Im Zentrum: DRK Krankenhaus Kirchen (Sieg)

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Im Zentrum: DRK Krankenhaus Kirchen (Sieg)

Nicht nur die “normale” Versorgung und Betreuung der Kinder und Jugendlichen mit Diabetes findet im DRK Krankenhaus Kirchen in Rheinland-Pfalz statt – auch einige Events organisiert das Team oder begleitet Events anderer: letztes und dieses Jahr ein Fußball-Camp, eine Segel-Freizeit, einen Klettertag im Kletterpark. Im Vordergrund steht aber natürlich der Alltag im Zentrum, den das Team mit Begeisterung umsetzt – und dabei viel Schönes erlebt.

Das Leben ist so schön – und wir haben so tolle Kinder und Jugendliche!” Davon sind die beiden Diabetesberaterinnen Katja Baldus und Sina Holzhauer aus dem Diabetes-Team der Pädiatrie im DRK Krankenhaus Kirchen im nördlichsten Rheinland-Pfalz überzeugt. Hier werden Kinder und Jugendliche mit Diabetes mit ihren Eltern individuell betreut. Zum Team gehören außerdem neben Chefärztin Dr. Louisa van den Boom eine weitere Diabetesberaterin und eine Diabetologin in Weiterbildung.

Begeistert beim Arbeiten

Im Gespräch spürt man die Begeisterung. “Ich möchte ihnen ein Stück weit den Mut geben und auch so viel Wissen, dass sie ihr Leben super meistern”, sagt Katja Baldus mit Blick auf die Kinder und Jugendlichen. Für Sina Holzhauer gibt es noch eine weitere Motivation: “Mein Grund war, dass ich mir damals als Jugendliche selbst immer gewünscht habe, jemanden vor mir sitzen zu haben, der selbst betroffen ist und mich somit in einer anderen Art und Weise versteht.” Sie selbst hat seit 23 Jahren Typ-1-Diabetes.

Die Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin ist von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zertifiziert als Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche. Zu den Aufgaben, die das Team erfüllt, gehört u. a., die Kinder und Jugendlichen mit den gängigen sowie mit individualisierten Therapie-Formen zu versorgen und zu betreuen, auch telemedizinisch. Bei Notfall-Situationen steht das Team ebenso parat. Werden die Jugendlichen erwachsen, bekommen sie Unterstützung beim Übergang (Transition) in die Erwachsenen-Medizin.

Schulung mit Sport und Eis

Ein wichtiger Teil der Arbeit sind, natürlich, Diabetes-Schulungen für die Familien. Bei Erstdiagnose gibt es Einzelschulungen, aber später wird in Gruppen geplant. Diese bestehen normalerweise aus bis zu drei Kindern oder Jugendlichen in vergleichbarem Alter – “wenn die Kinder gleich alt sind, haben die Kinder auch meistens die gleichen Probleme”, erklärt Sina Holzhauer. Vor Kurzem waren aber vier sieben- bis zehnjährige Kinder da, drei Jungen, ein Mädchen: “Die waren ganz schön hier im Haus unterwegs.” Sehr gut verstanden haben sie sich offenbar, wie Katja Baldus erzählt, denn sie traf sie zufällig bei sich im Wald: “Da hatten sich die vier außerhalb des Krankenhauses verabredet.”

Die Schulungen sind kein trockener Lernstoff: “Wir versuchen, viel Praktisches zu machen. Wir arbeiten mit Bildern, mit Karten.” Aber es gibt auch Sport, Spiel – und Boxen. Zum Üben des Gelernten gibt es aus der Krankenhausküche Pizza, Käsespätzle oder auch Eis. Katja Baldus: “So können wir ohne viel Druck sehen, was gut funktioniert und was wir noch verbessern können. Und wir können auch die Fragen direkt beantworten bzw. diskutieren.” Damit die Betreuung auch außerhalb gut klappt, schult das Team ebenfalls pädagogische Fachkräfte und weitere Betreuungspersonen.

Kontakt-Informationen

DRK Krankenhaus KirchenDiabetes-Team der PädiatrieBahnhofstraße 2457548 KirchenTelefon: 0 27 41/6 82-24 64E-Mail: diabetesberatung-paediatrie@drk-kh-kirchen.deWebsite: www.drk-kh-kirchen.de

von Redaktion Diabetes-Anker

Das Redaktionsteam des Diabetes-Ankers besteht aus erfahrenen Journalistinnen und Journalisten – teils mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Hintergrund sowie selbst von Diabetes betroffen – die seit vielen Jahren zum Thema Diabetes publizieren.

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2023; 11 (3) Seite 28

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  • Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 4 Tagen, 7 Stunden

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße

  • lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 2 Wochen, 4 Tagen

    Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
    Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/

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