Schwitzen statt sitzen: Sport nicht nur als Zuschauer erleben!

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© Günter Menzl - Fotolia
Schwitzen statt sitzen: Sport nicht nur als Zuschauer erleben!

Wenn am Donnerstag, den 14. Juni 2018, das erste Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft angepfiffen wird, sitzen Millionen kleine und große Fans vor dem Bildschirm. Deutschlands Bürger sind zwar sportbegeistert, aber auch Sportmuffel: Knapp die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland bezeichnet sich als solchen oder gar als Antisportler. Die Organisation diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe mahnt deshalb, dass die Gesellschaft aktiv werden muss gegen Übergewicht und Typ-2-Diabetes.

Zwei von drei Männern und jede zweite Frau sind übergewichtig, knapp ein Viertel ist sogar adipös, also schwer übergewichtig. 15 Prozent der Kinder in Deutschland haben Übergewicht, über sechs Prozent sind adipös. Das sind mehr als doppelt so viele wie Anfang der 1990er Jahre. Adipositas ist zur häufigsten chronischen Erkrankung im Kindes- und Jugendalter geworden und zugleich ein hoher Risikofaktor für die Entstehung eines Diabetes Typ 2. Daran leiden bereits jetzt 6,7 Millionen Menschen in der Bundesrepublik.

Die Menschen in Deutschland bewegen sich viel zu wenig

Wäre „Sitzen“ eine Sportart, hätte Deutschland auch in dieser Disziplin gute Chancen auf einen Weltmeistertitel. „Im Durchschnitt sitzen wir 7,5 Stunden täglich”, sagt Dr. med. Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe und niedergelassener Diabetologe aus Hamburg-Bergedorf.

„Zwei Drittel der Menschen hierzulande bewegen sich im Alltag nicht einmal eine Stunde pro Tag.” Nur jeder fünfte Erwachsene erreiche die WHO-Empfehlung von mindestens 2,5 Stunden körperlicher Aktivität pro Woche. Dabei beginne der Bewegungsmangel schon im Kindesalter. „Nur etwa jedes vierte Kind beziehungsweise Jugendlicher erreicht die WHO-Empfehlung, sich 60 Minuten am Tag zu bewegen”, so der Diabetologe.

Lebensmittelindustrie bewirbt rund um die WM ungesunde Produkte

Neben Bewegungsmangel hat auch der Verzehr hochkalorischer Lebensmittel einen hohen Anteil an der Entstehung von Übergewicht und Diabetes Typ 2: Im Zuge der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft werben unter anderem Coca-Cola, McDonald’s und Ferrero für ihre kalorienreichen Produkte. „Der Werbe-Etat der verführenden Lebensmittelindustrie ist während der Fußball-WM besonders hoch”, betont Kröger. Gerade Kinder und Jugendliche konsumieren gerne Lebensmittel, die in Zusammenhang mit der WM und ihren Idolen, den Sportlern, beworben werden.

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Verbraucher unterschätzen jedoch, wie viele Kalorien sie und ihre Kinder damit zu sich nehmen, erklärt Dr. Kröger: „Ein klassisches Fast Food-Menü mit 0,3 Liter Coca-Cola plus ein Big Mac enthält 1.023 Kalorien.

Dafür müsste ein erwachsener Mann (50 Jahre alt, 180 cm groß, 90 Kilogramm schwer) 13 Mal seinen Grundumsatz aufwenden, um diese Kalorien innerhalb einer Stunde wieder abzuarbeiten. Das hieße konkret: 118 Mal die Längsseite eines Fußballfeldes zügig gehen und dabei 27.300 Schritte zurücklegen oder 85 Minuten Fußball spielen. Eine Frau (50 Jahre alt, 165 cm groß, 65 Kilogramm schwer) müsste 19 Mal ihren Grundumsatz aufwenden und etwa 243 Mal zügig das Fußballfeld mit 36.855 Schritten ablaufen oder 110 Minuten Fußball spielen.”


Quelle: Pressemitteilung von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Tag, 11 Stunden

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 2 Tagen, 5 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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