Wie Diabetes und Parodontitis zusammenhängen

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© Fabio Balbi - Fotolia
Wie Diabetes und Parodontitis zusammenhängen

Parodontitis ist genau wie Diabetes eine chronische Erkrankung. Dank Forschung weiß man heute mehr über die engen Verflechtungen unterschiedlicher Erkrankungen. Studien zeigen: Eine bidirektionale – also sich gegenseitig beeinflussende – Beziehung besteht auch zwischen Diabetes und Parodontitis. Zudem existieren diverse immunologische und klinische Ähnlichkeiten zwischen den beiden Erkrankungen, so eine Pressemeldung Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und des Bundesverbands der Niedergelassenen Diabetologen e.V. (BVND).

Zwei Volkskrankheiten, die sich gegenseitig verstärken

Bei Menschen mit Diabetes schreitet eine Parodontitis oft schneller voran, verläuft häufig schwerer und in der Regel verlieren sie mehr Zähne als Menschen ohne Diabetes. Sind die Blutzuckerwerte gut eingestellt, sprechen Menschen mit Diabetes wesentlich besser auf eine Parodontitis-Behandlung an, heißt es in der Pressemeldung weiter.

“Nicht nur biologisch, auch bei den Risikofaktoren beider Erkrankungen gibt es Parallelen. Das gilt zum Beispiel für einen ungesunden Lebensstil, Stress, Zuckerkonsum, Adipositas, das Rauchen und Alkohol sowie eine genetische Prädisposition”, so Dr. Nikolaus Scheper, Vorsitzender des BVND. “Hinzu kommt: Beide Erkrankungen entwickeln sich meist unbemerkt und werden oft erst spät erkannt.”

“Andererseits können Mikroorganismen, sprich Bakterien, über die Blutgefäße des Zahnfleisches in den Blutkreislauf gelangen, so dass eine Parodontitis mit zahlreichen Erkrankungen des Gesamtorganismus, wie zum Beispiel Diabetes mellitus, Herzinfarkt, Schlaganfall und rheumatoider Arthritis, assoziiert ist. Es ist wichtig, die Patientinnen und Patienten über diese Zusammenhänge zu informieren. Auch die fachübergreifende Zusammenarbeit ist wertvoll”, erklärt Dr. Romy Ermler, Vizepräsidentin der BZÄK.

Interdisziplinär ausgerichtete Behandlung gefragt

Die Alterung der Gesellschaft führt dazu, dass chronische Krankheiten in der Bevölkerung zunehmen – es ist insbesondere mit einem Zuwachs an Parodontitis- und Diabetes- Erkrankungen zu rechnen. Deshalb und aufgrund der Wechselwirkungen zwischen den beiden Krankheiten ist eine stärker interdisziplinär ausgerichtete Behandlung gefragt. Die Bundeszahnärztekammer und der Bundesverband der Niedergelassenen Diabetologen e.V. arbeiten daher nach eigenen Angaben zusammen und möchten die Wechselwirkungen von Parodontitis und Diabetes stärker in den Vordergrund rücken.

Einen ersten Test für das Risiko einer Parodontitis gibt es unter www.paro-check.de.


Quelle: Bundeszahnärztekammer | Bundesverband der Niedergelassenen Diabetologen e.V. | Redaktion

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