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Schöne und zarte Diabetikerhände
4 Minuten

Jeder Diabetiker kennt sie wohl: die verhornten Piksstellen an den Fingern. Bei den einen sind sie sehr dunkel und stark verhornt, bei anderen kaum sichtbar. Die oft zu Trockenheit neigende Diabetikerhaut braucht besondere Pflege, da sie im Vergleich zur Haut eines Stoffwechselgesunden noch zusätzlich malträtiert wird. Gerade im Winter wird die Haut, insbesondere die der Hände, besonders beansprucht. Feuchtigkeitsmangel, trockene Heizungsluft, draußen rauer Wind…diese und weitere Faktoren tragen schnell zu trockener Haut bei, Piksstellen verhornen zum Schutz der Haut eventuell mehr.
Gibt man bei google „trockene Haut Typ1 Diabetes“ ein, so erscheinen direkt zahlreiche Artikel zu Folgeerkrankungen. Ungefähr 20.800 Ergebnisse in 0,74 Sekunden. In vielen Artikeln stehen Tipps für die Pflege bei Folgeerkrankungen, aber nicht für die Pflege der „normalen, noch gesunden“ Diabetikerfinger und -hände. Die Haut mit Diabetesfolgeschäden braucht unbedingt eine spezielle Pflege, doch auch ohne Folgeschäden können wir unsere Haut gut behandeln.
Solange wir noch auf das konventionelle Messen angewiesen sind, werden wir unsere Hände intensiv pflegen müssen – zumindest, wenn sie das Stechen noch viele Jahre ertragen sollen. Meine Mama hat mich früher sehr konsequent zur Pflege aufgefordert und ich möchte meine Erfahrungen gerne mit euch teilen.
Was ist also wichtig für gesunde, gepflegte Diabetikerhände?
Wie immer: eine gute und stabile Blutzuckerlage, sprich wenige Schwankungen nach oben oder unten. Geht’s dem Stoffwechsel gut, geht’s uns gut. Klaro, doch es gibt noch mehr.
Für den Hausputz verwende ich Gummihandschuhe, um meine Hände vor dem Aufweichen und Austrocknen durch Wasser und Putzmittel zu schützen.
Bei der Stechhilfe sollte die geringste mögliche Stechtiefe eingestellt werden, um eine nicht sehr schmerzende Blutentnahme zu gewährleisten. Ebenso wichtig ist es, die feinst-mögliche Lanzette zu verwenden. Gerade in Krankenhäusern oder bei Ärzten werden hier immer noch verhältnismäßige „Klopper“ verwendet. Nach meinen Informationen sind die feinsten Lanzetten auf dem Markt mit einem Durchmesser von nur 0,20 mm (33 Gauge) erhältlich. Je nachdem, wie viel Hornhaut ihr an den Fingern habt, kann das durchaus schon reichen. Ich pikse seit über 20 Jahren mit einer so feinen Lanzette auf Stufe 1 meiner Stechhilfen – ohne Probleme.

Die feinste Lanzette und die geringste Stechtiefe bringt ohne regelmäßigen Lanzettenwechsel leider recht wenig. Nachdem ich mich früher so oft geweigert habe, wechsle ich jetzt regelmäßig jeden Abend meine Lanzetten. Obwohl ich längst volljährig bin und den Diabetes schon ewig an meiner Seite hab: ich bin immer noch stolz darauf. 😉
Gegen Piksstellen hilft mir auch der Wechsel der Stechstellen viel: Hier gibt es mehr als nur den Finger. Ich messe häufig am Handballen oder am Unterarm. Damit ich dort anständig Blut abzapfen kann, verwende ich dort eine andere Stechhilfe. Diese hat eine durchsichtige Kappe und ein größeres Durchstechloch, sodass ich sehen kann, wie viel Blut schon ausgetreten ist. Die Kappen liegen den meisten dafür geeigneten Stechhilfen schon bei.

Das Messen an alternativen Stellen wird allerdings nur empfohlen, wenn man keine großen Blutzuckerschwankungen erwartet. Das aktuellste Blut für den Blutzucker sei (so haben mir das mehrere Ärzte erklärt) in den Händen; im Arm könnten Verzögerungen des Blutzuckers von bis zu 30 Minuten auftreten. Ich habe mehrere Testmessungen durchgeführt und kann dies für mich nicht bestätigen. Als Vorsichtsmaßnahmen habe ich für mich folgende Regelung gefunden: Ich messe immer nicht an den Alternativstellen, wenn ich ein Unterzuckerungsgefühl habe.
Eine weitere Alternativstelle ist das Ohrläppchen, dieses nutze ich selbst nicht zum Messen und kann deshalb keine Tipps dazu geben.
An den Fingern messe ich übrigens nicht an Zeigefinger oder Daumen, da dort die meisten Nerven zusammenlaufen und es deshalb weh tun kann. Medizinisch gesehen, sollten diese beiden Finger auch geschont werden, da beide Finger extrem hilfreich bei der Motorik im Alltag sind und deshalb nicht mehr als nötig beansprucht werden sollten. Ein guter Tipp, den ich mal bekommen habe: beide Hände aufeinanderlegen und dort, wo Stellen an der Fingerbeere frei bleiben, lässt sich gut messen. Ob daher die Merkel-Geste kommt?! Sprich: nicht mittig, sondern seitlich. Empfinde ich auch als weniger schmerzintensiv und das Blut lässt sich gut ausstreichen.
Abhilfe bei Piksstellen schaffen?
Piksstellen lassen sich gut mit einem Bimsstein behandeln…vorsichtig abreiben und danach auf jeden Fall eincremen! Gutes Stichwort! Eincremen: Meine Hände creme ich regelmäßig ein. Tagsüber ab und zu mit einer leichten Handcreme. Sehr konsequent auch jeden Abend vor dem Schlafengehen. Mein Geheimtipp: Fußcreme wirkt bei mir wahre Wunder! Seit meiner Reise auf dem Jakobsweg, für den ich meine Kosmetiksachen sehr minimalistisch packen musste, verwende ich sogar Hirschtalg. Meine trockenen Stellen sind kaum mehr da und meine Piksstellen sind weich und geschmeidig. Zusätzlich massiere ich die Creme in die Fingerspitzen gründlich ein.
Mein Ritual mit Lanzettewechseln und Eincremen kostet mich täglich zwei Minuten. Es lohnt sich, denn so sieht meine Lieblingsmessstelle aus:

Bitte denkt daran: Diese Tipps können bei Problemen mit der Haut nicht den Besuch bei einem Hautarzt ersetzen.
Literaturtipps
http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=38675
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florahdo postete ein Update vor 4 Tagen, 19 Stunden
Hallo zusammen, ich arbeite gerade an einer Seminararbeit zum Thema „Die Behandlung von Typ-1-Diabetes mit CRISPR/Cas“ (eine Methode der Gentechnik). Dazu habe ich eine Umfrage erstellt und suche dafür Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einige Fragen beantworten könnten zu ihrer Einstellung gegenüber dem Einsatz dieser Technologie zur Behandlung von Typ-1-Diabetes. Die Umfrage ist vollständig anonym und dauert etwa 5 Minuten, sie richtet sich ausschließlich an Menschen mit Typ-1-Diabetes. Es würde mir enorm weiterhelfen, wenn sich Teilnehmer finden würden!
Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
moira postete ein Update vor 1 Woche
Hallo!
Hat schon jemand die liberal Funktion bei der ypsopump app ausprobiert?
Ich wüsste gerne wie gut das klappt.- moira antwortete vor 6 Tagen, 10 Stunden
Ich meinte Liberty





Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?