Ziele setzen, Ziele erreichen

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Ziele setzen, Ziele erreichen

Sein Ziel kennen und das Ziel erreichen sind zwei verschiedene Dinge. Wie Sie erreichen können, was Sie sich vorgenommen haben – auch im Bereich Diabetes – lesen Sie hier.

Die Informationen in diesem Newsletter-Beitrag stammen aus einem Artikel, den der Diplom-Psychologe Berthold Maier für das Diabetes-Journal geschrieben hat. Maier arbeitet am Forschungsinstitut der Diabetes Akademie Bad Mergentheim (FIDAM).

Auch in der Behandlung des Diabetes begegnet Ihnen oft der Begriff Ziele. Sicherlich haben Sie mit Ihrem Arzt “Zielbereiche” für Ihren Blutzucker vor- und nach der Mahlzeit festgelegt. Wenn Sie einen Gesundheits-Pass Diabetes besitzen, sind Sie es gewohnt, mit dem Arzt “Jahresziele” zu vereinbaren – etwa zum angestrebten Blutzuckerlangzeitwert HbA1c oder zum Körpergewicht.

Aus der Psychologie ist bekannt, dass Menschen, die ehrgeizig und motiviert ein Vorhaben verfolgen, sich immer einem persönlichen Ziel verschrieben haben. Das Erreichen persönlicher Ziele im Umgang mit Ihrem Diabetes kann eine Quelle sein, aus der Sie immer wieder Kraft schöpfen können.

Sich ein Ziel setzen – das bringt doch nichts?!

Viele Menschen winken müde ab, wenn Sie aufgefordert werden, sich Ziele zu setzen: Sie erinnern sich an die guten Vorsätze zum neuen Jahr – die spätestens nach drei bis vier Wochen vertagt werden…bis zum nächsten Jahr! Wenn selbstgesteckte Ziele dazu führen, regelmäßig vergessen zu werden, scheint etwas falsch zu laufen. Wie schaffen Sie es, sich ein Ziel so zu setzen, dass Sie tatsächlich Ihr Verhalten danach ausrichten und Sie dieses Ziel auch erreichen?

10 Tipps: So fällt es Ihnen leichter, dranzubleiben und Ihr Ziel zu erreichen

  1. Finden Sie heraus, was Ihre Lebenswerte sind Was ist Ihnen im Leben besonders wichtig? Die Familie, der Arbeitsplatz, Attraktivität, ein Weltreise? Psychologen sprechen hier von Lebenswerten. Sie dienen als eine Art Kompass, die unser Handeln leiten und darüber entscheiden, wie wir unseren Alltag gestalten.
  2. Einen Schritt weiter denken Wie müssten Sie mit Ihrem Diabetes umgehen, um Ihren Lebenswerten gerecht zu werden? Wie gestalten Sie Ihre Therapie, um zum Beispiel ein glückliches Familienleben zu führen? Finden Sie Ziele in Ihrer Diabetesbehandlung, die Ihnen den Weg frei machen, das zu erreichen, was Ihnen im Leben besonders wichtig ist.
  3. Wer bestimmt über Sie? Vielleicht halten Sie sich nur deswegen an eine Therapieempfehlung, weil es Ihnen Ihr Arzt aufgetragen hat? Dagegen ist zunächst nichts einzuwenden. Psychologen haben jedoch herausgefunden, dass Menschen ein Ziel in der Regel längerfristig und motivierter verfolgen, wenn sie sich das Ziel selbst ausgedacht und formuliert haben. Bestimmen Sie also selbst über Ihre Ziele!
  4. Motivieren Sie sich selbst Trauen Sie sich, sich von gutgemeinten Vorgaben für Ihre Diabetesbehandlung frei zu machen, von denen Sie nicht überzeugt sind und die nicht Ihren Wertvorstellungen entsprechen. Tüfteln Sie bei der Behandlung Ihres Diabetes an eigenen Zielen und Wegen, die stimmig sind mit dem, was Ihnen im Leben wichtig ist. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie Sie Ihren Weg gehen können.
  5. Positiv formulieren statt vermeiden Dasselbe Vorhaben – z. B. mehr Bewegung – kann durch unterschiedliche Beweggründe motiviert sein. Wollen Sie durch das Mehr an Bewegung vermeiden, noch mehr zuzunehmen oder wollen Sie von Ihrem Partner für die regelmäßige Bewegung bewundert werden? Im ersten Fall sprechen Psychologen von einem Vermeidungsziel, im zweiten Fall von einem positiv formulierten Ziel. Menschen sind motivierter, wenn sie ihre Ziele positiv formulieren! Malen Sie sich also die Vorteile aus, die Sie durch das Erreichen eines Ziels haben werden!
  6. Konkrete Ziele formulieren Nehmen Sie sich konkrete Dinge vor: Wenn Sie sich gesünder ernähren möchten – wie sieht dann morgens Ihr Frühstück aus? Das sollten Sie sich überlegen.
  7. Kleine Schritte gehen Zerlegen Sie ein umfassendes Ziel in kleine Schritte, die Sie sofort umsetzen können. Sparen Sie nicht mit Details, wenn Sie einen Plan für Ihr Vorhaben schmieden. Je konkreter Sie Ihre Ziele formulieren, desto größer ist die Aussicht, dass Sie Ihrer Absicht auch Taten folgen lassen. Nebenbei tun Sie sich bei konkreten Zielen viel leichter, erste Erfolge zu registrieren.
  8. Das Ziel mit anderen teilen Sagen Sie einem Freund oder Familienmitglied, was Sie vorhaben – das macht einen Rückzieher unwahrscheinlicher! Sie können denjenigen sogar bitten, Sie immer wieder an Ihren Plan zu erinnern und nachzufragen.
  9. Ziele aufschreiben Es kann auch helfen, das Ziel aufzuschreiben, ebenso die einzelnen Schritte, mit denen Sie es erreichen möchten. So fühlen Sie sich stärker sich selbst verpflichtet.
  10. Sofort starten Neigen Sie auch dazu, wichtige Vorhaben grundsätzlich auf nächste Woche zu verschieben? Weil Sie dann weniger Stress, mehr Zeit und Energie haben? Fackeln Sie nicht lange: Fangen Sie am besten heute damit an – und genießen Sie die Zufriedenheit mit sich schon am Ende des heutigen Tages.

Oft ist es schwer, sich selbst zu motivieren, um wichtige Ziele zu erreichen. Helfen kann der Ratgeber “Diabetes akzeptieren und Motivation gewinnen”. Dieses Buch von Psychologe Achim Stenzel hilft Ihnen dabei, langfristig erfolgreich Ihren Diabetes zu akzeptieren und Motivation zu gewinnen.
Stenzel greift dafür auf die Diabetes-Akzeptanz- und Commitment-Therapie zurück, einer neuen Methode, die hier erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht wird. Die Methode wurde erfolgreich erprobt im Diabetes Zentrum Bad Mergentheim.

Diabetes akzeptieren und Motivation gewinnen
ISBN 978-3-87409-525-9
1. Auflage 2012
106 Seiten, broschiert
12,50 €


Mehr über das Buch und eine Bestellmöglichkeit finden Sie hier
.


von Redaktion Diabetes-Journal
Kirchheim-Verlag, Kaiserstraße 41, 55116 Mainz, Tel.: (0 61 31) 9 60 70 0,
Fax: (0 61 31) 9 60 70 90, E-Mail:redaktion@diabetes-journal.de

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  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • ole-t1 antwortete vor 1 Monat

      Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße