Was die Füße über die Gesundheit verraten

4 Minuten

© grki - Fotolia
Was die Füße über die Gesundheit verraten

Mediziner warnen: Beschwerden an den Füßen sollten nicht unterschätzt werden. Denn diese können auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen, wie etwa Nervenschäden (Neuropathien). Die Aufklärungsinitiative zur diabetischen Neuropathie „Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße?“ hat auf ihrer Website neue Videos veröffentlicht mit den wichtigsten Infos und Tipps, wie Menschen mit Diabetes ihre Füße schützen können und Nervenschäden erkannt werden.

Bei mehr als jedem dritten Menschen mit Diabetes hinterlässt die Stoffwechselstörung ihre Spuren an den Füßen: Durch den Diabetes werden die langen, empfindlichen Nervenbahnen geschädigt, die bis in die Zehen reichen. Dadurch entsteht eine so genannte Neuropathie, die sich durch mehr oder der weniger auffällige Anzeichen an den Füßen bemerkbar macht. Manche Betroffene leiden unter starken Beschwerden, andere nehmen die Nervenschädigung kaum oder gar nicht wahr. In beiden Fällen ist die Gesundheit der Nerven und Füße gefährdet.

Experten-Videos mit hilfreichen Tipps


Fundierte Informationen und praktische Tipps rund um die Erkrankung diabetische Neuropathie finden Betroffene und Interessierte auf der Webiste der Nationalen Aufklärungsinitiative zur diabetischen Neuropathie „Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße“.

In kurzen Videos erklärt der Neuropathie-Experte Gidon Bönhof aus Düsseldorf, wie ein Arzt die Nervenschädigung diagnostiziert und wie Menschen mit Diabetes ihre Füße schützen können. Dabei zeigt er beispielsweise, wie man die Füße kontrolliert, welche Socken geeignet sind und was man beim Schuhkauf beachten sollte.

Hier gelangen Sie direkt zum Patienten-Ratgeber und den Videos.

Ärzte appellieren daher: „Wichtig ist es, die Warnsignale für Nervenschäden an den Füßen rechtzeitig zu erkennen und ernst zu nehmen“, so Prof. Dr. med. Dan Ziegler, Diabetologe aus Düsseldorf und Vorsitzender der Nationalen Aufklärungsinitiative zur diabetischen Neuropathie „Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße?“. Denn je eher, umso besser kann der voranschreitenden Nervenschädigung und Komplikationen wie einem diabetischen Fußsyndrom entgegengewirkt werden.

Wie lassen sich die Signale der Füße deuten?

Nächtliche Quälgeister Sobald man im Bett liegt, schmerzen, brennen oder kribbeln beide Füße. – Das sind typische Hinweise auf eine Neuropathie. Beschwerden, die durch Nervenschäden verursacht werden, treten oft symmetrisch an beiden Füßen auf und verschlimmern sich in Ruhe oder in der Nacht. Werden Schmerzen hingegen beim Gehen heftiger, kann dies auf Durchblutungsstörungen oder orthopädische Probleme hinweisen. In jedem Fall sollte eine Abklärung durch den Arzt erfolgen.

Wenn die Füße immer kalt sind, sollte man das mal mit der Hand überprüfen: Fühlen sich die Füße beim Anfassen warm an, obwohl man den Eindruck hat, sie seien kalt, senden die Nerven Fehlsignale an das Gehirn. Eine Neuropathie kann die Ursache sein. Ebenso können Nervenschäden dazu führen, dass die Füße als heiß und brennend wahrgenommen werden, obwohl sie eigentlich normal temperiert sind.

Nicht unterschätzen: stumme Warnsignale

Oftmals nehmen die kranken Nerven weniger wahr, als sie sollten: Die Sohlen fühlen sich taub an oder das Empfindungsvermögen der Füße für Berührungen, Temperaturen und echte Schmerzreize lässt nach. Gerade dieser schleichende Sensibilitätsverlust wird häufig nicht erkannt, ist aber gefährlich: Betroffene spüren nicht, wo der Schuh drückt, und das Risiko für unbemerkte Verletzungen und ein diabetisches Fußsyndrom steigt.

Erste Hinweise auf diese „stummen“ Warnsignale liefern einfache Tests: Nehmen die Füße die Berührung einer Feder oder die Kälte eines Metallgegenstands noch wahr? Auch vom Arzt sollten die Füße regelmäßig untersucht werden. Er kann mit einfachen, schmerzlosen Tests prüfen, ob die Nerven intakt sind.

Blick auf die Füße: sichtbare Folgen von Nervenschäden

Sind die kleinen Nervenfasern, die die Schweißdrüsen steuern, geschädigt, wird die Haut trocken und anfällig für Risse und Wunden. Durch schwächer werdende Nervensignale in den Füßen schwindet zunehmend auch die Fußmuskulatur. Dadurch werden Fehlstellungen wie Hammer- und Krallenzehen oder ein Hallux Valgus begünstigt. Alles zusammen erhöht das Risiko, dass unbemerkt Druckstellen und Blasen an den Füßen entstehen, die schlecht heilen.

„Zögern Sie nicht, bei Auffälligkeiten an den Füßen rechtzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber zu sprechen“ rät auch der Arzt Gidon Bönhof aus Düsseldorf: „Je eher, umso besser lassen sich Nervenschäden aufhalten, Symptome lindern und die Füße gesund erhalten“, so Bönhof. Um ein diabetisches Fußsyndrom zu vermeiden, ist es wichtig, die empfindlichen Füße täglich zu kontrollieren, sorgsam zu pflegen und auf geeignetes Schuhwerk zu achten. Die 10 wichtigsten Tipps, wie man die Füße bei Diabetes schützt, erklärt Bönhof in einem Video auf www.hoerensieaufihrefuesse.de.

Was hilft den kranken Nerven?

Erste Maßnahme, um der Nervenschädigung entgegen zu wirken, ist eine möglichst gute Blutzuckereinstellung. Dazu trägt eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung bei. „Nervengifte“ wie Alkohol und Nikotin sollten gemieden werden. Auch ein Mangel an B-Vitaminen kann Neuropathien verursachen. Bei Diabetes wird aber das für die Nervenfunktion sehr wichtige Vitamin B1 häufig vermehrt über die Nieren ausgeschieden.

Wird ein Mangel ausgeglichen, beispielsweise mit der für den Körper sehr gut verfügbaren Vitamin-B1-Vorstufe Benfotiamin, können dadurch auch Beschwerden wie Kribbeln, Brennen, Schmerzen und Taubheit in den Füßen gelindert werden. Auch bestimmte Antioxidantien, wie Alpha-Liponsäure, können einen positiven Einfluss auf Neuropathie-Beschwerden haben. Wenn diese Maßnahmen alleine nicht ausreichen, um Schmerzen zu lindern, können vom Arzt verschreibungspflichtige Medikamente verordnen werden, die allerdings nicht ursächlich wirken, sondern in erster Linie die Schmerz betäuben sollen und häufig auch mit Nebenwirkungen behaftet sind.

Über die Nationale Aufklärungsinitiative zur diabetischen Neuropathie


Die Nationale Aufklärungsinitiative zur diabetischen Neuropathie wird vom Unternehmen Wörwag Pharma in Zusammenarbeit mit der Deutschen Diabetes Stiftung (DDS) und renommierten Experten der Diabetologie und Neurologie getragen.

Unter dem Motto „Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße?“ schärft sie durch Information und Aktionen bei Betroffenen das Bewusstsein für die Erkrankung – mit dem Ziel, die Früherkennung der diabetischen Folgeerkrankung zu fördern und Komplikationen, wie das Diabetische Fußsyndrom, zu verhindern. Die Initiative führt außerdem wissenschaftliche Studien durch, um neue Erkenntnisse über die Neuropathie zu gewinnen.

Weitere Informationen: www.hoerensieaufihrefuesse.de


Quelle: Presseinformation der Nationalen Aufklärungsinitiative zur diabetischen Neuropathie

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen

Mit dem Insulinpen sein Insulin zu spritzen, klingt zunächst erst einmal einfach. Aber es gibt ein paar Dinge zu beachten, damit die Therapie gut funktioniert. Diabetesberaterin Regine Werk erklärt, worauf es ankommt.
Darauf ist zu achten: Sicher mit dem Insulinpen umgehen | Foto: Goffkein - stock.adobe.com

3 Minuten

Faschingszeit: Gute Vorsätze – mit kurzer Pause

Der Februar ist da – und mit ihm die Zeit, in der viele Menschen mit einer gewissen Skepsis auf ihre individuellen Neujahrs-Vorsätze schauen. Hält die Motivation noch oder hat sich der Alltag mit seinen kleinen Versuchungen wieder durchgesetzt – insbesondere bezüglich der nun anstehenden Faschingszeit? Gerade für Menschen mit Diabetes sind gute Vorsätze ein zentraler Baustein ihrer Therapie.
Faschingszeit: Gute Vorsätze – mit kurzer Pause | Foto: Petra Fischer – stock.adobe.com

2 Minuten

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist das neue Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage

Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community

Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen

Community-Feed

  • Huhu, ich bin Marina und 23 Jahre alt, studiere in Marburg, habe schon etwas länger Typ 1 Diabetes und würde mich total über persönlichen Austausch mit anderen jungen Menschen/Studis… freuen, vielleicht auch mal ein Treffen organisieren oder so 🙂 Schreibt mir gerne, wenn ihr auch Lust habt!

  • Liebe Leute, ich habe zwei neue Erfahrungen mach dürfen, die Ursächliche nicht so schön, woraus die 2. Erfahrung (notwendig gut) resultiert!

    Ich bin kein Liebhaber von Zahnärzten und meine dort geführte Gesundheitsakte ist mit einem riesigen “A” für Angspatient gezeichnet. Ende letzten Jahres ist mir beim letzten verbleibenden Weisheitszahn (nie Schmerzen gemacht) größeres Teil abgebrochen, ZA meint, da geht er nicht bei, weil Zahn quer liegt, allso OP, und danach könnte man sich über Zahnersatz unterhalten … ich natürlich in Schockstarre gefallen, – gleich am selben Tag bei OP-Zahnarzt Termin gemacht, vor Weihnachten nix mehr möglich, gleich Anfang Januar Termin bekommen, Röntgenbild lag dem Chirugen bereits vor. Vieles wurde besprochen, auch der Zahnersatz, wobei der Chirug gleich meinte, dass ausser WZ wohl 3 weitere Zähne raus müssten. Schock nr. 2! Ich wollte mir aber noch 2Meinung einholen und fand Dank guten Rat von Bekannten, einen anderen Zahnarzt, dem ich mein Leid und Angst ausführlich schildern konnte und der auch zum erstenmal die Diabetes in Spiel brachte … kurz um ein bisher bestes aufklärendes Gespräch, wie weit Diabetes auch auf die Zahne und Zahnfleisch gehen kann. Bei mir Fazit Paradontites. (die 1. unschöne Erfahrung). Der Weisheits- und daneben liegende Zahn sind inzwischen raus, – war super gute und schmerzfreie OP, danach keinerlei Schmerzen, durfte allerdings auch Antibiotika nehmen. Die 2. Erfahrung: ich konnte meine Insulindosies halbieren, – bei 10 Tg. Antbiotika, und nun 15 ohne Medizin noch anhaltend niedrige Insulinmenge, mit steigender festen Nahrungsaufnahme.

    Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.

    LG Wolfgang

  • Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!

    • Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
      Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
      Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
      Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
      Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!

    • @suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊

    • Hallo Leila, auch von mir ein herzliches willkommen. Auch meine Geschichte liest du im weiteren Verlauf.
      Zur “chronisch kalfizierende Pankreatitis” kann ich nix sagen, da ist immer das Gespräch mit dem Arzt/Diabetologen vorzuziehen, wie in allen Gesundheitsfragen. Was sagen Ärzte dazu, auch wg. der NICHTzunahme an Gewicht. Wenn ich mit einem Arzt nicht kann, oder dieser mir nicht ausreichende Infos gibt, schaue ich mich nach einem anderen Arzt/Diabetologen um, das ist Dein Recht, es geht um Deine Gesundheit!
      Sollte mit der Nichtzunahme noch mehr dahinter Stecken, vielleicht
      auch mal einen Psychologen in Deine Überlegung ziehen. Oder eine auf dich zugeschnittene Diabetes Schulung o.Ä., auch hier sollte Dich ein guter Diabetologe aufklären können.

      Soweit was mir im Moment einfällt. Lass es Dir gut gehen.

      Gruss Wolfgang

    • Hey Laila, du kannst mir gerne hier im Typ 3c Bereich oder via PN schreiben. Ich bin gerade zwar etwas gesundheitlich angeschlagen, versuche aber, so gut es geht zu antworten.

Verbände