit der Kanüle überprüft werden kann; auch waren die Kanülen früher viel länger und dicker und hatten damit ein größeres Volumen, das mit Insulin gefüllt werden musste. Heutzutage sind Insulinpens und Fertigpens hochpräzise Medizinprodukte, die Penkanülen haben ein kleines Volumen und sind produktionstechnisch mit großer Sicherheit durchgängig.
Daher wird heute ein standardmäßiges Probespritzen nicht mehr empfohlen. Wenn man davon ausgeht, dass in Deutschland 2 Mio. Menschen im Mittel 3-mal pro Tag zwei Einheiten zur Probe abgeben und dies künftig nicht mehr tun werden, würden den Krankenkassen 175 Mio. € gespart werden; der Betrag lässt sich sicher in der Therapie deutlich besser verwenden.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2017; 66 (5) Seite 36-37
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Hallo, ich bin DT1 und trage seit etwa 1 Jahr eine Omnipod-Pumpe. Letztere löst seit mehrere Monaten eine Hautallergie an der Platzierungsstelle aus. Ich habe es bereits mit dem Cavillon-Spray und Pflastern (derzeit Omnifix von Hartmann und Unterpatch von My Sweet Stitch) für empfindliche Haut unter dem Pod probiert. Es hilft aber leider nicht oder nur bedingt, da auch mit Spray die Allergie ausgelöst wird und die Schutzpflaster nicht lange haften. Hat jemand vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht und eine gute Lösung gefunden? Ich würde gerne weiterhin eine Pumpe tragen, wäre aber auch bereit das Modell zu wechseln, wenn es das Problem mit der Allergie löst. Ich bin um jeden Rat dankbar. Vielen Dank im Voraus 🙂
darktear postete ein Update vor 1 Tag, 15 Stunden
Hallo,
hat irgendwer der den Libre3 benutzt auch so massive Probleme ?
Mein Kind hat ständig Ärger mit seinen Sensoren,selten wo mal einer durchhält. Entweder dauernd Sensorfehler oder ein neuer Sensor sitzt und nach kurzer Zeit kommt bitte neuen Sensor starten.
Das kann ja nicht sein,ich hab selten mal einen Sensorfehler.
Als ich das letzte mal bei denen angerufen hatte ,meinte dieser “sehr freundliche” Mitarbeiter nur es kann nicht sein das die so viele Fehler haben,es gab keinen Ersatz.
Müßen wir jetzt ernsthaft selber Sensoren bezahlen?
Weil bis der Nachschub kommt dauert es noch 🙁LG Sandra
uho1 postete ein Update vor 2 Wochen
@calvin240
Ich hätte eine Frage zum
Bestellablauf und deinen Erfahrungen mit Medtrum. Könnte ich dich auch „privat“ anschreiben? Wenn du vielleicht meine Freundschaftsanfrage annimmst? Gruß Ute- calvin240 antwortete vor 2 Wochen
Habe ich angenommen, schreibe mir gerne eine Nachricht
Liebe Grüße



