- Aus der Community
Von Abschlüssen und Anfängen
3 Minuten
Mein Diabetes hatte es mit meinem Studium noch nie leicht. Von jetzt auf gleich habe ich vor etwas mehr als 3 Jahren beschlossen, in Darmstadt Online-Journalismus zu studieren. Nachdem ich es irgendwie (wahrscheinlich durch ein Wunder) geschafft habe, einen Platz in dem ziemlich kleinen Studiengang zu bekommen (pro Jahr dürfen dort nur etwa 50 Leute studieren), musste ich so schnell wie möglich eine Wohnmöglichkeit finden und quasi in einer Nacht-und-Nebel-Aktion umziehen. Ehe ich das Wort „Hochschule“ überhaupt nur buchstabieren konnte, saß ich also in einer fremden WG in einer fremden Stadt in einem fremden Bundesland.

Während meiner Studienzeit hatte ich fast immer anderes im Kopf als meinen Diabetes. Dass ich regelmäßig den Blutzucker-Jackpot mit 300 mg/dl (16,7 mmol/l) aufwärts geknackt habe, war mir egal. Nicht einmal mein (wirklich toller) Diabetologe konnte mich dazu bewegen, besser auf meine Gesundheit achtzugeben. Wichtiger war mir, mein Studium zu bestehen – egal, wie –, damit bisher nicht alles umsonst war. Denn so schrecklich ich meine Schulzeit fand, so toll fand ich mein Studium. Endlich durfte ich das lernen, was mich interessierte – Schreiben, Fotografieren, Filmen. Endlich keine Einzelkämpfe mehr mit Mathe und Physik.
Das Chaos – und ich mittendrin
Momentan schreibe ich meine Bachelor-Arbeit. Quasi die letzte große Hürde vor meinem Abschluss, bevor ich mich offiziell als Online-Journalistin bezeichnen darf.
Wer nun ein Wunder in Form eines Blutzucker-Happy-Ends erwartet, den muss ich leider enttäuschen. Denn gerade jetzt, kurz vor Ende meines Studiums, ist es bei mir noch schlimmer als sonst. Momentan sieht mein Blutzucker-Tagebuch genauso chaotisch aus wie mein WG-Zimmer, denn ich werde bald umziehen. Ich hatte das Glück, noch vor meinem Studienabschluss einen gut bezahlten Job in München zu finden. Nur eben über 400 km entfernt von meinem derzeitigen Wohnort. Also muss ich jetzt Koffer, Kisten und Kartons packen und mit allem Drum und Dran den Wohnort wechseln. Nur die Wohnung dafür muss ich erst mal finden. Und das ist gar nicht so einfach, wenn man nicht mal eben zu einer Besichtigung fahren kann. Ganz zu schweigen davon, dass mir für das teure Münchner Pflaster eigentlich das Geld fehlt. Aber eine WG kommt für mich nicht in Frage, denn das hatte ich schon die letzten 8 Jahre. Und irgendwann reicht es mir damit auch, denn Wohngemeinschaften können schon ziemlich stressig sein. Und Stress ist ja nie gut – schon gar nicht für den Blutzucker.
An der Pumpe liegt es nicht
Denn bei Stress steigt mein Blutzucker gerne mal in unermessliche Höhen. Und das merke ich zurzeit besonders. Ich habe das Gefühl, ich spritze mein Insulin ins Nirwana – es scheint, als käme es nie in meinem Körper an. Und das liegt sicher nicht an meiner Insulinpumpe, denn die funktioniert tadellos. Das habe ich mehrfach getestet. Genauso wie ich den Pumpenkatheter, -schlauch und das Insulin schon mehrfach gewechselt habe. Daran kann es also nicht liegen.
Irgendwann habe ich es schließlich auch aufgegeben, eine neue Basalrate zu programmieren. Wie auch, wenn nicht mal die Basalratentests richtig funktionieren? Ich hoffe nun einfach darauf, dass es sich nach dem ganzen Stress wieder von selbst einpendelt.
Nachtrag: 6 Wochen später
Meinen Bachelor habe ich endlich und trotz katastrophaler Werte bestanden – sogar mit einer guten Note. Es ist zwar keine Eins, aber ich will nicht meckern. Das wäre schließlich Jammern auf sehr hohem Niveau. Ich habe meinen Bachelor. Ich habe mein Studium abgeschlossen. Meine gehasste Schulzeit hat sich gelohnt. Und darüber freue ich mich jetzt einfach.
Meine Werte sind inzwischen wieder handzahm, anscheinend hat sich die Basalrate wirklich wieder von selbst eingependelt. Eine gute Seele hat sich außerdem dazu bereit erklärt, mir ihre Münchner Wohnung zu vermieten. 49 Quadratmeter ganz für mich allein. Sieben Jahre Wohn- und Flurgemeinschaften haben nun auch endlich ein Ende und meinem Umzug steht nichts mehr im Weg. Ein Happy End kommt also doch nicht nur im Märchen vor.
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diahexe postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo, ich habe mal eine Frage. Was macht ihr mit euren “Altgeräten”? Bei mir haben sich diverse Pumpen, BZ Messgerät, Transmitter usw angesammelt. Die Krankenkasse möchte sie nicht zurück, wegwerfen wäre zu schade. Kennt jemand eine Organisation, die diese Geräte annimmt?
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ckmmueller postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen
Ich habe ein Riesenproblem mit den Sensoren Guardian 4 von Medtronic. Es klappt nicht. Transmitter neu, aber auch das hilft nicht. Fast jeder Sensor braucht 2 Stunden, normale Wartezeit, dann beginnt er zu aktualisieren …. Nix passiert, außer das mein BZ unkontrolliert ansteigt. Vorletzte Woche über 400, letzte Woche hatte ich BZ 510 – ein Wert, den ich über 25 Jahre nicht mehr hatte. Ich bin sehr verzweifelt, weil es mit CGM von Medtronic nicht funktioniert. Gerade warte ich mal wieder darauf, dass der neue Sensor arbeitet. Heute habe ich mich über ChatGPT über andere Pumpen und Sensoren informiert. Tandem und Dexcom 7 soll gut sein und die Wartezeit des Sensors braucht nur 30 minuten. Kennt sich jemand damit aus? Hat ähnliche Probleme mit Medtronic wie ich? Dank für Antworten / Infos
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diahexe antwortete vor 1 Woche
Hallo, ich habe ein ähnliches Problem gehabt. Samstags neuen Sensor gesetzt, hat nach 2 Stunden aktualisiert, lief dann ein paar Stunden, wieder aktualisiert und dann aufgefordert den Sensor zu wechseln. Bis Montag hatte ich dann 4!Sensoren verbraucht. Habe dann einen neuen Transmitter geben lassen und eine völlig neue Einstichstelle gewählt. Danach ging es. Mein neustes Problem ist, dass sich meine Pumpe und mein Smartphone dauernd entkoppelt und sich dann stundenlang nicht mehr koppeln lassen. Manchmal muss ich dann die App neu laden bis es wieder funktioniert.
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anseaticids postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Wenn eine Diabetesdiagnose in eine Familie kommt, steht oft erst einmal alles Kopf.
Besonders für Kinder bedeutet sie eine enorme Veränderung und für Eltern die tägliche Sorge: „Wird mein Kind in der Kita oder Schule gut begleitet? Ist es sicher? Kann es trotz Diabetes unbeschwert Kind sein?“
Genau aus diesen Fragen heraus ist Hanseatic Kids entstanden: ein Herzensprojekt, das Kindern mit Diabetes im Alltag Sicherheit gibt und Familien entlastet.
Wir möchten dafür sorgen, dass kein Kind aufgrund seines Diabetes auf Ausflüge, Spielzeiten oder Schulaktivitäten verzichten muss. Unsere Begleiterinnen und Begleiter sind speziell geschult und unterstützen
individuell: beim Blutzuckermanagement, in Notfallsituationen, im Unterricht oder auf dem Pausenhof.So können Kinder lernen, wachsen und
selbstständig werden und Eltern wissen, dass ihr Kind gut aufgehoben ist.
Unsere Mission ist einfach:✔ Kindern Sicherheit geben
✔ Familien den Alltag erleichtern
✔ Kita- und Schulteams entlasten
✔ und vor allem: jedes Kind dabei unterstützen, frei und unbeschwert aufzuwachsen, trotz Diabetes.Gerade in den ersten Wochen nach der Diagnose oder wenn Unsicherheiten bestehen, sind wir an der Seite der Familien. Gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Fachpersonal schaffen wir ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und ohne Angst lernen können.
Dieses Projekt ist für uns mehr als Arbeit, es ist eine Herzensangelegenheit. Jedes Kind hat das Recht auf Teilhabe, Freude und Freiheit. Wir möchten dazu beitragen, dass dies Wirklichkeit wird.
Wer mehr über unsere Arbeit erfahren oder Unterstützung anfragen möchte, kann sich jederzeit melden:
📧 moin@hanseatic-kids.de
📞 040 851 59 747



Liebe diahexe,
Du könntest dazu mal bei „Insulin zum Leben“ nachfragen. Das ist ein gemeinnütziger Verein, der vornehmlich Insulin, das hierzulande nicht mehr benötigt oder verwendet wird, in Weltregionen schickt, in denen großer Bedarf dafür herrscht. Soweit mir bekannt ist, nehmen die auch viele Diabetes-Hilfsmittel an. Hier findest Du die Website: https://www.insulin-zum-leben.de/
Viele Grüße
Gregor aus der Diabetes-Anker-Redaktion
@gregor-hess: Vielen lieben Dank. Ich hatte schon beim Roten Kreuz nachgefragt, die wollten allerdings die BZ Messgeräte nicht, angeblich wären sie zu alt (5 Jahre), obwohl es die Geräte genauso noch gibt und sie einwandfrei funktionieren.