- Behandlung
Diabetes-Anker-Podcast: Psychische Last durch Hyper- und Hypoglykämien und Umgang mit Glukoseschwankungen – mit Prof. Kulzer
Glukoseschwankungen sind nicht nur eine körperliche Herausforderung, sie sind auch eine psychische Last. In dieser Podcast-Folge erläutert Professor Bernhard Kulzer, Psychologe und langjähriger Diabetes-Forscher, die mentale Seite von Hyper- und Hypoglykämien – also von Über- und Unterzuckerungen – und beschreibt konkrete Lösungsansätze.
Im Gespräch mit Host Steffi Haack erklärt Prof. Dr. Bernhard Kulzer, was starke Glukoseschwankungen mit der Konzentration, der Stimmung und dem Gefühl von Kontrolle machen und warum Unterzuckerungen so häufig mit Angst verbunden sind. Der Leiter des Forschungsinstituts der Diabetes-Akademie Mergentheim (FIDAM) erklärt, warum eine hohe Glukosevariabilität das Diabetes-Management so schwierig macht und weshalb es sinnvoll ist, zunächst die Hypoglykämien in den Fokus zu nehmen, um wieder Stabilität zu gewinnen.
Aktuelle Podcast-Folge mit Prof. Dr. Bernhard Kulzer anhören
Thema ist auch der sogenannte Mental Load, die dauerhafte gedankliche Präsenz des Diabetes, die weder durch Technologie noch durch bewusstes Abschalten wirklich abnimmt. Im Gegenteil: Studiendaten zeigen, dass Menschen mit automatisierten Insulindosiersystemen (AID) teils mehr Zeit mit dem Diabetes beschäftigt sind als andere. Prof. Kulzer plädiert dafür, das eigene Körpergefühl nicht zugunsten technischer Hilfsmittel zu vernachlässigen.
Zum Abschluss gibt der Experte zwei konkrete Ansätze mit: eine konstruktive Fehlerkultur statt Schuld und Scham sowie die Bereitschaft, sich Unterstützung zu holen, sei es im Austausch mit anderen Betroffenen oder durch das Diabetes-Behandlungsteam.
Weiterführende Informationen
- Website des Forschungsinstituts Diabetes-Akademie Bad Mergentheim (FIDAM)
- Website der DDG-Arbeitsgemeinschaft „Diabetes & Psyche“
- Diabetes-Anker-Beiträge zum Thema:
- Unterzuckerungen: Die Angst vor akuten Komplikationen – wann gegensteuern?
- Ängste bei schwankenden Glukosewerten: die Kontrolle behalten
- Gründe für Blutzucker-Schwankungen: Darum gehen die Werte hoch und runter
- Wenn Zahlen und Daten stressen: Diabetes zwischen Vorgaben und Lebensqualität
- In den Kopf geschaut: Das Gehirn mag weder Hypo- noch Hyperglykämien
- Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli
- Community-Bereich auf dem Diabetes-Anker
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von Stephanie Haack und Redaktion Diabetes-Anker
Stephanie Haack ist Sozialwissenschaftlerin und Marketing-Expertin. Im Teenageralter wurde bei der Wahlberlinerin Typ-1-Diabetes diagnostiziert. Sie hat für mehrere gemeinnützige Institutionen und NGOs gearbeitet, seit 2024 ist sie Vorstandsmitglied bei diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und Projektmanagerin für den Diabetes-Anker.
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thomas55 postete ein Update vor 1 Woche
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Woche
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 5 Tagen, 20 Stunden
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen, 1 Tag
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]











