- Behandlung
Klimaschutz ist auch Diabetesprävention!
3 Minuten
Luftverschmutzung und Lärmbelastung stehen zunehmend als Mitauslöser von Typ-2-Diabetes in Verdacht. Darüber hinaus belasten schon gegenwärtig durch den Klimawandel bedingte Veränderungen wie extreme Wetterlagen die Gesundheit von Menschen mit Diabetes. Darauf macht die gemeinnützige Gesundheitsorganisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe anlässlich des Weltgesundheitstages am 7. April 2022 aufmerksam. Der Aktionstag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht in diesem Jahr unter dem Motto „Our Planet, our health“/„Unser Planet, unsere Gesundheit“.
Jährlich erkranken etwa 600.000 Menschen in Deutschland neu an Diabetes, die meisten an Typ 2, meldet die Gesundheitsorganisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe e.V. in einer Pressemeldung. Als Hauptursachen für die Entwicklung der Stoffwechselerkrankung gelten neben einer genetischen Veranlagung vor allem lebensstilbedingte Faktoren wie Bewegungsmangel, Fehlernährung und daraus entstehendes Übergewicht. Zunehmend stehen jedoch auch Faktoren wie Luftverschmutzung und Lärmbelastung als Mitauslöser von Typ-2-Diabetes in Verdacht.
Extremwetterlagen belasten die Gesundheit
Durch den Klimawandel bedingte Veränderungen wie extreme Wetterlagen gefährden die Gesundheit von Menschen mit Diabetes. So fördern zum Beispiel Hitzewellen und starke Temperaturumschwünge kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkte und Schlaganfälle.
Fleischverzehr verringern – der Gesundheit zuliebe
Laut dem Statistischen Bundesamt wurden 2021 in Deutschland pro Kopf 55 Kilogramm Fleisch verzehrt. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach forderte Ende Februar aus klimaschutz-, aber auch aus gesundheitlichen Gründen eine weltweite Verringerung des Fleischverzehrs um 80 Prozent. „Fleischreiche Ernährung, insbesondere rotes Fleisch, kann das Risiko für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes begünstigen. Ein geringerer Konsum von rotem Fleisch und Wurst kann aktiv dazu beitragen, Folgeerkrankungen wie Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen positiv zu beeinflussen.
Werden Wurst sowie geräucherte, salz- und fettreiche Fleischprodukte reduziert, können sich zudem auch erhöhte Blutdruck- und Blutfettspiegelwerte verbessern“, sagt Professor Dr. med. Diana Rubin vom Vivantes Klinikum in Berlin, Vorsitzende des Ausschusses Ernährung der Deutschen Diabetes Gesellschaft e. V. (DDG). Sie betont zudem: „Wir wissen mittlerweile, dass eine Ernährungsform, die reich an pflanzlichen Lebensmitteln ist, vor zahlreichen Krankheiten wie Typ-2-Diabetes, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt.“
Leben in einer Stadt erhöht das Diabetesrisiko
Zunehmend werden regionale städtebauliche Lebensbedingungen als Risikofaktoren für die Entstehung von Diabetes Typ 2 erkannt. Eine bewegungsfreundliche Umgebung mit Grünflächen sowie Fußgänger- und Radwegen fördert die Aktivität im Alltag. Fehlt eine solche Infrastruktur, steigen Menschen lieber ins Auto. Auch Lärmbelastung und verkehrsbedingte Luftschadstoffe tragen zur Diabetesentstehung bei.
Eine Meta-Analyse ergab, dass Menschen, die in Städten leben, ein um 40 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes haben als Personen, die auf dem Land leben. „International zeigen vermehrt Studien, dass Luftschadstoffe wie Feinstaub und Stickstoffoxide unter anderem mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert sind“, sagt diabetesDE-Vorstandsmitglied Professor Dr. med. Thomas Haak, Chefarzt am Diabetes Zentrum Mergentheim.
Wetterextreme fördern Schlaganfälle und Herzinfarkte
Epidemiologische Studien haben zudem Zusammenhänge zwischen einer chronischen Lärmexposition und Beeinträchtigungen des Wohlbefindens, Einschränkungen kognitiver Leistungen, Schlafstörungen, psychischen Erkrankungen sowie insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefunden. Untersuchungen, die einen Zusammenhang zwischen gestörtem Tiefschlaf sowie einer erhöhten Ausschüttung von Glukokortikoiden mit einer gestörten Glukoseregulation, einer gehemmten Insulinsekretion und einer herabgesetzten Insulinempfindlichkeit in Leber, Skelettmuskulatur und Fettgewebe zeigten, lieferten Informationen über mögliche biologische Mechanismen. „Demnach könnten insbesondere Schlafstörungen und Stressreaktionen den Zusammenhang zwischen Lärm und der Entstehung beziehungsweise Verschlechterung von Diabetes Typ 2 erklären“, erläutert Professor Haak.
Diabetes geht auch mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen einher. Der Diabetologe erklärt: „In den letzten Jahren beobachten wir immer wieder das Auftreten von Hitzewellen und darauffolgende plötzliche Temperaturstürze. Solche Wetterextreme fördern Schlaganfälle und Herzinfarkte.“ Auch dies belaste Menschen mit Diabetes zunehmend.
Anlässlich des Gründungsdatums der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 1948 findet jährlich am 7. April der Weltgesundheitstag statt. Sie legt jährlich ein neues Gesundheitsthema von globaler Relevanz für den Weltgesundheitstag fest. Ziel dabei ist es, dieses aus der Sicht der WHO vorrangige Gesundheitsproblem ins Bewusstsein der Weltöffentlichkeit zu rücken.
Quelle: diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe | Redaktion
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laila postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes Typ 3c vor 18 Stunden, 19 Minuten
Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!
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vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 4 Stunden
Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀
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renrew postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 2 Tagen
gibt es Tips oder Ratschläge dieser Pumpe betreffend?
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moira antwortete vor 5 Tagen, 20 Stunden
Das kommt sehr darauf an – in welchem Bereich?
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Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!
@suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊