- Bewegung
Der Mix macht’s!
3 Minuten
Gesundheitsstudios werden immer beliebter. Was macht das Training in einem solchen Studio aus? Warum trainieren gerade Menschen mit Diabetes im Gesundheitsstudio? Um diese Fragen zu beantworten, hat das Diabetes-Journal eine neue Serie gestartet.
Brigitte Koch (65 Jahre), Ingrid Flechtner (59), Alfons Karrer (60) und Alfons Varel (67) trainieren seit Jahren im Gesundheitsstudio INJOY Lingen, einem von der Deutschen Diabetes Gesellschaft zertifizierten Fitness- und Gesundheitsstudio. Ob Kraft-Ausdauer-Training in modernen Trainingszirkeln, Spinning, funktionelles Training, Yoga oder Zumba – unter der qualifizierten Anleitung ihrer Diabetesübungsleiterin Anja Övermöhle haben alle vier Sportler ihre Fitnessdisziplinen gefunden.
Ein guter Einstieg: Gerätetraining
Welches Training wähle ich zum Einstieg? Wie intensiv trainiere ich zu Beginn? Was kann ich meinem Körper und meinem Diabetes zumuten? Und vor allem: Was macht mir Spaß? Solche und ähnliche Fragen haben sich auch die vier gestellt, als sie vor einigen Jahren im Gesundheitsstudio Injoy Lingen mit dem Training eingestiegen sind. „Dank unserer Trainerin Anja war das alles kein Problem“, betont Alfons Karrer nicht ohne Stolz.
Trainieren mit Diabetes-Sachverstand
Anja Övermöhle ist Diabetesübungsleiterin im Injoy Lingen, einem von der Deutschen Diabetes Gesellschaft zertifizierten Fitness- und Gesundheitsstudio. „Ein ärztlicher Gesundheitscheck ist zunächst natürlich erforderlich. Danach aber sind wir Trainer gefragt“, so Anja Övermöhle. Eine individuelle Trainingsberatung und -steuerung ist sehr wichtig für einen nachhaltigen Trainingserfolg.
Davon profitiert auch Alfons Karrer, der seinen Typ-2-Diabetes seit 9 Jahren hat. Der Biomediziner im Vorruhestand, der unter anderem für zwei große Pharmaunternehmen gearbeitet hat, weiß gerade wegen seiner beruflichen Qualifikation um den hohen Stellenwert regelmäßiger körperlicher Aktivität für seine Gesundheit. Dreimal pro Woche für ca. 2 Stunden trainiert Alfons Karrer im Injoy Lingen. 22 kg Körpergewicht hat er bereits durch das regelmäßige Training verloren. Der HbA1c-Wert liegt um 6 Prozent – aber noch viel wichtiger: Alfons Karrer ist richtig fit geworden! „Der Einstieg mit einem Körpergewicht von 137 Kilogramm war nicht einfach“, erinnert sich Alfons Karrer.
Nächste Seite: Sicher trainieren – ohne Verletzung +++ Was das Qualitätssiegel “Fitness-Training für Diabetiker” beinhaltet +++ So geht es weiter mit der Serie “Indoor aktiv” im Diabetes-Journal
Sicher trainieren – ohne Verletzung
„Man kann nicht laufen, um fit zu werden. Man muss bereits fit sein, wenn man laufen möchte“, wird der international anerkannte Fitnesstrainer Michael Boyle zitiert. Genau aus diesem Grund hat Anja Övermöhle für Alfons Karrer zunächst ein Trainingsprogramm in einem Kraft-Ausdauer-Zirkel ausgearbeitet. Trainiert werden an sechs Geräten die großen Muskelgruppen. Zusätzlich eingebaut in den Zirkel sind ein Crosswalker und ein Fahrradergometer zur Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems.
Die Trainingsgeräte sind elektronisch gesteuert. Die Grundeinstellungen auf die individuellen Körpermaße, Belastungsintensität und -umfang werden auf einer Chipkarte gespeichert. Trainingsdaten sind so jederzeit für Sportler und Trainer abrufbar. „Kraft-Ausdauer-Training im Zirkel ist einfach ideal für den Einstieg in ein regelmäßiges Training – insbesondere auch bei bestehenden Diabetesbegleiterkrankungen“, so die Diabetes-Expertin von der Trainingsfläche.
Vorteile des Gerätetrainings im Zirkel sind die hohe Sicherheit und das geringe Verletzungsrisiko, das gezielte Training einzelner Muskelgruppen und die einfache Belastungsdosierung. „Koordination und Variation bleiben etwas auf der Strecke. Ergänzend bietet sich daher ein funktionelles Krafttraining an“, zeigt Anja Övermöhle die Grenzen eines Zirkeltrainings auf. Alfons Karrer trainiert (noch) überwiegend im Zirkel, hat aber die Functional-Trainingsfläche bereits fest im Auge.
Was besagt das Qualitätssiegel?
Gesundheits- und Fitnessstudios, die das Qualitätssiegel „Fitness-Training für Diabetiker“ vorweisen, verfügen über besonders für den Bereich Diabetes qualifizierte Trainer. Angeboten werden sporttherapeutisch und -medizinisch hochwertige Bewegungskonzepte, die dem besonderen Anforderungsprofil an ein Training für Menschen mit Diabetes gerecht werden. Ein spezielles Notfallmanagement ist etabliert. Die Studios werden zudem medizinisch beraten.
Wer zertifiziert die Gesundheitsstudios?
Die fachlichen Kriterien für das Qualitätssiegel sind von der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Sport der Deutschen Diabetes Gesellschaft erarbeitet worden. Die Zertifizierung erfolgt durch den TÜV Rheinland, der als eine unabhängige Institution über große Erfahrung in der Zertifizierung von Fitnesseinrichtungen verfügt. Der TÜV Rheinland vergibt bereits seit Jahren Qualitätssiegel für Gesundheitsstudios, die der jeweiligen Einrichtung letztlich einen hohen Qualitätsstandard attestieren.
Wie finde ich ein zertifiziertes Gesundheitsstudio?
Deutschlandweit sind aktuell 25 Gesundheitsstudios zertifiziert. Ein Anfang ist gemacht. Eine flächendeckende Umsetzung des Projektes in Deutschland wird von den Initiatoren angestrebt.
Eine Übersicht zertifizierter Gesundheitsstudios sowie weitere Detailinformationen zum Projekt finden Sie auf der Homepage der AG Diabetes & Sport der DDG (www.diabetes-sport.de).
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von Dr. Meinolf Behrens | Diabetologe DDG, Facharzt für Sportmedizin und Ernährungsmedizin
Diabeteszentrum Minden, Bismarckstraße 43, 32427 Minden, Telefon 0571-840999, E-Mail: mb@diabetes-minden.de, Internet: www.diabetes-minden.de
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thomas55 postete ein Update vor 4 Tagen, 3 Stunden
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55 -
sayuri postete ein Update vor 5 Tagen, 1 Stunde
Hi, ich bin zum ersten Mal hier, um mich für meinen Freund mit Diabetes Typ 1 mit anderen auszutauschen zu können. Er versteht nicht alles auf Deutsch, daher schreibe ich hier. Etwa vor einem Jahr wurde ihm der Diabetes diagnostiziert und macht noch viele neue Erfahrungen, hat aber auch Schwierigkeiten, z.B. die Menge von Insulin besser abzuschätzen. Er überlegt sich, mal die Patch-Pad am Arm auszuprobieren. Kann jemand uns etwas über eingene Erfahrungen damit erzählen? Ich wäre sehr dankbar!🤗🙏
Liebe Grüße
Sayuri -
cina_polada postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hi, ich bin Julija und komme aus Frankfurt. Vor ein paar Wochen wurde bei mir Diabetes Typ 2 mit gerade mal 33 Jahren diagnostiziert.. Kämpfe im Moment noch sehr mit der Diagnose und würde mich über etwas Austausch sehr freuen 🙂
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lena-schmidt antwortete vor 6 Tagen, 13 Stunden
Hallo Cina,
wir vom Diabetes-Anker treffen uns am 25.2 virtuell per Teams falls das für dich relevant ist 🙂
Schau gerne mal in den Veranstaltungen
Liebe Grüße
Lena
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