- Bewegung
Das Deutsche Sportabzeichen
3 Minuten

Zum 100. Jubiläum wurde das Deutsche Sportabzeichen reformiert. Was hat sich geändert? Und warum kann das “neue” Abzeichen gerade auch für Diabetiker eine spannende Erfahrung sein? Die Antworten erfahren Sie in diesem aktuellen Themenschwerpunkt.
Sprint, Weitsprung und Langstreckenlauf haben bei mir immer gut geklappt. Im Schwimmen sind die Anforderungen zum Glück nie besonders hoch gewesen. Knapp war es immer beim Schlagballwurf und später beim Kugelstoßen – am Ende hat es dann auch in den von mir so ungeliebten Disziplinen noch gerade gereicht …
Solche oder ähnliche Erinnerungen verbinden sicherlich viele von Ihnen mit ihren Sportabzeichenprüfungen im Schulunterricht oder im Sportverein. 2013 ist das Deutsche Sportabzeichen 100 Jahre alt geworden – an Attraktivität hat der Fitnesstest für jedermann nie verloren.
Zum Jubiläum: Neue Disziplinen, Alters- und Leistungsstufen
Zum 100. Geburtstag hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) den Leistungskatalog des Fitnessordens grundlegend überarbeitet und modernisiert. Neue Disziplinen, neue Alters- und Leistungsstufen sind dazugekommen – es hat sich ganz viel getan.
Was hat sich geändert? Und warum kann das “neue” Sportabzeichen gerade auch für Menschen mit Diabetes eine spannende Erfahrung sein? Die Antworten erfahren Sie in diesem aktuellen Themenschwerpunkt.
Standweitsprung statt Kugelstoßen?!
Die Disziplinen des reformierten Deutschen Sportabzeichens orientieren sich an den motorischen Grundfähigkeiten: Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination – Freude und Begeisterung an Bewegung klingen irgendwie anders. Ein genauerer Blick hinter die theoretische sportwissenschaftliche Fassade lohnt sich aber garantiert.
Das Deutsche Sportabzeichen geht neue Wege: Neben der klaren Orientierung der Disziplinen an den motorischen Grundfähigkeiten hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) 2013 zudem noch drei Leistungsstufen (Bronze, Silber und Gold) eingeführt, die den Anreiz setzen, eigene Leistungsgrenzen selbst zu erfahren. Des Weiteren sind neue Altersklassen geschaffen worden: Das Deutsche Sportabzeichen kann jetzt ab dem 6. Lebensjahr erworben werden, und selbst für über 90-jährige Sportler gibt es eine eigene Altersklasse.
Leistungsanforderungen unterscheiden sich nach Alter und Geschlecht
Unterschiedliche Disziplinen aus den Bereichen Leichtathletik, Geräteturnen, Schwimmen und Radfahren stehen zur Auswahl, um den Leistungsnachweis in den motorischen Grundfähigkeiten zu erbringen. Die Leistungsanforderungen unterscheiden sich nach Alter und Geschlecht. Ein bis drei Punkte kann man pro Disziplin erreichen. Je nach erbrachter Leistung bekommt man das Sportabzeichen in Bronze, Silber oder Gold verliehen.
Als Fitnesstest für jedermann wird das Deutsche Sportabzeichen gern bezeichnet. Ohne Vorbereitung und Training sollte man sich aber erst gar nicht dem Fitnesstest stellen. Sportvereine und Sportabzeichentreffs bieten regelmäßige Trainingseinheiten an. Die Mitgliedschaft in einem Sportverein ist nicht zwingend erforderlich.
Gesundheitsorientierte Bewegung bedeutet das Training von Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination. Spaß in der Trainingsgruppe und auch ein wenig Ehrgeiz beim Sammeln der Punkte sorgen für die richtige Motivation. Genau darum profitieren gerade Menschen mit Diabetes vom vielseitigen Training für das Deutsche Sportabzeichen.
Für Diabetiker: Arztlicher Sporttauglichkeitsnachweis benötigt
Bei der Auswahl seiner Disziplinen gilt es natürlich, neben persönlichen Stärken eventuell vorliegende diabetesbedingte Begleiterkrankungen zu berücksichtigen. Ein ärztlicher Sporttauglichkeitsnachweis wird zudem benötigt, das ist sehr vernünftig.
In der Disziplingruppe Ausdauer sollte jeder fündig werden: Laufen, alternativ Walking/Nordic Walking, Schwimmen oder Radfahren.
Schwieriger gestaltet sich die Auswahl in der Disziplingruppe Kraft. Schlag- oder Wurfballwerfen, Kugel- oder Steinstoßen und Medizinballwerfen stehen bei den Wurf- und Stoßdisziplinen zur Auswahl. Wenn die Schnellkraft mehr in den Beinen als in den Armen sitzt, dann empfiehlt sich alternativ der Standweitsprung.
Die Turner kommen auch zu ihrem Recht: Je nach Altersklasse werden unterschiedliche turnerische Leistungen in der Disziplingruppe Kraft anerkannt, so zum Beispiel Schulter- und Handstand oder Klimmzüge.
Auch Schwimmfertigkeiten werden benötigt
Ohne Schwimmfertigkeit kann man das Sportabzeichen übrigens nicht erwerben. Entscheidet man sich im Rahmen der unterschiedlichen Disziplingruppen für keine Schwimmdisziplin, so gilt es, zusätzlich noch den Nachweis der Schwimmfertigkeit zu erbringen.
Die Auswahl ist groß. Spaß, und Freude beim Sportabzeichen sind sicherlich garantiert. Wagen Sie doch einfach mal das Abenteuer Sportabzeichen – ganz wie früher.
In unserer September-Ausgabe stellen wir Ihnen die Disziplingruppen Schnelligkeit und Koordination näher vor.
Das Deutsche Sportabzeichen ist eine Auszeichnung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Es ist die höchste Auszeichnung außerhalb des Wettkampfsports. Erworben werden kann das Deutsche Sportabzeichen für Kinder und Jugendliche ab dem Kalenderjahr, in dem das 6. Lebensjahr erreicht wird. Und das Deutsche Sportabzeichen für Erwachsene ab dem Kalenderjahr, in dem das 18. Lebensjahr erreicht wird.
Folgende Disziplingruppen gibt es:
- – Kraft
- – Ausdauer
- – Schnelligkeit
- – Koordination
Das Deutsche Sportabzeichen kann in drei Leistungsstufen erworben werden:
- – Bronze
- – Silber
- – Gold
Die individuell erbrachten Leistungen in den einzelnen Disziplinen werden auf Grundlage des Leistungskatalogs den drei Leistungsstufen zugeordnet. Je nach Zuordnung zu einer der drei Leistungsstufen ergibt sich je Leistung und Disziplingruppe ein Punktwert:
- – Bronze: 1 Punkt
- – Silber: 2 Punkte
- – Gold: 3 Punkte
Um das Deutsche Sportabzeichen zu erwerben, müssen vier Leistungen (eine Disziplin pro Disziplingruppe) mindestens in Bronze (je 1 Punkt = 4 Punkte) erbracht werden. Die erreichten Punkte werden addiert, und aus dem Gesamtpunktwert ergibt sich die Verleihung in Bronze, Silber oder Gold:
- – Bronze: 4 – 7 Punkte
- – Silber: 8 – 10 Punkte
- – Gold: 11 – 12 Punkte
In allen Belangen rund um das Deutsche Sportabzeichen ist der jeweils zuständige Landessportbund der richtige Ansprechpartner. Mehr zum Sportabzeichen: www.deutsches-sportabzeichen.de/de/das-sportabzeichen
von Dr. Meinolf Behrens
Diabetologe DDG, Facharzt für Sportmedizin und Ernährungsmedizin am Diabeteszentrum Minden
Kontakt:
Bismarckstraße 43, 32427 Minden,
Telefon 0571-840999,
E-Mail: mb@diabetes-minden.de
,
Internet: www.diabetes-minden.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2015; 64 (8) Seite 70-71
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 5 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 1 Monat, 1 Woche
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im Juli – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 15. Juli! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße