Walking statt Winter-Blues

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© Robert Kneschke - Fotolia.com
Walking statt Winter-Blues

Dichte Wolken lassen den Himmel grau erscheinen. Die kalte Jahreszeit gibt der Sonne kaum eine Chance, uns mit Energie zu versorgen. Der Lichtmangel führt zu einer verminderten Produktion des Glückshormons Serotonin – für viele Menschen wiederholt sich damit ein alljährliches Stimmungstief in Herbst und Winter.

Ständige Müdigkeit, Antriebslosigkeit und interessanterweise auch Heißhunger auf Süßes sind typische Symptome eines Stimmungstiefs im Winter. Experten sprechen auch von einer saisonal bedingten Depression oder Winterdepression. Natürlich bedeutet nicht jede Stimmungsschwankung im Winter gleich das Vorliegen einer Winterdepression.

Auch lässt sich schwer beziffern, wie viele Menschen tatsächlich an einer saisonal bedingten Depression leiden, da die Übergänge zwischen einer normalen schlechten Stimmung oder Traurigkeit und Depressivität doch eher fließend sind und zudem geographisch erhebliche Unterschiede bestehen.

Diabetes und Depression beeinflussen sich gegenseitig

Gehen die Symptome allerdings mit einer Einschränkung von Lebensqualität und Leistungsfähigkeit einher, so ist sicherlich eine Depression anzunehmen – und professionelle Unterstützung in der Regel erforderlich. Bekanntermaßen beeinflussen sich Diabetes und Depression gegenseitig, sodass gerade Menschen mit Diabetes sehr sensibel auf die Signale ihres Körpers hören müssen.

Was aber hat die saisonal bedingte Depression, auch Winter-Blues genannt, mit Walking zu tun? Ganz einfach: Der Spaziergang an der frischen Luft ist die effektivste Maßnahme zur Vorbeugung und Therapie der saisonal bedingten Depression. Selbst ein bedeckter Himmel liefert eben noch um ein Vielfaches mehr Licht als die Beleuchtung in Räumen. Idealerweise sollte der Spaziergang morgens stattfinden. Durch das Licht wird die Serotoninbildung wieder angeregt, und unser Glückshormon kann wirken – Müdigkeit und Antriebslosigkeit verschwinden.

Spaziergänge bei Tageslicht sichern die Vitamin-D-Versorgung

Aber nicht nur die Psyche profitiert vom Sonnenlicht: Gerade in den Wintermonaten haben viele Menschen einen Mangel an Vitamin D, da für die Bildung des “Sonnenvitamins” Sonnenstrahlung benötigt wird. Jeder Spaziergang bei Tageslicht sichert die Vitamin-D-Versorgung und beugt somit der Osteoporose vor. Regelmäßige körperliche Aktivität steigert zudem das psychische Wohlbefinden, stärkt die Abwehrkräfte, verbessert die Herz- und Kreislauf-Funktion und lässt uns länger gesünder leben. Schöne Aussicht, nicht?

Je mehr Licht und Energie getankt werden, umso besser ist es. Empfohlen wird, je nach Intensität der Sonnenstrahlung, sich in den dunklen Monaten idealerweise täglich ein bis zwei Stunden draußen aufzuhalten. Sicherlich nicht immer ganz einfach zu erreichen. Eine Stoppuhr wird übrigens nicht benötigt: Ob langsam oder schnell gelaufen wird, ist mit Blick auf die Stimmungslage nicht entscheidend.

Entscheidend für den Erfolg sind Tageslicht, frische Luft und Entspannung

Alternativ zum Walking sind natürlich beliebig andere Sportarten im Freien möglich wie Nordic Walking, Jogging, Radfahren oder im Winter auch Eislaufen. Entscheidend für den Erfolg sind Tageslicht, frische Luft und Entspannung.

Früher war es noch notwendig, den Energieverbrauch im Winter zu reduzieren, um mit den zuvor angesammelten Energievorräten sicher durch den Winter zu kommen. Die Steinzeit ist vorbei, heute sind ausreichend Licht und Bewegung im Winter mehr denn je gefragt – damit der Winter-Blues erst gar keine Chance hat.


Es muss kein Marathon sein – der Spaziergang hält uns fit

Zunehmende motorisierte Nahmobilität, Fun- und Eventsportarten – der Spaziergang scheint so gar nicht mehr in unsere Zeit zu passen. Dabei lässt sich keine andere Form der Bewegung so einfach und spontan umsetzen – praktisch unabhängig von Zeit und Raum.

Spaziergänge bieten Platz für entspannte wie auch kreative Gespräche in der Freizeit und im Berufsleben. Spaziergänge erlauben, die Natur und Umwelt im Wechsel der Jahreszeiten zu erleben. Aus medizinischer Sicht gibt es zudem reichlich Argumente für den täglichen Spaziergang. Versuchen Sie es doch einfach mal wieder – er wirkt nicht nur gegen den Winter-Blues:

Regelmäßige Spaziergänge (30 Minuten an mindestens 5 Tagen in der Woche …

  • stärken die Herz-Kreislauf-Funktion
  • senken den Blutdruck
  • reduzieren das Diabetesrisiko
  • senken die Blutzuckerwerte
  • helfen bei der Gewichtsabnahme
  • helfen bei Depressionen
  • stärken das Immunsystem
  • bauen Stress ab
  • beugen einer Demenz vor
  • reduzieren das Krebsrisiko
  • verlängern das Leben

Wissenschaft interessant
Japanische Forscher haben festgestellt, dass japanische Männer im Alter von 40 bis 55 Jahren, die einen Fußweg von mehr als 21 Minuten zur Arbeit haben, nach 4 Jahren seltener an Typ-2-Diabetes erkranken als solche mit einem Fußweg von weniger als 10 Minuten.Der tägliche Spaziergang zur Arbeit reduziert das Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Quelle: The Kansai Healthcare Study. Diabetes Care (2007)


von Dr. Meinolf Behrens
Diabetologe DDG, Facharzt für Sportmedizin und Ernährungsmedizin
Diabeteszentrum Minden, Bismarckstraße 43, 32427 Minden,
Telefon 0571-840999, E-Mail: mb@diabetes-minden.de
,
Internet: www.diabetes-minden.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2015; 64 (12) Seite 80-83

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  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 4 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 1 Tag

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

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