Der tägliche Diabetes-Mama-Fünfkampf

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Der tägliche Diabetes-Mama-Fünfkampf

Die Olympischen Spiele sind seit Kurzem vorbei. Es wurde viel gejubelt, aber auch geweint. Diese Wettkämpfe zeigen, dass Freud und Leid sehr nah beieinanderliegen können.

Und so ist es doch auch bei uns im täglichen Fünfkampf: Manchmal kommen wir gut mit den Anforderungen zurecht, die die Diabeteserkrankung unserer Kinder mit sich bringt. Manchmal könnten wir schier daran verzweifeln. Wir tragen täglich die unterschiedlichsten Wettkämpfe aus.

Meine Top 5 – meine ganz persönlichen Fünfkampf-Disziplinen:

Wettkampfdisziplin Nr. 1:
Kaffee, Kaffee, Kaffee

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Wenn die Wachstumshormone mal wieder zuschlagen. Wenn die Blutzuckerwerte mal wieder total aus den Fugen geraten sind. Wenn ich mal wieder die Nacht zum Tag gemacht habe – dann starte ich in den Tag mit meiner Paradedisziplin: Kaffeekonsum.

Die erste Tasse zum Aufwachen und die zweite, dritte, vierte Tasse zum Wachbleiben und um irgendwie den Tag bis zum Abend überstehen.

Wettkampfdisziplin Nr. 2:
Schätzen von KE/BE/FPE/SEA …

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Während andere Eltern ihre Kinder einfach drauflos essen lassen können, beginnt es in meinem Kopf zu arbeiten: Wie viele KE/BE stecken wohl in dieser Pizza? Wie viele FPE soll ich für die Pommes mit einrechnen? Gehen die Kohlenhydrate schnell ins Blut oder eher langsam? Brauchen wir also einen Spritz-Ess-Abstand? Hmmm. In dieser besonderen Disziplin werde ich wohl nie die Goldmedaille gewinnen. Dazu verschätze ich mich leider (noch) zu oft.

Wettkampfdisziplin Nr. 3:
Gewichtheben mal anders

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Ist die Handtasche einer Frau schon gut gefüllt, so gilt das für eine Diabetes-Mama ganz besonders. Die zusätzlichen Utensilien sorgen dafür, dass wir Diabetes-Mamas es mit einem Gewichtheber (Leichtgewicht) aufnehmen können. Nicht nur, das unsere Handtaschen besonders schwer werden, sie müssen auch noch besonders groß sein. Schließlich brauchen Hypohelfer, Messgeräte, Teststreifen, Ersatzkatheter etc. auch ausreichend Platz. Leider kann ich auf die meisten Dinge nicht wirklich verzichten. Denn die Erfahrung zeigt: Wenn ich etwas aussortiere, fehlt es mir am nächsten Tag garantiert.

Wettkampfdisziplin Nr. 4:
Wie viele gebrauchte Teststreifen und leere Verpackungen kann ich mit mir herumtragen?

5kampf-teststreifen-überall

Eine ganz besondere Disziplin. Für meine Tochter bin ich der wandelnde Diabetes-Abfalleimer. Egal, ob gebrauchte Teststreifen oder leere Traubenzuckerverpackungen: Ich bekomme alles jederzeit zugesteckt. Es gibt wohl kaum noch eine Jacken- oder Hosentasche, in der sich nicht irgendein Diabetes-Abfallprodukt befindet. Wie viele benutzte Teststreifen tragt Ihr so mit Euch rum?

Wettkampfdisziplin Nr. 5:
Schlaf wird überbewertet – nächtliches Blutzuckermessen

5kampf-messen-nacht

Bei unserer Tochter spielen vor allem die Blutzuckerwerte in der Nacht verrückt. Den einen Tag geht sie hoch. Den anderen Tag geht sie in den Unterzucker, und am dritten Tag passt es mal so einigermaßen. Leider nach keinem erkennbaren Muster. Da hilft bei uns leider nur eines: Wir müssen mindestens einmal in der Nacht ihren Blutzucker kontrollieren. Und das ist wohl die härteste Disziplin von allen: das nächtliche Blutzuckermessen. Wenn der Wecker mich aus dem Schlaf reißt, ist der nächste Tag für mich eigentlich schon wieder gelaufen. Was dann unweigerlich zu Wettkampfdisziplin Nr. 1 führt, um den Tag zu überstehen.

Wie heißt es bei Olympia so schön? Dabei sein ist alles. Doch ehrlich gesagt, könnte ich auf all diese ganz besonderen Herausforderungen des Alltags von Diabetes-Mamas/-Papas gerne verzichten, wenn unsere Tochter dafür kerngesund wäre. Doch da wir es leider nicht ändern können, geben wir jeden Tag unser Bestes für unsere Kinder. Und das ist das Wichtigste, was zählt. Und dafür haben wohl alle Diabetes-Eltern die Goldmedaille verdient.

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  • Hallo ihr Lieben….Mein Name ist Laila…Ich bin neu hier…Ich wurde seit 2017 mit Diabetes 2 diagnostiziert.Da bekam ich den Diabetes durch laufen ohne Medies in den Griff.Das ging so bis Januar 2025.Ich weiss heute nochicht warum…aber ich hatte 2024 den Diabetes total ignoriert und fröhlich darauf losgegessen.Mitte 2025 ging ich Sport machen und gehen nach dem Essen.Und nahm immer megr ab.Htte einen Hb1C Wert von 8…Da ich abnahm, dachte ich, das der Wert besser ist…Bis Januar 2025…Da hatte ich einen HbA1C Wert von 14,8…Also Krankenhaus und Humalog 100 zu den Malzeiten spritzen…Und Toujeo 6 EI am Morgen…Irgendwann merkte ich, das mich kein Krankenhaus einstellen konnte.Die Insulineinheiten wurden immer weniger.Konnte kein Korrekturspritzen megr vornehmen.Zum Schluss gin ich nach 5 Mon. mit 2 Insulineinheiten in den Hypo…Lange Rede …kurzer Sinn.Ich ging dann auf Metformin…Also Siofor 500…Ich war bei vielen Diabethologen….Die haben mich als Typ 1 behandelt.Mit Metformin ging es mir besser.Meine letzte Diaethologin möchte, das ich wieder spritze.Ich komme mit ihr garnicht zurecht.Mein HbA1C liegt jetztbei 6,5…Mein Problem ist mein Gewicht.Ich wiege ungefähr 48 Kilo bei 160 m…Ich bräuchte dringend Austausch…Habe so viele Fragen…Bin auch psychisch total am Ende. Achso…Ja ich habe seit 1991 eine chronisch kalfizierende Pankreatitis…Und eine exokrine Pankreasinsuffizienz…Also daurch den Diabetes 3c.Wer möchte sich gerne mit mir austauschen?An Michael Bender:” Ich habe Deine Geschichte gelesen . Würde mich auch gerne mit Dir austauschen, da Du ja auch eine längere Zeit Metformin eingenommen hast.” Ich bin für jeden, mit dem ich mich hier austauschen kann, sehr dankbar. dankbar..Bitte meldet Euch…!!!

    • Hallo Leila, ich bin Suzana und auch in dieser Gruppe. Meine Geschichte kannst du etwas weiter unten lesen.
      Es ist sicher schwer aus der Ferne Ratschläge zugeben, dennoch: ich habe mich lange gegen Insulinspritzen gewehrt aber dann eingesehen, dass es besser ist. Wenn die Pankreas nicht mehr genug produziert ist es mit Medikamenten nicht zu machen. Als ich nach langer Zeit Metformin abgesetzt habe, habe ich erst gemerkt, welche Nebenwirkungen ich damit hatte.
      Ja auch ich muss aufpassen nicht in den unterzucker zu kommen bei Sport und Bewegung aber damit habe ich mich inzwischen arrangiert. Traubensaft ist mein bester Freund.
      Ganz wichtig ist aber ein DiabetologIn wo du dich gut aufgehoben fühlst und die Fragen zwischendurch beantwortet.
      Weiterhin viel Kraft und gute Wegbegleiter!

    • @suzana: Ich danke Dir für die Nachricht.Könnten wir uns weiterhin austauschen?Es wäre so wichtig für mich.Vielleicht auch privat? Gebe mir bitte Bescheid…Ich kenne mich hier leider nicht so gut aus…Wäre echt super…😊

  • vio1978 postete ein Update vor 2 Tagen, 4 Stunden

    Habe wieder Freestyle Libre Sensor, weil ich damit besser zurecht kam als mit dem Dexcom G 6. ist es abzusehen, ob und wann Libre mit d. Omnipod-Pumpe kompatibel ist?🍀

  • gibt es Tips oder Ratschläge dieser Pumpe betreffend?

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