- Aus der Community
Warum wird #WeAreNotWaiting gerade zu #WeAREwaiting???
4 Minuten

Die DIY-Hybrid-Closed-Loop-Systeme gibt es nun schon etwa seit 6 bis 7 Jahren und sie haben sich rasant weiterentwickelt. Von der reinen automatischen Anpassung der Basalrate über kleine Korrekturboli und Automationen bis zu Features in einigen Versionen wie Autotune, dynamischer ISF-Anpassung und UAM-Modes (unannounced meals). Hier kann man oft auf die Berechnung von Kohlenhydraten verzichten.
Quelle: Caro Pudmensky
Ein riesiges Verdienst dieser Bewegung #WeAreNotWaiting ist, denke ich, dass inzwischen und endlich, sicher auch getrieben durch die guten Therapie-Ergebnisse, kommerzielle Hersteller hybride Closed-Loop-Systeme (AID-Systeme – Automated Insulin Delivery Systems) auf den Markt bringen. Denn durch die Unterstützung durch diese Techniken können meist bessere Therapie-Erfolge erzielt werden. Diese Verbesserungen bestehen zum einen in einer höheren Zeit im Zielbereich und zum anderen auch in niedrigeren HbA1c-Werten, wenn sie vorher zu hoch waren. Dies sind aber nur die in Zahlen messbaren Verbesserungen – es kommt aus meiner Sicht noch der immense Gewinn an Lebensqualität hinzu, den diese Systeme mit sich bringen: verbesserte Schlafqualität (stabilere Werte in der Nacht, weniger Alarme), Vermeidung von „Hypos“ und somit ein zunehmendes Gefühl von Sicherheit im Alltag, weniger Interaktion mit dem System usw. Diese Liste ließe sich noch um viele Aspekte verlängern.
Nun leisten die kommerziellen Systeme meiner Meinung nach nicht ganz so viel, wie die DIY-Systeme leisten können. Das erklärt sich für mich daraus, dass ein kommerzielles System für viele verschiedene Menschen standardmäßig passen muss und sicher sein muss. Darüber hinaus muss es strengen Zulassungsregularien genügen.
DIY-Systeme sind, wie Studien zeigen, nicht weniger sicher, aber sie sind flexibler und brauchen keine Zulassungen. Sie können daher schneller entwickelt, verändert und upgedatet werden. Darüber hinaus, kann jeder, der dazu in der Lage ist, für sich selber Anpassungen vornehmen und so sehr individuelle Einstellungen finden. Das macht die DIY-Systeme komplexer, individueller, aber auch komplizierter.
Quelle: Caro Pudmensky

Warum wurde nun aus meinem #WeAreNotWaiting eine Haltung #weAREwaiting?
Als ich 2017 mit dem DIY-Loopen begann, war es wichtig, immer up to date zu sein. Wenn ein neuer Sensor, wie etwa der FreeStyle Libre, der FreeStyle Libre 2 oder der Dexcom G6, auf den Markt kam, dann wollte man den schnell haben und testen.
Zurzeit ist es aber so: FreeStyle Libre 3 ist im Loop (noch) nicht nutzbar wegen der geschlossenen Schnittstellen, ähnlich wird es für den Dexcom G7 erwartet. Also keiner, der derzeit mit einem DIY-Loop ausgestattet ist, will das Update!
Inzwischen haben die Hersteller die Schnittstellen geschlossen, so dass man die neuen Produkte nicht mehr ohne weiteres im DIY verwenden kann. Sehr ärgerlich – aus Herstellersicht auch nur teilweise verständlich.
Wenn man lange loopt, kommt man irgendwann vielleicht an den Punkt, ein wenig Update-müde zu werden. Zumindest ging oder geht es mir zeitweise so. Das höre ich auch immer mehr in der Community: Die loopenden Menschen schauen sich nach den kommerziellen Systemen um und zeigen sich sehr interessiert. Hier reizen Einfachheit, Support, Gewährleistung etc. Einfach alles in einem Paket zu haben mit konkreten Ansprechpartnern, ist schon ein Vorteil.

Da die kommerziellen Systeme gute Arbeit leisten, liegt die Überlegung nahe, dorthin zu wechseln. Auch wenn ich der Meinung bin, dass die DIY-Systeme in der Regel besser sind, hat ein kommerzielles System auch seine Vorteile.
Quelle: Caro Pudmenyky
Das Problem für viele Looper, wie auch für mich, ist aber, dass man die Systeme nicht vorab testen kann. Was ist, wenn ich mit der Pumpe oder dem Zubehör wie Kathetern etc. nicht zurechtkomme? Die Insulinabgabegeschwindigkeit für Schmerzen sorgt… oder, oder, oder…
Bei jeder Ware, die ich in Geschäften oder online erwerbe, habe ich eine Rückgabemöglichkeit. Warum nicht bei so wichtigen Dingen wie einer Insulinpumpe oder einem Loopsystem???
Selbst wenn ich mich im Vorfeld gut informiere, kann ich nicht beurteilen, wie es im Alltag am Ende laufen wird. Die Rücknahme und der Wechsel zu einem anderen System gestaltet sich in der Regel sehr schwierig. Hier muss lange argumentiert und diskutiert und mit Krankenkassen verhandelt werden.
Werden neue Pumpen mit den neuen CGM-Sensoren kompatibel sein? #WeAreWaiting! Welche Pumpen kommen mit welchen Algorithmen auf den Markt? #WeAreWaiting! Welche Kooperationen wird es geben? #WeAreWaiting! Welche neuen Systeme kommen auf den Markt und wann? #WeAreWaiting!
Auf diesem Markt ist derzeit so viel Bewegung, dass man kaum eine Entscheidung treffen kann, die einen über Jahre an ein System binden wird. Diese lange Bindung ist auch oft ein Problem und bremst letztendlich auch die Innovationen aus.

Fazit: Ich, wie viele andere auch, laufe mit Insulinpumpen herum, die lange aus der Garantie raus sind und warte ab, ob wir die Gelegenheit bekommen, ein kommerzielles System zu testen, um dann eine gute Entscheidung treffen zu können.
#WeAreWaiting!
Quelle: Caro Pudmensky
In Anbetracht der Tatsache, dass weltweit immer noch unendlich viele Menschen keinen Zugang zu Insulin haben, geschweige denn zu technischen Hilfsmitteln, sind dies allerdings auch keine Probleme, die einen nicht schlafen lassen! 😉
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Technik
Diabetes-Anker-Podcast: Diabetes-Technologie – darum ist die Teilnahme an der neuen Umfrage zum dt-report 2026 so wichtig
- Behandlung
Diabetes-Anker-Podcast: Wie funktionieren Hafer-Tage bei Typ-2-Diabetes und was bringen sie, Herr Dr. Keuthage?
Diabetes-Anker-Newsletter
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Über uns
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
Werde Teil unserer Community
Community-Feed
-
cesta postete ein Update vor 5 Tagen, 20 Stunden
Hallo zusammen, ich habe eine Frage an euch. Ich habe seit 4 Jahren Typ 1 LADA und bisher nur mit Basalinsulin ausgekommen. Seit 3 Wochen muss ich nun auch zu jeder Mahlzeit Humalog spritzen. Für die Berechnung wiege ich immer alles ab. Könnt ihr eine App empfehlen, die bei der Berechnung der Kohlenhydrate unterstützt? Oder habt ihr andere Tipps wie man sich daran gewöhnt? Ich wiege bisher alles ab und kann mir gar nicht vorstellen, dass ich mir das zukünftig merken kann bzw. wie ich die Kohlenhydrate schätzen kann. Vielen lieben Dank für eure Hilfe! Liebe Grüße, Christa
-
sveastine postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes und Psyche vor 2 Wochen, 2 Tagen
hallo, ich hab schon ewig Diabetes, hab damit 4 Kinder bekommen und war beruflich unterschiedlich unterwegs, in der Pflege und Pädagogik. Seit ein paar Jahren funktioniert nichts mehr so wie ich das möchte: die Einstellung des Diabetes, der eigentlich immer gut lief, Sport klappt nicht mehr….ich bin frustriert und traurig..so kenne ich das nicht.. Geht es jemanden ähnlich? Bin 53…Viele grüße. Astrid
-
mayhe antwortete vor 2 Wochen, 2 Tagen
Liebe Astrid! Ich gerade 60 geworden und habe seit 30 Jahren Typ 1, aktuell mit Insulinpumpe und Sensor versorgt. Beim Diabetes läuft es dank des Loop gut, aber Psyche und Folgeerkrankung, Neuropathie des Darmes und fehlende Hypoerkennung, machen mir sehr zu schaffen. Bin jetzt als Ärztin schon berentet und versuche ebenfalls mein Leben wieder zu normalisieren. Kann gut verstehen, wie anstrengend es sein kann. Nicht aufgeben!! Liebe Grüße Heike
-
sveastine antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
@mayhe: Hallo liebe Heike, danke für deine schnelle Antwort, das hat mich sehr gefreut. Nein aufgeben ist keine Option, aber es frustriert und kostet so viel Kraft. Ich hoffe dass ich beruflich noch einen passenden Platz finde. Und danke dass du dich gemeldet hast und von deiner Situation berichtet. Das ist ja auch nicht einfach. Und ich wünsche auch dir eine gewisse Stabilisierung…jetzt fühle ich mich mit dem ganzen nicht mehr so alleine. Was machst du denn sonst noch? Viele Grüße Astrid
-
mayhe antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Liebe Astrid! Ja, das Leben mit Diabetes ist echt anstrengend. Es kommt ja auf den normalen Wahnsinn noch oben drauf. Ich habe den Diabetes während der Facharztausbildung bekommen und ehrgeizig wie ich war auch damit beendet. Auch meinen Sohn, 26 Jahre, habe ich mit Diabetes bekommen. Hattest bei den Kindern auch schon Diabetes? Leider bin ich von Schicksalsschlägen dann nicht verschont geblieben. Was dann zu der heutigen Situation geführt hat. Ich habe durchgehalten bis nichts mehr ging. Jetzt backe ich ganz kleine Brötchen, freue mich wenn ich ganz normale kleine Dinge machen kann: Sport, Chor, Freunde treffen, usw. Ich würde mich zwar gerne aufgrund meiner Ausbildung mehr engagieren, dazu bin ich aber noch nicht fit genug. Was machst du so und wie alt sind deine Kinder? Bist du verheiratet? Liebe Grüße Heike
-
sveastine antwortete vor 6 Tagen, 8 Stunden
@mayhe: Hallo Heike, oh da hast du aber auch viel geschafft. Ja ich habe die Kinder mit Diabetes bekommen und meine Kinder sind 26,25,23 und bald 19 🥰….und wie du hoffe bald wieder fit zu sein. Beruflich wechsle ich jetzt vom Kinderhospiz wieder in die Krippe da es dort vorausschaubarer ist als im Schichtdienst. In der Hoffnung der Diabetes lässt sich dort wieder besser einstellen. Eigentlich sollte ich auch die Ernährung wieder umstellen, das weiß ich aber es fällt mir so schwer. Wie ist das da bei dir. Was machen deine Werte ? Viele Grüße Astrid
-
mayhe antwortete vor 6 Tagen, 5 Stunden
@sveastine: Hallo liebe Astrid, sag mal kann es sein, daß du in den Wechseljahren bist? Ich habe meine schon hinter mir, aber das war zuckertechnisch eine der schwierigsten Zeiten, weil ständig alles durcheinander war. Damals war ich allein 2 x in der Diabetes Klinik Bad Mergentheim zum Anpassen innerhalb von 3-4 Jahren. Die Hormonwirkungen waren der Wahnsinn. Jetzt ist es wieder deutlich ruhiger. Was hast du eigentlich für eine Versorgung? Pen? Pumpe? Insulin? Sensor?
Ich habe die Tandem tslim mit Sensor und Novorapid. Und das ist für mich der game changer gewesen. Seitdem werden die zuckertechnischen Anstrengungen auch mit guten Werten belohnt. Liebe Grüße Heike -
sveastine antwortete vor 5 Tagen, 18 Stunden
@mayhe: Hi, ja ich bin in den Wechsel Jahren schon eine ganze Weile und nehme Hormone. Das ist denke ich ist der Hauptgrund der Schwankungen, aber das geht schon seit ca 3 Jahren so, was doof ist. Ich hab das gleiche System wie du tslim und Dexcom, trotzdem schwierig.aber für Bad Mergentheim lt. Diabetologe zu gut um die Genehmigung dafür zu bekommen 🤷🏻♀️
-
mayhe antwortete vor 5 Tagen, 4 Stunden
@sveastine: Das ist ja witzig, das du dieselbe Versorgung hast. Also bist du da optimal versorgt. Jetzt verstehe ich deinen Frust. Nach den Behandlungen in Bad Mergentheim war es wenigstens eine Weile besser. Warst du schon mal in Reha wegen dem Zucker? Ist zwar nicht Bad Mergentheim, aber manche Rehakliniken machen das wohl echt gut. Du musst “nur” darauf achten, dass sie ein spezielles Angebot für Typ1er haben. Ich war 2019 in der Mediclin Klinik Stauffenberg, Durlach. Das war okay. Am wichtigsten fand ich den Austausch mit den Mitpatienten. Aber natürlich ist der Aufwand für dich bei 4 Kindern für 3 Wochen, sehr hoch. Und eine Garantie dafür das dann länger besser läuft gibt es nicht. Ich fand es aber immer wichtig, den zuckertechnischen Input und die Solidarität zu erfahren. Liebe Grüße Heike
-
mayhe antwortete vor 5 Tagen, 4 Stunden
@mayhe: Nicht Durlach, sondern Durbach.
-
-
stephanie-haack postete ein Update vor 2 Wochen, 3 Tagen
Wir freuen uns auf das heutige virtuelle Community-MeetUp mit euch. Um 19 Uhr geht’s los! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-november/
-
lena-schmidt antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
Ich bin dabei 🙂
-

Hallo cesta, ich habe gute Erfahrungen mit der WETID App gemacht. Hier erhältst du für fast alle Lebensmittel BE – Werte. Man kann auch das Portionsgewicht eingeben und erhält dann die entsprechenden BE’s.
Die App mit Werbung war bisher kostenlos. App ohne Werbung und im Abo ist besser.
LG von kw = Kurt mit Diabetes Typ 3c
Hallo Christa! Ich verwende die FDDB app. LG Sarah (Lada)
@kw: Vielen lieben Dank für den Tipp!
@moira: Vielen lieben Dank für den Tipp!