- Behandlung
Wie kann das Bein gerettet werden?
2 Minuten
Bei einer drohenden Amputation eines Fußes oder gar Beines sollte unbedingt ein darauf spezialisierter Diabetologe hinzugezogen werden.
Die Frage: Mein Mann ist ein insulinpflichtiger Langzeitdiabetiker. Dabei hat er auch erhebliche Durchblutungsstörungen, vor allem im linken Bein; an zwei Zehenspitzen ist das Gewebe abgestorben, es haben sich dort Nekrosen gebildet.
Wie können wir eine Beinamputation verhindern, durch eine Ballondilatation der Blutgefäße oder durch eine kleine Amputation der Zehen oder durch beides gleichzeitig, wie es uns der Chirurg für die nächsten Wochen angekündigt hat? Gibt es auch andere Möglichkeiten, das Bein zu retten?
Prof. Petzoldt: Bei dieser belastenden und sehr schwierigen Situation wird man alles versuchen, denn immer wieder kann man erleben, dass es sich lohnt, wenn man auch bei Langzeitdiabetikern, die eine Durchblutungsstörung und damit verbunden eine Zehennekrose haben, alles zur Erhaltung des Beines tut.
Ob diese Hoffnung auch für den einzelnen Langzeitdiabetiker mit solchen Problemen zutrifft, hängt – wie bei Ihrem Mann – von den individuellen Gegebenheiten ab. So ist nur bei Gefäßeinengungen bestimmter Art und Lokalisation eine Ballondilatation erfolgversprechend für eine bessere Durchblutung der vorher schlecht versorgten Füße oder Zehen. Sehr ausgeprägte, das gesamte Gefäßsystem der Beine und Füße betreffende Veränderungen lassen sich damit wohl kaum erfolgreich angehen.
Es gelingt auch nicht selten, den Fuß oder das Bein zu retten, wenn man zunächst nur nekrotische (abgestorbene) Zehen und nicht gleich den Fuß oder das Bein amputiert – aber: Das schützt nicht absolut sicher vor einer zukünftigen erneuten Verschlechterung.
Sicher ist Ihr Mann auch bei einem Diabetologen in Betreuung. Mein Rat: Fragen Sie unbedingt den für solche Probleme besonders ausgebildeten Diabetologen nach der Vorgehensweise, die nach seiner Erfahrung in der Situation Ihres Mannes zu versuchen ist.
Und lassen Sie sich auch gleich erklären, was man nach einer Zehenamputation für den danach ja weiterhin gefährdeten Fuß tun muss oder kann. Einige Stichworte dazu sind: spezielle Schuhversorgung, besonders sorgfältige, fachgerechte Fußpflege, häufige und regelmäßige Fußuntersuchungen durch den Diabetologen.
… dann schreiben Sie ihm per Post oder E-Mail:
Prof. Dr. Rüdiger Petzoldt
Schubertstraße 6, 32545 Bad Oeynhausen
E-Mail: brpetzoldt@t-online.de
Beantwortete Fragen veröffentlichen wir im Diabetes-Journal sowie hier auf diabetes-online.de – natürlich anonym.
von Prof. Dr. med. R. Petzoldt
ehem. Direktor des Diabeteszentrums am Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen in Bad Oeynhausen
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2013; 62 (2) Seite 38
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schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
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tako111 postete ein Update vor 1 Monat
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
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katrin-kraatz antwortete vor 1 Monat
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
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Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße