- Begleiterkrankungen
Ödeme: Wasseransammlungen im Körper
3 Minuten

Geschwollene Beine, geschwollene Knöchel: Verantwortlich dafür können Wasseransammlungen (Ödeme) sein. Sie sind oft ein Hinweis auf eine Erkrankung, die behandelt werden muss, oder sie zeigen sich als Reaktion auf bestimmte Medikamente.
Der Ring lässt sich nicht mehr abziehen, das Fußgelenk lässt sich nur schwer bewegen: Das könnten Ödeme sein.
Das Fallbeispiel
Petra M. ist Typ-2-Diabetikerin, 74 Jahre alt und hat vor zwei Jahren nach drei Tagen Bettruhe wegen einer Wunde am Fuß eine Thrombose im rechten Bein entwickelt. Seitdem nimmt sie ein gerinnungshemmendes Medikament und trägt einen Unterschenkel-Stützstrumpf. Sie hat aber seitdem „immer“ ein Schwellungsgefühl im Bein und kann den rechten Fuß im Gelenk kaum bewegen.
Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich im Stehen ein Wulst oberhalb des rechten Knies, genau über dem Ende des Stützstrumpfes. Ursache ist, dass sich das Blut genau vor dem Stützstrumpf-Ende in einer dicken Vene staut – bedingt durch die Thrombose, die im Oberschenkel war – und die dabei zerstörten Venenklappen. Nach dem Ausziehen des Strumpfes verschwindet der Wulst sofort. Aber auch der ganze Unterschenkel ist durch Ödeme geschwollen!
Nach Verordnen eines Oberschenkel-Kompressionsstrumpfes für das rechte Bein sind die Beschwerden von Petra M. sofort weg, da das Venenblut im Stehen nicht mehr von innen nach außen fließen und so einen Stau verursachen kann.
Was ist ein Ödem?
Unter einem Ödem versteht man das Austreten von Flüssigkeiten aus dem Blutgefäßsystem in den Gewebezwischenraum (Zellzwischenraum, Interstitium). Im Alltag bezeichnet man oft sichtbare Schwellungen am Körper, speziell in der Unterhaut, als Ödem (z. B. am Bein, am Unterschenkel, am Knöchel).
Aber auch nicht von außen sichtbare Wasseransammlungen in bestimmten Organen sind Ödeme – z. B. als Lungenödem oder Hirnödem. Auch Wasseransammlungen, die sich in Form von Luftnot und Wasseransammlungen in den Beinen bei einer Herzinsuffizienz zeigen, gehören dazu!
Häufige Anzeichen eines peripheren Ödems (Wasseransammlung in den Unterschenkeln und Knöcheln, selten in den Armen oder Händen) sind:
- Das Bein/der Arm fühlt sich schwer an.
- Das Bein/der Arm sieht geschwollen aus.
- Beim Druck mit dem Daumen auf den Bereich entstehen Dellen.
- Kleidung und auch Schmuck sitzen plötzlich zu eng.
- Die Haut über den betroffenen Gebieten ist manchmal überwärmt/angespannt.
- Die Gelenke im betroffenen Bereich (z. B. am Fußgelenk) lassen sich schlechter bewegen.
Die Herzinsuffizienz mit ihren Wasseransammlungen zählt zu den gefährlichsten und teuersten Erkrankungen und ist verbunden mit regelmäßigen und häufigen Krankenhausaufenthalten und nicht selten auch mit einem raschen Tod (ca. 50 Prozent der Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz versterben innerhalb von 5 Jahren). Typisch dafür ist oft auch eine rasche Gewichtszunahme. Die eigentliche Ursache des Ödems rechtzeitig zu erkennen, ist für den weiteren Verlauf einer Erkrankung oft von entscheidender Bedeutung.
Patienten mit einem postthrombotischen Syndrom (Zustand nach einer Venenthrombose) oder Zeichen einer chronischen Venenschwäche und begleitendem Ödem könnten durch eine rechtzeitige und konsequente Therapie vor der Entwicklung von Unterschenkelgeschwüren mit entsprechenden Komplikationen (z. B. einem Erysipel, einer Infektion der oberen Hautschichten und der Lymphwege) bis hin zur Amputation geschützt werden.
Die rasche und konsequente Behandlung einer Herzschwäche mit Ödemen an den Beinen bzw. Zeichen einer Lungenstauung mit Luftnot könnte vielen Menschen einen immer wiederkehrenden Krankenhausaufenthalt ersparen.
Wie entsteht ein Ödem? Warum sammelt sich Wasser im Gewebe an?
Der Blutdruck in den Arterien sorgt dafür, dass das Blut in die entlegensten Regionen des Körpers bis in die kleinsten Gefäße (Kapillaren) fließt. Dem Blutdruck entgegengerichtet ist ein Druck, der durch die großen Eiweißmoleküle im Blut selbst entsteht (kolloidosmotischer Druck). Dieser bewirkt, dass Flüssigkeit, die vorher aus den arteriellen Kapillaren in den Zellzwischenraum (Interstitium) abgepresst wurde, wieder zurück in die Kapillaren fließt. Etwas Gewebewasser (ca. 2 Liter pro Tag) bleibt im Interstitium zurück.
Für das Aufrechterhalten des Eiweißdrucks in den Arterien (kolloidosmotischer Druck) ist vor allem das Bluteiweiß Albumin verantwortlich. Durch Unterernährung oder Eiweißverlust über die Niere oder auch bei Tumorerkrankungen kommt es zu einem Abfall des Eiweißdrucks in den Blutgefäßen und so zum Entstehen von Ödemen, also Wasseransammlungen im Gewebe.
Mögliche Ursachen für Wasseransammlungen im Körper (Ödeme)
- Niereninsuffizienz/Eiweißverlust über die Niere (nephrotisches Syndrom)
- Herzinsuffizienz
- nach Venenthrombose mit Stauung in den Beinen (postthrombotisches Syndrom)
- Lebererkrankungen
- Entzündungen
- allergisches, entzündliches Ödem (z. B. Quincke-Ödem im Gesicht)
- durch Medikamente verursachte Ödeme:
Wichtig zu wissen
Ödeme sind eine der häufigsten Diagnosen in der täglichen Praxis eines Arztes. Die Diagnose ist in der Regel rasch möglich – durch das Erheben der Krankengeschichte, eine gründliche körperliche Untersuchung und einige apparative Zusatzuntersuchungen (z. B. Röntgen der Lunge, Echokardiographie bei Herzinsuffizienz, Farbduplex-Sonographie bei Zustand nach Thrombose) sowie Laboruntersuchungen.
Eine konsequente Therapie (z. B. Entwässerungsmittel bei Herzinsuffizienz bzw. Kompressionsstrümpfe nach einer Thrombose) kann oft helfen, einen schlimmen Verlauf mit schweren Folgen zu verhindern, – und dies unabhängig vom Vorliegen eines Diabetes.
Dr. med. Gerhard-W. Schmeisl (Bad Kissingen) ist Internist sowie Facharzt für Diabetologie, Angiologie und Sozialmedizin und hat jahrzehntelange praktische Erfahrung in der Behandlung und Schulung von Menschen mit Diabetes in Praxis und Klinik. Er schreibt in der Diabetes-Anker-Rubrik „Medizin verstehen“ (vormals Diabetes-Kurs) über die Diabetes-Therapie und alles, was sonst noch mit dem Diabetes zusammenhängt.
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (3) Seite 30-32
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florahdo postete ein Update vor 2 Tagen, 15 Stunden
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 5 Tagen, 2 Stunden
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
moira postete ein Update vor 5 Tagen, 4 Stunden
Hallo!
Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
Ich wüsste gerne wie gut das klappt.- moira antwortete vor 4 Tagen, 6 Stunden
Ich meinte Liberty



