Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Dosis-Berechnung!

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© Kirchheim/Frank Schuppelius
Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Dosis-Berechnung!

Sie wollen mal wieder Ihre Blutzuckereinstellung bzw. Ihre Insulintherapie überprüfen? Wichtig ist, dass Sie zunächst Ihre Basalrate testen

Nach dem Essen: Blutzucker messen!

Hierfür sollten Sie mehrfach nach dem Essen

Liegt der Wert nach dem Essen

Passt der Spritz-Ess-Abstand?

Es ist auch sinnvoll, den

Insulinempfindlichkeit ändert sich

Die Insulinempfindlichkeit ist über den Tag verschieden. Meist ist der BE/KE-Faktor morgens am höchsten, mittags am niedrigsten und abends in einem Bereich dazwischen – etwa im Verhältnis 3 : 1 : 2. Dabei kommt es auch auf die individuelle Empfindlichkeit, die Diabetesdauer und den Wirkgipfel des verwendeten Basalinsulins an. Gegen 0 bis 2 Uhr ist man in der Regel sehr insulinempfindlich, so dass der Essens- und Korrektur-Insulinbedarf dann meist sehr niedrig ist – und Sie entsprechend vorsichtig Insulin dosieren sollten.

Vor allem bei auffälligen Blutzucker-Nüchternwerten wären gelegentliche nächtliche Blutzuckermessungen (23 bis 3 Uhr) ratsam – denn sehr hohe Werte morgens können für eine Gegenregulation durch eine Unterzuckerung in der Nacht sprechen. Die Nüchternwerte sollten nicht unter 100 mg/dl (5,6 mmol/l)liegen.

Der

Auch um Eiweiß und Fett zu verarbeiten, bedarf es etwas Insulin

Erfahrungsgemäß liegt der Insulinbedarf bei Typ-1-Diabetikern morgens bei etwa 1,5 bis 3 Einheiten pro BE/KE, mittags bei 1 bis 1,5 Einheiten und abends bei 1,5 bis 2 Einheiten. Um Eiweiß und Fett aus der Nahrung zu verarbeiten, braucht der Körper zwar viel weniger, aber ebenfalls etwas Insulin, was oft vergessen wird – nämlich 0,3 bis 0,5 Einheiten pro 100 kcal (pro Kilokalorien, nicht pro BE/KE!).

Eine Berücksichtigung ist bei der

Der Blutzuckeranstieg nach den Mahlzeiten hängt jedoch nicht nur von der Menge der gegessenen Kohlenhydrate ab, sondern auch von deren Art und Zubereitung: Nudeln, Kartoffeln, Reis oder bestimmte Obstsorten (Apfel, Birne) lassen den Blutzucker langsam ansteigen. Dagegen führen Obstsäfte oder z. B. Kartoffelbrei und weißes Brot zu einem raschen Anstieg des Blutzuckers nach den Mahlzeiten.

Korrekturinsulin: Überprüfung der Korrekturregeln

Beim Überprüfen der Korrekturregeln prüft man, ob die Insulindosis, die man ausschließlich zum Senken eines erhöhten Blutzuckerwertes spritzt (ohne gleichzeitigen Einfluss von Insulin zu einer Mahlzeit) stimmt. Dazu wird 2 bis 3 Stunden nach der Insulingabe der Blutzucker erneut gemessen.

Korrekturfaktoren

1 Einheit kurzwirkendes Insulin (Normalinsulin oder kurzwirkendes Insulinanalogon) senkt den Blutzucker je nach individueller Insulinempfindlichkeit und Tageszeit etwa um 20 bis 60 mg/dl (1,1 bis 3,3 mmol/l). 1 BE/KE hebt den Blutzucker normalerweise um etwa 20 bis 60 mg/dl (1,1 bis 3,3 mmol/l).

Achtung nachts!

Ist eine Korrektur des Blutzuckers vor dem Schlafengehen erforderlich, sollte man sich gelegentlich einige Stunden nach der Korrektur den Wecker stellen – so können Sie den dann vorliegenden Blutzucker testen, um eine Unterzuckerung in der frühen Nachtphase zu vermeiden.

Zu niedrig? Schwankend? Regelmäßige Tests helfen!

Extrem niedrige HbA1c-Werte sind häufig Ausdruck wiederkehrender schwerer Unterzuckerungen – manchmal ausgelöst durch häufiges Korrigieren erhöhter Blutzuckerwerte zwischendurch! Langfristig kann sich eine Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörung entwickeln. Außerdem sind starke Blutzuckerschwankungen extrem schlecht bei bereits bestehender

Das regelmäßige Durchführen von Basalratentests und Überprüfen der BE/KE-Faktoren hilft, solche Situationen zu vermeiden. Und: Eine möglichst gleichmäßige Blutzuckereinstellung mit Berechnung der Basalrate und der prandialen Insulindosis ist nur möglich durch eine gewissenhafte Dokumentation von Blutzuckerverläufen – auch unter besonderen Situationen wie akuten Erkrankungen, körperlicher Aktivität, Stress und Alkoholeinfluss.


Dr. Gerhard-W. Schmeisl, Bad Kissingen

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  • moira postete ein Update vor 4 Tagen, 14 Stunden

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

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