- Aus der Community
Typ 1, Typ 2, Typ 3, wie viele Typen kann man mit Diabetes eigentlich haben?
3 Minuten
Man lernt in der Schule grob, dass Diabetes von zu viel ungesunder Ernährung kommt. Und wird sogar falsch informiert mit der Aussage: „Wer Diabetes hat, hat früher zu viel Süßes gegessen.“ Und wenn man ganz aufmerksam war, dann weiß man noch, dass es zwei Typen gibt. Den „guten“ und den „schlechten“. Und wir Menschen mit Diabetes ärgern uns natürlich total, wie ungebildet die Menschen um uns herum eigentlich sind.
Darf ich ehrlich sein? Ich bin 20 Jahre rumgelaufen in dem Glauben, ich hätte Typ-1-Diabetes, bis mir ein Arzt zufällig (nicht mein behandelnder Diabetologe) erklärt hat, dass meine Art der Erkrankung zum Typ 3 gehört.
Ein übermotiviertes Pankreas
Kurze Side Story zu meinem „Typ 3“: Die, die mich kennen, wissen, dass ich sehr viel Energie habe, und fragen mich oft, wie man immer so motiviert sein kann. Ich glaube, das liegt bei mir in den Genen, denn meine Bauchspeicheldrüse war mindestens genauso motiviert. Ich weiß nicht, ob sie eine Wette am Laufen hatte, aber ihr Motto war definitiv „Challenge accepted!“. Ich bin als Baby mit einem übermotivierten Pankreas auf die Welt gekommen, oder für die Kreuzworträtsel-Fans unter euch: Nesidioblastose. Auch Hyperinsulinismus genannt. Keine Sorge, meine Ärzte (Diabetologen) konnten mit dem ersten Wort auch nichts anfangen, scheint also ziemlich special zu sein. So fancy, dass die Ärzte in den 90ern völlig überfordert damit waren und gar nicht so viel Glukose in meine Baby-Venen injizieren konnten. Mein Pankreas war schneller. Deshalb, kurz und schmerzlos: Dat Ding muss raus, sonst war’s das. Also war ich an Tag 12 stolze Nicht-mehr-Besitzerin eines Pankreas und laufe seitdem mit XXL-Narbe am Bauch und Diabetes durch die Welt. Ich bin dem gesamten Team von damals natürlich unendlich dankbar! Das war eine Wahnsinns-Leistung, die mit Sicherheit auch anders hätte ausgehen können.
20 Jahre nichts ahnend
Back to the roots. Okay, cool, dann nach 20 Jahren Typ 1 jetzt dann eben Typ 3. Geändert hat sich seitdem nichts, außer dass ich wesentlich aufmerksamer geworden bin. Seit ich auf Instagram unterwegs bin, habe ich von so vielen weiteren Arten gehört, wie Gestationsdiabetes, Mody und wenn ich einen anderen Arzt frage, findet er bestimmt eine neue Bezeichnung für meinen. Mir ist bewusst, dass Ärzte nicht jegliches Wissen abdecken können. Aber, dass mich in meiner 20-jährigen Laufbahn kein Diabetologe aufgeklärt hat?! Interesting. Mitunter ein Grund, warum ich Gesundheitscoach für die T1-Ds bin. Ärzte sind natürlich super wichtig für eine erfolgreiche Therapie, haben aber in der Praxis meist nicht so viel Zeit für uns und gehen, wenn wir einen gestressten Arzt erwischen, auch wirklich wenig auf uns ein. Das ist nicht unbedingt ihnen verschuldet, sondern dem System, da ein Arzt pro Tag auch so und so viele Patienten braucht, um weiterhin Arzt sein zu können.
Ich bin mehrere Jahre mit top HbA1c (5,5%) rumgelaufen, bis ich nach der Pubertät selber festgestellt habe, dass ich auch dementsprechend 30% Unterzucker hatte und wahrscheinlich genauso viele Highs. Nice. Nach dieser Reihe an BZ-Ups and -Downs sowie psychischen Ups and Downs dachte ich mir: „HALT STOPP“ War natürlich nicht einfach, sich einzugestehen, dass die BZ-Werte die letzten Jahre fälschlicherweise gelobt wurden und alles andere als nice waren.
Verantwortung selbst übernehmen
Hier merkt man allmählich, dass nicht nur die Menschen ohne Diabetes unwissend sind. Die Ärzte können unwissend sein und sogar man selbst weiß manchmal gar nicht so recht, was im eigenen Körper eigentlich passiert. Weil man es nicht wissen will oder weil einem die Werkzeuge dazu fehlen? Das muss jeder selbst für sich herausfinden. Auf jeden Fall sollte man die Verantwortung für seinen Typ selbst übernehmen und sich darüber bewusst sein, dass man es selbst in der Hand hat.
Ich bin froh, dass ich zwar mit etwas Verspätung noch die Kurve gekriegt habe und meine Werte seitdem nicht mehr aussehen wie Europapark 2.0. Sie sind ruhig und stabil wie mein Nervenkostüm heutzutage. Harte Arbeit, aber hat sich gelohnt. Seitdem achte ich sehr viel mehr auf meinen Körper, höre ihm zu und gebe mein Bestes, mich gut um ihn zu kümmern. Denn wenn ich schon unwissend bin, wie sollen andere dann einen Plan davon haben, womit ich es zu tun habe?
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bloodychaos postete ein Update vor 6 Tagen, 4 Stunden
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55 -
sayuri postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
Liebe Grüße
Sayuri

Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGM
Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.