- Behandlung
Welche Praxis oder Klinik ist die richtige?
3 Minuten

Es gibt eine ganze Reihe an Bezeichnungen für Kliniken, Zusatzbezeichnungen für Ärzte oder Qualifikationen des Behandlungsteams. Wir sagen Ihnen, was Sie daran erkennen können.
Auch die allerbesten Behandlungsstrukturen und -ziele werden für Patienten nur in dem Maße nutzbar, wie sie transparent und letztlich auch verstehbar sind. Wüssten Sie, liebe Leser, wen Sie aufsuchen sollten, wenn z. B. in Ihrer Familie ein Kind an Typ-1-Diabetes erkrankt wäre? Oder es stünde eine Operation an, in deren Zusammenhang Sie sich Gedanken um Ihren Diabetes machten? Oder es würde Ihr Zucker ständig schwanken und entgleisen?
Sie erwarten bei der Behandlung Ihres Diabetes eine gute, fachliche Qualität des Behandlungsteams in der Praxis oder Klinik. Woran können Sie sich orientieren? Lassen Sie uns die Klärung dieser Fragen versuchen und Möglichkeiten der Entscheidung einschließlich eventueller Alternativen sichtbar machen.
Orientierung für den passenden Arzt
In Deutschland arbeitet die Fachgesellschaft Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) im Interesse der von Diabetes Betroffenen für deren moderne Behandlung und Betreuung. Seit nunmehr 50 Jahren ist sie bemüht, für die Betroffenen und für die Ärzte Strukturen zur Orientierung, Sicherheit und für Vertrauen zu schaffen – die Grundlagen für die Wahl einer richtigen, einer adäquaten Arztpraxis oder Klinik.
Im Mittelpunkt steht das von der DDG eingerichtete Zertifizierungsverfahren für Arztpraxen und Kliniken. Aktuell stehen 4 Zertifizierungsstufen zur Verfügung, deren einzelne Bezeichnungen allerdings nicht unbedingt selbsterklärend sind, so dass eine erläuternde Einordnung nützlich ist.
Nach den Anforderungen der DDG ist sowohl für eine Arztpraxis wie für eine Klinik die Bezeichnung Diabeteszentrum Diabetologikum DDG aktuell die höchste Qualität der Behandlung für an Diabetes Erkrankte. Dieser Zertifizierung folgt, wiederum für Arztpraxen und Kliniken, die Zertifizierungssäule Diabeteszentrum DDG. Sie werden anhand der Abbildung, die Sie mit dem ShutterLink (auf der nächsten Seite) neben dem Nachweis des Qualitätsmanagements, der alle drei Jahre zu erbringen ist, eher wenige Unterschiede entdecken.
Die nächste und jüngste Zertifizierungssäule der DDG trägt die Bezeichnung Klinik für Diabetespatienten geeignet (DDG), die nur für Kliniken relevant ist. Hier wird für den Patienten, bei dessen Einweisungsdiagnose nicht der Diabetes im Vordergrund steht, dessen Behandlung in qualitativer Gesamtsicht mit dem aktuellen Problem gesichert (Details: ShutterLink).
Eine letzte hier zu nennende mögliche Zertifizierung trägt die Bezeichnung Fußbehandlungseinrichtung DDG und betrifft die Behandlung von diabetesbedingten, krankhaften Veränderungen an den Füßen. Wesentliche Kriterien der Zertifizierungen werden im ShutterLink unten erläutert:
Die berufliche Qualifikation des Behandlungsteams
Nur nach einer spezifischen Weiterbildung erhalten Ärzte die Zusatzbezeichnung Diabetologe DDG oder Diabetologe Landesärztekammer: Bei dieser Weiterbildung geht es um die Vermittlung vertiefender Kenntnisse über das Krankheitsbild Diabetes und die Auswirkungen dieser Erkrankung auf die aktuelle und spätere Gesundheit. Berufsangehörige der Gesundheits- und Krankenpflege, Medizinische Fachangestellte, Diätassistenten und weitere, die sich im Bereich des Diabetes weitergebildet und qualifiziert haben, können die Zusatzbezeichnungen Diabetesberaterin DDG oder Diabetesassistentin DDG tragen.
Eine Diabetesberaterin DDG ist für alle Diabetesformen wie Typ-1-, Typ-2- und Schwangerschaftsdiabetes (die relevantesten) qualifiziert sowie beratend und schulend tätig. Die Bezeichnung Diabetesassistentin DDG verweist auf eine Qualifizierung für die Beratung und Schulung der Typ-2-Diabetiker. Besondere Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten bei der Wundversorgung sind mit der Zusatzbezeichnung Wundassistentin DDG oder Podologin DDG verbunden.
Behandlungsabläufe und Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten
Zu einer an Leitlinien, in denen gesicherte Behandlungsmethoden dargestellt werden, orientierten Behandlung gehört die Zusammenarbeit mit anderen Fachexperten. Die möglichen Auswirkungen des Diabetes auf den gesamten Körper (Augen, Nieren, Herz-Kreislauf-System, Nerven, Gefäße) machen dies unabdingbar. Womöglich kann dabei im Zusammenspiel mit den anderen Fachexperten zunächst das Erkennen und eine effiziente Behandlung durch den Diabetologen angezeigt sein.
Eine wesentliche Säule in der Behandlung des Diabetes sind Anleitung, Beratung und Schulung. Sie fördern und ermöglichen erst ein erfolgreiches, unabhängiges und selbstbestimmendes Umgehen mit der Erkrankung. Dafür sind in der Einrichtung neben einem Raum natürlich auch Materialien (Projektor, Abbildungen, Demonstrationsartikel etc.) und Schulungsprogramme notwendig, die zielführend und für unterschiedliche Altersgruppen angemessen sind. Bei Kindern unter 12 Jahren ist die Schulung der Eltern notwendig.
Anzahl durchgeführter Schulungen und behandelter Diabetes-Patienten
Auch die Anzahl behandelter Patienten und erfolgter Schulungen stellt nach den Anforderungen ein Qualitätskriterium dar, weil sich damit Erwartungen an Erfahrungen und Kompetenzen des Diabetesteams verbinden können.
Hospitationen des Diabetesteams
Durch die Anforderung ständiger, in festen Abständen durchzuführender Hospitationen in Einrichtungen außerhalb des eigenen Wirkungskreises soll das Diabetesteam einen erweiterten Blick gewinnen auf die eigene Arbeitsweise bei der Behandlung, Anleitung, Beratung und Schulung von an Diabetes Erkrankten. Das betrifft dann auch strukturelle Vorgaben für Arztpraxen oder Kliniken sowie vertragliche Strukturen (Krankenkasse, Kassenärztliche Vereinigung) in dem jeweiligen Bundesland.
Dokumentation der Ergebnisqualität
Mit dieser Abfrage ist im Interesse der an Diabetes Erkrankten schlicht nachzuweisen, wie die durchaus komplexen Anforderungen der oben genannten Leitlinien in Behandlung, Anleitung, Beratung und Schulung erfüllt werden. Für an Diabetes Erkrankte, die auf der Suche nach einer geeigneten Arztpraxis oder Klinik sind, können sich hier bereits Informationen ergeben.
Letztlich sollten auch andere, wichtige Kriterien einbezogen werden wie: eigene und fremde Erfahrungen und Berichte oder auch der Rat des behandelnden Arztes. Seien Sie sich der Möglichkeiten zur eigenen Entscheidungsfindung in jedem Falle bewusst.
von Dr. Susanne Milek
An der Pforte 5
06679 Hohenmölsen
E-Mail: susanne.milek@doc-milek.com
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2014; 63 (11) Seite 28-31
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lena-schmidt postete ein Update vor 1 Tag, 20 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
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thomas55 postete ein Update vor 4 Wochen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 4 Wochen, 1 Tag
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße