Neues Verfahren: In 3D durch die Bauchspeicheldrüse

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Neues Verfahren: In 3D durch die Bauchspeicheldrüse

Forscher können mit einem neuen bildgebenden Verfahren alle Insulin produzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse gleichzeitig sichtbar machen. So ist es ihnen möglich, deren dreidimensionale Verteilung und die Gesamtmasse ermitteln, was mit bisherigen Methoden nur unzureichend gelang.

Sowohl beim Typ-1-Diabetes als auch beim fortgeschrittenen Typ-2-Diabetes kommt es zur teilweisen oder vollständigen Zerstörung der Insulin produzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen daher ganz genau, welche äußeren Einflüsse sich wie auf die Betazellen auswirken.

Ein schwedisches Team hat dafür nun eine bildgebende Methode entwickelt mit deren Hilfe man die Bauchspeicheldrüse als dreidimensionales Bild darstellen kann. Der Vorteil liegt nach Angaben der Erfinder darin, dass man anders als bisher genau die Verteilung und das Volumen der Betazellen ermitteln kann. Denn diese sind als tausende von Zellgruppen (Langerhans-Inseln) organisiert und quer über die Bauchspeicheldrüse verteilt.

Bisherige Querschnitt-Analysen sind ungenau, da sie nur Teilbereiche zeigen

Aktuell verwenden Forscher für solche Untersuchungen ausgewählte Querschnitte, die aber nur ein ungefähres Bild zulassen, da sie nicht das gesamte Organ erfassen, sondern nur einen Teilbereich. Das Organ könne aber nicht als homogene Masse gesehen werden, da die Betazellen ungleichmäßig verteilt seien, so die Autoren in einer Mitteilung. Entsprechend groß sei die Ungenauigkeit solcher Querschnitt-Analysen.

Die neue Methode erlaube deutlich präzisere Aussagen über die Gesamtmasse der Betazellen. Sie basiert auf der sogenannten optischen Projektionstomographie und funktionieren im weitesten Sinne wie ein Computertomographie-Gerät.

Ein Beispiel für die Leistungsfähigkeit der Methode liefern die Schweden gleich mit: In einer zweiten Studie untersuchten sie Mäuse, die durch einen Gendefekt des Sättigungshormons Leptin dazu neigen, Übergewicht und Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Mit der neuen Methode kartierten die Wissenschaftler die Langerhans-Inseln und verglichen sie mit denen von gesunden Tieren.

Diabetische Mäuse: Läsionen und zystenartige Strukturen der Bauchspeicheldrüse

Die Untersuchungen ergaben zunächst, dass die Betazellgruppen unregelmäßig über die Bauchspeicheldrüse verteilt waren – für die Forscher eine Bestätigung für ihre Idee, die ganze Bauchspeicheldrüse zu untersuchen. Im nächsten Schritt ermittelten die Autoren, dass erkrankte Tiere eine deutlich größere Betazellmasse aufwiesen, vermutlich eine Reaktion des Körpers, um die schlechter werdende Insulinwirkung auszugleichen.

Zudem beobachteten die Wissenschaftler bei den diabetischen Mäusen sogenannte Läsionen und zystenartige Strukturen in der Bauchspeicheldrüse. Über diese sei trotz zahlreicher Publikationen über und mit diesem Modellorganismus noch nie berichtet worden. Künftig wolle man überprüfen, ob dieses Phänomen auch beim Menschen eine Rolle spiele und welche Bedeutung es für die Betazell-Forschung hat.


Quelle: Pressemitteilung des Diabetesinformationsdiensts München

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  • thomas55 postete ein Update vor 11 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Tag, 4 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 1 Tag

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
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