- Behandlung
Wo kein Blut hinkommt, kann nichts heilen!
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Von den weltweit etwa 370 Millionen Menschen mit Diabetes erkranken statistisch 2 bis 10 Prozent an einem diabetischen Geschwür
Risiko steigt mit Alter
Ab dem 50. Lebensjahr liegt das Risiko schon bei 5 bis 10 Prozent. Laut Statistik erkranken in Deutschland jedes Jahr etwa 100.000 bis 270.000 Diabetiker an einem Diabetischen Fußsyndrom. Eine Einteilung des Diabetischen Fußsyndroms erfolgt nach der Tiefe der Wunde, der Mitbeteiligung der unter der Haut liegenden Gewebsschich (nach
Gefährdete Füße
Wir wissen aus verschiedenen Studien, dass die Füße eines Diabetikers, der schon einmal ein Geschwür an den Füßen hatte, etwa 1,6-fach gefährdeter sind als die ohne entsprechende Vorgeschichte. Hat bereits eine Amputation stattgefunden, erhöht sich das Risiko um den Faktor 2,8; das Risiko steigt auch bei Vorliegen einer schlechten Blutzuckereinstellung, einer Diabetesdauer von über 10 Jahren oder bereits Schäden an den kleinen Blutgefäßen (z. B. Netzhautschaden am Auge).
Weitere Risikofaktoren sind bestehende Nervenschäden
Stärker betroffen sind auch Menschen mit häufigem Nagel- und Fußpilzbefall: Nach einer Studie von
Kein Blut – keine Heilung!
In der Klinik werden meist Patienten mit komplizierten Wundverhältnissen behandelt; die Durchblutungsstörungen stehen als erschwerender Faktor im Vordergrund – denn da, wo kein Blut hinkommt, heilt nichts! Im Klinikum Weimar wurden 2011 bei 80 Prozent der Behandelten Durchblutungsstörungen der Unterschenkel nachgewiesen. Laut Angaben von Kollegen aus dem
Aus den beschriebenen Studienergebnissen ergibt sich für die tägliche Praxis, dass einem Nervenschaden vorgebeugt werden muss – durch Optimierung der Blutzuckereinstellung. Und: Vor allem muss auch einer Durchblutungsstörung vorgebeugt werden sowie Druckstellen etc. – dies vor allem durch eine Ausstattung mit den richtigen Schuhen!
Ursache: oft falscher Schuh
Diabetische Fußgeschwüre entstehen häufig aus vermeintlich harmlosen Verletzungen, nicht selten wegen falschen Schuhwerks zum Beispiel bei der Gartenarbeit! Entsprechend der Entstehung des diabetischen Fußgeschwürs unterscheidet man
Gefährliche Fußpflege
Häufig entsteht ein Fußgeschwür auch durch kleine Verletzungen bei falscher Fußpflege. Deshalb gilt: Verwenden Sie keinen Hornhauthobel, entfernen Sie den Schmutz unter den Nägeln nicht mit scharfkantigen Feilen! Auch kleine Blasen und Blutergüsse nach dem Sport können zu Geschwüren führen: Weil der Schmerz fehlt, wird die Gefahr einer Infektion oft unterschätzt!
Zum Podologen!
Vor allem jene Patienten gehören in eine fachgerechte medizinische Fußpflege, also zum
Wenn die Fußpflege nicht mehr sicher selbst durchgeführt werden kann, ist medizinische Fußpflege absolut angezeigt und wichtig.
Die richtigen Schuhe und Strümpfe
Entscheidend ist es, dass Menschen mit Diabetes im Alltag falsches Schuhwerk vermeiden – und womöglich auch die falschen Strümpfe! Doch was ist
Schmerzen sind normalerweise ein Alarmzeichen – viele Diabetiker aber haben diesen Alarm nicht mehr. Die Nervenschäden haben dazu geführt, dass sie Schmerzen nur noch reduziert, verändert oder gar nicht mehr wahrnehmen. So können Druckstellen im Schuh, Blutergüsse, Blasen und Hornhautschwielen der Ausgangspunkt für Geschwüre sein – mit manchmal weitreichenden Konsequenzen wie einer Amputation. Hornhautschwielen sind Zeichen einer Mehr- oder Fehlbelastung – und fast immer durch falsche Schuhe verursacht.
Was tun, wenn trotzdem eine Wunde entsteht?
Wenn vorbeugende Maßnahmen nicht ausgereicht haben und trotzdem eine Wunde entstanden ist, muss diese konsequent und nachhaltig behandelt werden. Gehen Sie in diesem Fall unbedingt zu Ihrem Hausarzt oder Diabetologen.
Nerven oder Durchblutung?
Der Arzt kann durch einfache Untersuchungen sofort feststellen, ob es sich um Nervenschäden oder um eine Durchblutungsstörung – oder beides – handelt:
Zusammenfassung
Häufig sind Bagatellverletzungen bei Diabetikern der Ausgangspunkt für die Entstehung eines zunächst oft harmlosen Geschwürs an den Füßen. Kommt jedoch komplizierend zur Nervenschädigung eine Durchblutungsstörung hinzu, besteht höchste Gefahr für die entsprechende Gliedmaße.
Die Gefahr lässt sich minimieren – durch Vorbeugung (Prävention) wie tägliches In-sich-Wachrufen der Gefahr mit anschließender Überprüfung der Risikobereiche und durch sofortiges Handeln bei entsprechenden Befunden. Dazu gehört z. B. auch, das Rauchen sofort einzustellen, den Blutdruck zu normalisieren und den Blutzucker zu optimieren, bei Durchblutungsstörungen auch Fettstoffwechselstörungen sicherheitshalber zu behandeln. Bleibende Schäden an den Nerven und an den Blutgefäßen haben oft einen langen Vorlauf – starten Sie rechtzeitig mit der Prophylaxe!
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thomas55 postete ein Update vor 2 Tagen, 9 Stunden
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Tagen, 3 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 3 Tagen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]







Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße