- Behandlung
Mundgeruch kann viele Ursachen haben
2 Minuten

Erkrankungen der Mundhöhle wie eine Parodontitis, also eine Entzündung des Gewebes, das die Zähne trägt und stabilisiert, können zu Mundgeruch führen. Begünstigender Faktor für das Entstehen dieser Entzündung im Mundraum kann ein Diabetes mellitus sein – aber der Diabetes selbst kann auch zu Mundgeruch führen. Gegen den schlechten Atem kann man selbst einiges tun, aber auch mit Unterstützung durch Zahnmediziner.
Mundgeruch kann die schönsten Momente zerstören, denkt man zum Beispiel ans Küssen. Wer dauerhaft Mundgeruch hat, sollte die Ursache abklären lassen. Mundgeruch kann harmlos sein. Halitosis, wie Mundgeruch in der Fachsprache heißt, kann aber auch auf ernstzunehmende Erkrankungen wie eine Parodontitis hindeuten, informiert die Initiative proDente, in der sich Zahnärzte, Zahntechniker und Hersteller engagieren.
Bakterien leben in Schlupfwinkeln
“Mundgeruch entsteht in den meisten Fällen durch den Stoffwechsel von Mikroorganismen in der Mundhöhle”, erklärt Prof. Dr. Rainer Seemann, Oberarzt an der Klinik für Zahnerhaltung, Präventiv- und Kinderzahnmedizin der Universität Bern (Schweiz) und Vorsitzender des Arbeitskreises Halitosis der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). “Die Mikroorganismen leben hier in Schlupfwinkeln wie Zahnfleischtaschen oder Zahnzwischenräumen. Auch auf der rauen Oberfläche der Zunge können sich Bakterien in Form von Zungenbelägen leicht einnisten.” Eine fortgeschrittene Karies sowie defekte Füllungen und einen ungepflegten Zahn-Ersatz lieben geruchsbildende Bakterien ebenso. Auch ein trockener Mund kann Mundgeruch begünstigen.
Erste Anlaufstelle: Zahnmedizin
Bei etwa 90 Prozent der Betroffenen sind geruchsbildende Bakterien in der Mundhöhle Ursache für den unangenehmen Geruch. Wenn keine erkennbaren Allgemeinerkrankungen vorliegen, ist daher die Zahnärztin oder der Zahnarzt erste Anlaufstelle für die Betroffenen. Geruchsbildende bakterielle Beläge finden sich am häufigsten auf bzw. zwischen den Zähnen, auf Zahn-Ersatz, in Zahnfleisch-Taschen und auf der Zunge und bilden einen Biofilm. Die Mikroorganismen im Biofilm zersetzen Eiweiße aus dem Speichel und aus Resten der Nahrung. Dabei entstehen unter anderem flüchtige Schwefel-Verbindungen, die für den Mundgeruch hauptsächlich verantwortlich sind.
Sorgfältig den Mundraum untersuchen
Wird Mundgeruch festgestellt oder von Patientinnen und Patienten berichtet, untersucht die Zahnärztin oder der Zahnarzt die gesamte Mundhöhle sorgfältig nach Stellen, wo sich Bakterien einnisten können. Eine gute und individuelle Mundhygiene sowie, falls notwendig, eine Behandlung möglicher Erkrankungen im Mundraum können den schlechten Atem bessern.
Mundgeruch messen
Einige zahnmedizinische Praxen bieten spezielle Halitosis-Sprechstunden an. Dort kann der Atem mit einem speziellen Atem-Messgerät kontrolliert werden. Das Gerät misst die Konzentration der für den Mundgeruch verantwortlichen Schwefel-Gase. Alternativ bietet sich die organoleptische Methode an, bei der Zahnärztin oder Zahnarzt prüfen, in welchem Abstand zum Mund tatsächlich Mundgeruch zu bemerken ist.
Diabetes als Geruchs-Ursache
Wird festgestellt, dass die Halitosis nicht durch eine Ursache im Mund bedingt ist, sollte zunächst ein Hals-Nasen-Ohrenarzt oder in weiteren Fällen ein Internist andere mögliche Ursachen für den Mundgeruch abklären. Nasennebenhöhlen-, Rachen- oder Mandel-Entzündungen können schlechten Atem erzeugen oder begünstigen. Auch andere Erkrankungen wie Stoffwechsel-Störungen, Diabetes mellitus, Magen-Darm-Krankheiten, Lungen-, Leber- oder Nieren-Erkrankungen können in bestimmten Fällen Ursache für den Mundgeruch sein.
Mundgeruch kann man vorbeugen
- zweimal täglich mit fluoridhaltigem Zahncreme die Zähne putzen und einmal täglich Zahnzwischenraum-Bürsten oder Zahnseide anwenden
- Mundspül-Lösungen mit antibakterieller Wirkung können helfen, die Anwendung sollte aber vorher mit der Zahnärztin/dem Zahnarzt abgesprochen werden
- bakterielle Ablagerungen auf dem Zungenrücken mit einem Zungenreiniger entfernen
- eine Parodontitis unbedingt von der Zahnärztin/dem Zahnarzt abklären und behandeln lassen
- herausnehmbaren Zahn-Ersatz zweimal täglich mit einer Prothesen-Zahnbürste und Pflegeschaum oder flüssiger Seife reinigen
- Mundgesundheit zweimal pro Jahr von Zahnärztin/Zahnarzt kontrollieren lassen
- eine abhängig vom individuellen Erkrankungs-Risiko regelmäßig durchgeführte professionelle Zahnreinigung (PZR) entfernt Beläge und Verfärbungen
- auf eine ausgewogene und zahngesunde Ernährung mit wenig Zucker achten und reichlich Wasser trinken
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2022; 71 (9) Seite 38-39
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Behandlung

12 Minuten
- Bewegung

3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Tagen, 20 Stunden
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 6 Tagen
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/





Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße