- Behandlung
Wo kein Blut hinkommt, kann nichts heilen!
3 Minuten
Von den weltweit etwa 370 Millionen Menschen mit Diabetes erkranken statistisch 2 bis 10 Prozent an einem diabetischen Geschwür
Risiko steigt mit Alter
Ab dem 50. Lebensjahr liegt das Risiko schon bei 5 bis 10 Prozent. Laut Statistik erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 100.000 bis 270.000 Diabetiker an einem Diabetischen Fußsyndrom. Eine Einteilung des Diabetischen Fußsyndroms erfolgt nach der Tiefe der Wunde, der Mitbeteiligung der unter der Haut liegenden Gewebsschich (nach
Gefährdete Füße
Wir wissen aus verschiedenen Studien, dass die Füße eines Diabetikers, der schon einmal ein Geschwür an den Füßen hatte, etwa 1,6-fach gefährdeter sind als die ohne entsprechende Vorgeschichte. Hat bereits eine Amputation stattgefunden, erhöht sich das Risiko um den Faktor 2,8; das Risiko steigt auch bei Vorliegen einer schlechten Blutzuckereinstellung, einer Diabetesdauer von über 10 Jahren oder bereits Schäden an den kleinen Blutgefäßen (z. B. Netzhautschaden am Auge).
Weitere Risikofaktoren sind bestehende Nervenschäden
Stärker betroffen sind auch Menschen mit häufigem Nagel- und Fußpilzbefall: Nach einer Studie von
Kein Blut – keine Heilung!
In der Klinik werden meist Patienten mit komplizierten Wundverhältnissen behandelt; die Durchblutungsstörungen stehen als erschwerender Faktor im Vordergrund – denn da, wo kein Blut hinkommt, heilt nichts! Im Klinikum Weimar wurden 2011 bei 80 Prozent der Behandelten Durchblutungsstörungen der Unterschenkel nachgewiesen. Laut Angaben von Kollegen aus dem
Aus den beschriebenen Studienergebnissen ergibt sich für die tägliche Praxis, dass einem Nervenschaden vorgebeugt werden muss – durch Optimierung der Blutzuckereinstellung. Und: Vor allem muss auch einer Durchblutungsstörung vorgebeugt werden sowie Druckstellen etc. – dies vor allem durch eine Ausstattung mit den richtigen Schuhen!
Ursache: oft falscher Schuh
Diabetische Fußgeschwüre entstehen häufig aus vermeintlich harmlosen Verletzungen, nicht selten wegen falschen Schuhwerks zum Beispiel bei der Gartenarbeit! Entsprechend der Entstehung des diabetischen Fußgeschwürs unterscheidet man
Gefährliche Fußpflege
Häufig entsteht ein Fußgeschwür auch durch kleine Verletzungen bei falscher Fußpflege. Deshalb gilt: Verwenden Sie keinen Hornhauthobel, entfernen Sie den Schmutz unter den Nägeln nicht mit scharfkantigen Feilen! Auch kleine Blasen und Blutergüsse nach dem Sport können zu Geschwüren führen: Weil der Schmerz fehlt, wird die Gefahr einer Infektion oft unterschätzt!
Zum Podologen!
Vor allem jene Patienten gehören in eine fachgerechte medizinische Fußpflege, also zum
Wenn die Fußpflege nicht mehr sicher selbst durchgeführt werden kann, ist medizinische Fußpflege absolut angezeigt und wichtig.
Die richtigen Schuhe und Strümpfe
Entscheidend ist es, dass Menschen mit Diabetes im Alltag falsches Schuhwerk vermeiden – und womöglich auch die falschen Strümpfe! Doch was ist
Schmerzen sind normalerweise ein Alarmzeichen – viele Diabetiker aber haben diesen Alarm nicht mehr. Die Nervenschäden haben dazu geführt, dass sie Schmerzen nur noch reduziert, verändert oder gar nicht mehr wahrnehmen. So können Druckstellen im Schuh, Blutergüsse, Blasen und Hornhautschwielen der Ausgangspunkt für Geschwüre sein – mit manchmal weitreichenden Konsequenzen wie einer Amputation. Hornhautschwielen sind Zeichen einer Mehr- oder Fehlbelastung – und fast immer durch falsche Schuhe verursacht.
Was tun, wenn trotzdem eine Wunde entsteht?
Wenn vorbeugende Maßnahmen nicht ausgereicht haben und trotzdem eine Wunde entstanden ist, muss diese konsequent und nachhaltig behandelt werden. Gehen Sie in diesem Fall unbedingt zu Ihrem Hausarzt oder Diabetologen.
Nerven oder Durchblutung?
Der Arzt kann durch einfache Untersuchungen sofort feststellen, ob es sich um Nervenschäden oder um eine Durchblutungsstörung – oder beides – handelt:
Zusammenfassung
Häufig sind Bagatellverletzungen bei Diabetikern der Ausgangspunkt für die Entstehung eines zunächst oft harmlosen Geschwürs an den Füßen. Kommt jedoch komplizierend zur Nervenschädigung eine Durchblutungsstörung hinzu, besteht höchste Gefahr für die entsprechende Gliedmaße.
Die Gefahr lässt sich minimieren – durch Vorbeugung (Prävention) wie tägliches In-sich-Wachrufen der Gefahr mit anschließender Überprüfung der Risikobereiche und durch sofortiges Handeln bei entsprechenden Befunden. Dazu gehört z. B. auch, das Rauchen sofort einzustellen, den Blutdruck zu normalisieren und den Blutzucker zu optimieren, bei Durchblutungsstörungen auch Fettstoffwechselstörungen sicherheitshalber zu behandeln. Bleibende Schäden an den Nerven und an den Blutgefäßen haben oft einen langen Vorlauf – starten Sie rechtzeitig mit der Prophylaxe!
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thomas55 postete ein Update vor 3 Tagen, 21 Stunden
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55 -
sayuri postete ein Update vor 4 Tagen, 20 Stunden
Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
Liebe Grüße
Sayuri -
cina_polada postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hi, ich bin Julija und komme aus Frankfurt. Vor ein paar Wochen wurde bei mir Diabetes Typ 2 mit gerade mal 33 Jahren diagnostiziert.. Kämpfe im Moment noch sehr mit der Diagnose und würde mich über etwas Austausch sehr freuen 🙂
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lena-schmidt antwortete vor 6 Tagen, 7 Stunden
Hallo Cina,
wir vom Diabetes-Anker treffen uns am 25.2 virtuell per Teams falls das für dich relevant ist 🙂
Schau gerne mal in den Veranstaltungen
Liebe Grüße
Lena
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