Unterzuckerungen: Die Angst vor akuten Komplikationen – wann gegensteuern?

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Unterzuckerungen: Die Angst vor akuten Komplikationen – wann gegensteuern? | Foto: deagreez - stock.adobe.com
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Unterzuckerungen: Die Angst vor akuten Komplikationen – wann gegensteuern?

Respekt oder sogar Angst vor akuten Komplikationen wie Unterzuckerungen ist normal und nützlich. Sie schützt davor, leichtsinnig mit seinem Diabetes und damit seiner Gesundheit umzugehen. Übersteigt die Angst aber das Maß des Normalen und schränkt das Alltagsleben der Betroffenen ein, ist es sinnvoll, dass sie gegensteuern. Das Diabetes-Team, und vor allem diabetologisch ausgebildete Psychologen, können dabei unterstützen – und den Weg zurück in ein normales Leben bahnen.

Ängste im Zusammenhang mit dem eigenen Diabetes – es gibt wohl kaum eine betroffene Person, die sie nicht kennt. Und auch, wenn die „Angst“ sich unangenehm anfühlt, ist sie zunächst ziemlich normal und nützlich, sogar überlebenswichtig.

Wer sich beispielsweise nicht im Geringsten vor Ketoazidosen oder Folgeerkrankungen des Diabetes fürchtet, wird eher wenig Motivation haben, Blutzuckerwerte weit oberhalb des Normbereichs zu verhindern oder für einen insgesamt gesunden Lebensstil zu sorgen. Manchmal sind Diabetes-bezogene Ängste jedoch so ausgeprägt, dass sie das eigene Verhalten stark einschränken. Dies geht in der Regel mit einem hohen Leidensdruck einher.

Zu tiefe Werte machen Angst

Nicht nur zu hohe Blutzuckerwerte sind ein häufiger Grund zur Besorgnis. Einige Menschen mit Diabetes sind ängstlich oder besorgt hinsichtlich möglicher Hypoglykämien (Unterzuckerungen). Auch diese Ängste oder Sorgen sind zunächst nicht unbedingt übertrieben. Sie ergeben sich vielmehr aus einem realistischen Leidensdruck, den eine Hypoglykämie mit sich bringt, bzw. aus dem realen Risiko, das eine Hypoglykämie darstellen kann:

  • Zum einen erleben Betroffene bei Hypoglykämien teils ausgeprägte, unangenehme körperliche Symptome. Zu ihnen zählen z. B. Zittern, Schwitzen, Herzrasen und Schwindel. Möglich sind auch Benommenheit, Konzentrationsprobleme, Seh- und Sprachstörungen oder Stimmungs- und Verhaltensveränderungen.
  • Zum anderen kann eine Hypoglykämie schlimmstenfalls zu Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit führen, sodass mit einem erhöhten Unfallrisiko gerechnet werden muss. Daher ist es zunächst nachvollziehbar und sogar sinnvoll, wenn Menschen mit Diabetes das Auftreten von Hypoglykämien verhindern möchten.

Erlebte Unterzuckerungen steigern Angst

Klinisch relevante Hypoglykämie-Ängste sind gekennzeichnet durch die übermäßige Beschäftigung mit und Sorge vor eventuell auftretenden Unterzuckerungen. Für das Entstehen von Hypoglykämie-Ängsten gibt es unterschiedliche Erklärungen: Oft entstehen Ängste, nachdem vorher eine oder mehrere ausgeprägte Hypoglykämien erlebt wurden, bei denen ggf. sogar Fremdhilfe nötig wurde. In anderen Fällen sind belastende Hypoglykämie-Erfahrungen von anderen Menschen mit Diabetes die Grundlage für eine Angst vor Unterzuckerungen.

In der Folge zeigen Betroffene oft Sicherheits- und Vermeidungs-Verhalten, wie übermäßig häufige Blutzucker-Selbstkontrollen oder die Einschränkung von Bewegung oder Alltags-Aktivitäten. Außerdem halten sie ihren Blutzucker bewusst auf einem erhöhten Niveau, indem sie die Insulindosis absichtlich reduzieren. Dies kann wiederum zu einer Gewöhnung an hohe Blutzuckerwerte und eine dadurch veränderte Hypoglykämie-Wahrnehmung führen.

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