- Behandlung
Unterzuckerungen: Die Angst vor akuten Komplikationen – wann gegensteuern?
3 Minuten
Respekt oder sogar Angst vor akuten Komplikationen wie Unterzuckerungen ist normal und nützlich. Sie schützt davor, leichtsinnig mit seinem Diabetes und damit seiner Gesundheit umzugehen. Übersteigt die Angst aber das Maß des Normalen und schränkt das Alltagsleben der Betroffenen ein, ist es sinnvoll, dass sie gegensteuern. Das Diabetes-Team, und vor allem diabetologisch ausgebildete Psychologen, können dabei unterstützen – und den Weg zurück in ein normales Leben bahnen.
Ängste im Zusammenhang mit dem eigenen Diabetes – es gibt wohl kaum eine betroffene Person, die sie nicht kennt. Und auch, wenn die „Angst“ sich unangenehm anfühlt, ist sie zunächst ziemlich normal und nützlich, sogar überlebenswichtig.
Wer sich beispielsweise nicht im Geringsten vor Ketoazidosen oder Folgeerkrankungen des Diabetes fürchtet, wird eher wenig Motivation haben, Blutzuckerwerte weit oberhalb des Normbereichs zu verhindern oder für einen insgesamt gesunden Lebensstil zu sorgen. Manchmal sind Diabetes-bezogene Ängste jedoch so ausgeprägt, dass sie das eigene Verhalten stark einschränken. Dies geht in der Regel mit einem hohen Leidensdruck einher.
Zu tiefe Werte machen Angst
Nicht nur zu hohe Blutzuckerwerte sind ein häufiger Grund zur Besorgnis. Einige Menschen mit Diabetes sind ängstlich oder besorgt hinsichtlich möglicher Hypoglykämien (Unterzuckerungen). Auch diese Ängste oder Sorgen sind zunächst nicht unbedingt übertrieben. Sie ergeben sich vielmehr aus einem realistischen Leidensdruck, den eine Hypoglykämie mit sich bringt, bzw. aus dem realen Risiko, das eine Hypoglykämie darstellen kann:
- Zum einen erleben Betroffene bei Hypoglykämien teils ausgeprägte, unangenehme körperliche Symptome. Zu ihnen zählen z. B. Zittern, Schwitzen, Herzrasen und Schwindel. Möglich sind auch Benommenheit, Konzentrationsprobleme, Seh- und Sprachstörungen oder Stimmungs- und Verhaltensveränderungen.
- Zum anderen kann eine Hypoglykämie schlimmstenfalls zu Krampfanfällen und Bewusstlosigkeit führen, sodass mit einem erhöhten Unfallrisiko gerechnet werden muss. Daher ist es zunächst nachvollziehbar und sogar sinnvoll, wenn Menschen mit Diabetes das Auftreten von Hypoglykämien verhindern möchten.
Erlebte Unterzuckerungen steigern Angst
Klinisch relevante Hypoglykämie-Ängste sind gekennzeichnet durch die übermäßige Beschäftigung mit und Sorge vor eventuell auftretenden Unterzuckerungen. Für das Entstehen von Hypoglykämie-Ängsten gibt es unterschiedliche Erklärungen: Oft entstehen Ängste, nachdem vorher eine oder mehrere ausgeprägte Hypoglykämien erlebt wurden, bei denen ggf. sogar Fremdhilfe nötig wurde. In anderen Fällen sind belastende Hypoglykämie-Erfahrungen von anderen Menschen mit Diabetes die Grundlage für eine Angst vor Unterzuckerungen.
In der Folge zeigen Betroffene oft Sicherheits- und Vermeidungs-Verhalten, wie übermäßig häufige Blutzucker-Selbstkontrollen oder die Einschränkung von Bewegung oder Alltags-Aktivitäten. Außerdem halten sie ihren Blutzucker bewusst auf einem erhöhten Niveau, indem sie die Insulindosis absichtlich reduzieren. Dies kann wiederum zu einer Gewöhnung an hohe Blutzuckerwerte und eine dadurch veränderte Hypoglykämie-Wahrnehmung führen.
Dieser Text steht nur eingeloggten Community-Mitgliedern zur Verfügung.
Melde dich jetzt kostenlos an, um diesen Beitrag lesen zu können.
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Begleit-Erkrankungen
- Behandlung
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
stephanie-haack postete ein Update vor 6 Tagen, 13 Stunden
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 6 Tagen, 15 Stunden
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 6 Tagen, 13 Stunden
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-
-
moira postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
