Tipps von Michelle: Sport für Diabetes-Einsteigerinnen und Einsteiger

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Eine Junge Frau sitzt mit entspanntem Gesichtsausdruck und geschlossenen Augen auf einer Sitztreppe und macht eine Yoga-Übung.
Foto: Michelle Schmidt
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Tipps von Michelle: Sport für Diabetes-Einsteigerinnen und Einsteiger

Die Sonne kommt raus, die Temperaturen steigen, die Tage werden länger: let’s go out! Schwimmen, Radfahren, Beachvolleyball, es gibt so viele Sport-Möglichkeiten! Aber wo fangen Diabetes-Einsteigerinnen und Einsteiger an, wenn sie frisch die Diagnose Diabetes bekommen haben? Dazu hat Michelle einige Tipps zusammengetragen.

So viele Möglichkeiten, und der Körper reagiert auf jede Sportart gefühlt anders. Mit diesem Artikel bekommst du einen Step-by-Step-Plan, um dich an deine Lieblingssportarten ranzutasten.

Schritt 1: Lerne deinen Körper kennen

Stelle erstmal sicher, dass du weißt, wie insulinempfindlich dein Körper ist und auf welche Ereignisse der Blutzucker mehr oder weniger reagiert. Wie findest du das heraus? Gehe am besten eine halbe Stunde spazieren (mit „Hypo“-Snacks) und schau, was passiert. Musstest du mehrere Pausen machen und etwas zu dir nehmen? Bewegt sich der Blutzucker überhaupt? Jeder Körper ist super unterschiedlich, daher kann auch ein harmloser Spaziergang völlig unterschiedliche Auswirkungen haben.

Schritt 2: Schaffe ein sicheres Umfeld

Egal, welche Sportart du testen möchtest: Schaffe dir einen Raum, in dem es auch in Ordnung ist, falls der Blutzucker in ein Extrem rutscht. Was ich damit meine:

  • Habe immer genug „Hypo“-Snacks dabei, an die du schnell rankommst.
  • Gib dir die Möglichkeit, den Sport jederzeit abzubrechen.
  • (Für Jogger: nicht gleich 5 km in den Wald rennen, sondern lieber einen Rundweg wählen, damit du jederzeit aufhören kannst).
  • Sei dir gegenüber geduldig und tolerant: Der erste Versuch muss und wird wahrscheinlich nicht gleich gelingen und das ist völlig in Ordnung. Es geht im ersten Schritt um objektives Beobachten!

Schritt 3: Es wird ernst!

Suche dir eine Sportart aus und dann kann es auch schon losgehen! Ziel ist es nicht, eine neue Bestzeit hinzulegen, sondern erstmal zu sehen, was der Körper macht. Je nach Sportart kann es gut sein, dass du sogar spritzen musst (z.B. Kraftsport), aber auch hier: erstmal beobachten, bevor du dich in den Unterzucker spritzt. Mache ab und zu Pausen und nimm dir bewusst Zeit für den Diabetes. Dein Körper und auch du werden es dir danken!

Foto: Michelle Schmidt

Schritt 4: Reflexion!

Nun geht es darum, aus den Beobachtungen Schlüsse zu ziehen und Anpassungen zu machen. Was ist mit dem Blutzucker passiert? Ist er gesunken? War er stabil? Musste ich dagegen essen/spritzen? Je nach Antwort kannst du das Gelernte ins nächste Training mitnehmen. Du kannst die Basalrate im Voraus etwas runterstellen oder an einem Trainingstag weniger Langzeitinsulin spritzen, damit du nicht vor jeder Session erstmal essen musst. Du kannst den Sport natürlich auch bewusst vor oder je nach Intensität nach dem Essen platzieren und dir somit ein paar Einheiten Insulin sparen. Du siehst, viele Möglichkeiten und keine davon ist richtig oder falsch! Es geht darum, dass du deinen Weg findest, mit dem du klarkommst.

Schritt 5: Übung macht den Meister

Und dann heißt es üben, üben, üben. Immer wieder Anpassungen machen, bis du mit deinen Werten zufrieden bist. Am Anfang etwas mühsam, aber es lohnt sich! Oft reichen ein paar solcher Sporteinheiten, um bereits ein gutes Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln und dann die nächsten Jahre sorgenfrei deinen Sport betreiben zu können. Probiere es aus! Welche Sportarten eignen sich besonders gut? Generell kannst du mit Diabetes wirklich jeden Sport machen! Manche Sportarten sind natürlich eine größere Herausforderung als andere.

Um einzusteigen, würde ich dir sanfte Sporteinheiten wie Walken oder Yoga empfehlen. Wenn du die raushast, kannst du dich je nach Vorlieben an Kraftsport oder an Ausdauersport wagen. Wie oben beschrieben, kannst du mit kürzeren Strecken anfangen und auch erstmal nicht Vollgas geben, sondern etwas unter deiner normalen Geschwindigkeit starten. Wenn du dich gut fühlst, genug „Hypo“-Snacks an Board hast und motiviert bist, dann steigere gern das Tempo. Achte darauf, dass du nicht zu weit weg von zuhause oder deinem Auto bist, um im Notfall schnell reagieren zu können.

Foto: Michelle Schmidt

The sky is the limit!

Trau dich! Je experimentierfreudiger du bist, desto mehr Möglichkeiten hast du auch! Es ist völlig okay, wenn die Werte mal aus dem Ruder laufen, solange du verstehst, woran es lag, und das nächste Mal anders handelst. Es gibt heutzutage viele Athleten mit Diabetes in den unterschiedlichsten Bereichen, also lass dich von deiner Krankheit nicht einschränken! Sieh sie als Stärke und Werkzeug, um deinen Körper besser zu verstehen. Nicht umsonst gibt es heute sogar für Menschen ohne Diabetes Sensoren, damit sie genau analysieren können, wie ihre Zuckerwerte auf die Sportart reagiert und das Beste aus sich rausholen können.

Und das solltest du auch, let’s go!


von Michelle Schmidt

Michelle war Autorin in der Blood Sugar Lounge und hat dort aus dem Leben mit Diabetes berichtet. Hier findet ihr alle Beiträge aus dieser Zeit:

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  • 123novesia postete ein Update vor 1 Tag, 9 Stunden

    Bin neu hier. Typ2. Meine Werte verschlechtern sich obwohl ich nicht anders esse und mehr Bewegung eingebaut habe. Denke Stress ist hier das Hauptthema. Pflegebedürftige Mutter und Sohn steht im Stastsexsmen. Habe seit Jahren auch Depressionen und Panikattacken. Bin verzweifelt.

    • Liebe @123novesia, willkommen in unserer Community. Es tut mir sehr leid zu lesen, wie viel gerade auf deinen Schultern liegt. Die Sorge um deine Mutter, der Stress rund um das Staats­examen deines Sohnes und dazu Depressionen und Panikattacken. Dass dich das erschöpft und verzweifelt macht, ist sehr verständlich.
      Bitte mach dir keine Vorwürfe: Verschlechterte Werte bedeuten nicht automatisch, dass du etwas falsch machst. Stress und psychische Belastungen können den Blutzucker beeinflussen. Trotzdem wäre es wichtig, die Veränderungen zeitnah mit deiner Diabetespraxis oder deiner Hausärztin/deinem Hausarzt zu besprechen, damit auch andere Ursachen ausgeschlossen und die Behandlung gegebenenfalls angepasst werden kann.
      Du musst das alles nicht allein tragen. Vielleicht gibt es für deine Mutter Unterstützung durch Angehörige, einen Pflegestützpunkt oder einen ambulanten Dienst. Und auch für dich wäre jetzt Unterstützung wichtig – durch deine behandelnde Praxis oder eine psychotherapeutische/psychiatrische Anlaufstelle. Auch hier findest du vielleicht noch Halt und Unterstützung aus unserer Community. Alles Gute und pass auf dich auf. Liebe Grüße Lena

  • jseiffert postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag

    Hallo zusammen,
    heute findet unser nächstes Community-MeetUp via Teams statt.
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    Wir freuen uns auf Euch! 🙂

  • Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/