- Aus der Community
Von täglicher Zahlenakrobatik und verschwundenem Orangensaft
3 Minuten
Wann und was habe ich zuletzt gegessen, wie viel Insulin gegeben, wie wird mein Essen voraussichtlich weiter wirken, wie das Insulin? Wie verändert sich mein Zucker, wenn ich mich jetzt bewege? Habe ich alles eingepackt? Pens oder Pumpe und Zubehör, Insulin, Messgerät, Sensor, Notfallkohlenhydrate… Ach ja, und die Sachen, die sonst jeder Mensch auch so braucht? Handy, Portemonnaie, Schlüssel, Maske? Okay, dann kann der Tag beginnen.

Von genau so einem Tag im Diabetes-Leben und all den Dingen, die dabei schiefgehen können, haben die 16 Menschen erzählt, mit denen ich während meiner Zeit in Schottland gesprochen habe. Dabei wurde immer wieder klar: Diabetes ist einfach unglaublich viel Denkarbeit, die ganz schön anstrengend werden kann und die vor allem Menschen ohne Diabetes nur ganz schwer nachvollziehen können. In diesem Post teile ich ein paar dieser Erfahrungen und vor allem einen tollen Comic, den Alex Lorson (Insta: @lordysart) gezeichnet hat – der zeigt einen Arbeitstag von Lily, einer jungen Ärztin. Lasst euch überraschen. 😊

Immer alles mitdenken müssen
Lavina, die mit Ende 40 schon über 35 Jahre Diabetes-Erfahrung hat, beschreibt das so: „Stell dir vor, du sitzt da und unterhältst dich mit deinen Freunden, aber du weißt, dass du gleich los musst, irgendwas machen, vielleicht spazieren, Sport machen, arbeiten, Auto fahren. Und sofort geht die Rechenmaschine in deinem Kopf an: „Okay, ich brauche ungefähr einen Zucker von X, damit ich diese Aktivität machen kann. Muss ich dafür noch was essen oder spritzen, oder geht das so?“ All das läuft innerhalb von Sekundenbruchteilen in deinem Kopf ab, aber es ist da – während du dich eigentlich unterhältst.“
Und Emma, Anfang 20 und seit mehr als 10 Jahren mit Diabetes unterwegs, fügt hinzu: „Manche Menschen sehen, wie ich meinen Zucker messe oder etwas an der Pumpe eingebe und sagen erstmal: ‚Ah, du hast Diabetes, also musst du ab und an messen und was spritzen? Das geht ja eigentlich, oder?‘ Wenn ich sie kritisch anschaue, fragen sie mich dann manchmal, was es tatsächlich bedeutet, mit Diabetes zu leben. Wenn mir danach ist, frage ich sie: ‚Hast du ein paar Minuten Zeit? Okay, dann kommt hier die Bio-Einführungs-Vorlesung und was das für mich im Alltag heißt.‘ Die meisten Leute sind dann schon vom Zuhören völlig überfordert und können sich kaum vorstellen, dass ich das so jeden Tag, jede Stunde, einfach ständig machen muss.“

Statt langer Erklärungen: Comics teilen 😊
Damit Emma – und jeder für uns, denn irgendwie sind wir alle ein bisschen Emma – das nicht immer alles erklären muss, hat Alex Lorson die Geschichte von Lily, einer jungen Ärztin, in einen Comic verwandelt, der genau das aufgreift. Lily ist Ende 20 und erzählt: „Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit und am Lenker habe ich eine kleine Tasche, in der ich ein Päckchen Orangensaft immer griffbereit habe. Das ist super, falls ich unterwegs zu tief bin – da komme ich sogar im Fahren dran. Jedenfalls lasse ich mein Fahrrad auf der Arbeit immer im Fahrradschuppen stehen. Eines Tages hat doch tatsächlich jemand meinen Orangensaft geklaut! Ich war völlig baff und hätte am liebsten draufgeschrieben – auf den nächsten natürlich, der hier war ja weg – ‚Das ist lebensrettender medizinischer Orangensaft! Bitte nicht entfernen!‘“

Wie ist das bei euch? Wir erklärt ihr den Menschen um euch herum, was Diabetes für euch bedeutet? Und was war euer verrücktestes Diabetes-Erlebnis?
Weitere Comics von Mirjam findet ihr hier:
„Meine Freundin hat mir das Leben gerettet“
„Neee, ich hab den Kuchen nur angeschaut und davon ist mein Zucker hoch gegangen…“
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stephanie-haack postete ein Update vor 3 Wochen
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 3 Wochen
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 3 Wochen
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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moira postete ein Update vor 1 Monat
Hallo! Ich fahre in den Ferien nach Paris und möchte gerne auf den Eiffelturm steigen. Mein Mann macht sich deshalb große Sorgen, weil die Treppe schon sehr lang ist.
War jemand schon mal dort und hat den einen oder anderen Tipp?
