- Aus der Community
Ein Idealfall – und sein Gegenteil
2 Minuten
Probleme in der Schule wegen Diabetes? In jüngster Vergangenheit hat ein besonders spektakulärer Fall aus Bayern Schlagzeilen gemacht, als ein Mädchen wegen ihrer Erkrankung sogar von der Regelschule ausgeschlossen wurde. Luca und seine Familie haben zum Glück ganz andere Erfahungen gemacht – und eine klare Empfehlung für andere Betroffene.
Von wegen Inklusion: “Schule schließt zuckerkrankes Kind aus”, betitelte jüngst der Bayerische Rundfunk einen Beitrag und berichtete über ein Mädchen (8), das die dritte Klasse der Grundschule verlassen musste, weil sich eine Lehrerin geweigert hatte, das Kind beim Diabetes-Management zu unterstützen.
Luca und ich haben darüber den Kopf geschüttelt und uns gefragt, wo Schule und/oder Lehrerin ein Problem sehen? Und wir haben uns darüber unterhalten, wie Lucas Umfeld in den vergangenen neun Jahren mit seiner Diabetes-Erkrankung umgegangen ist. Fazit: positiv!
Verbote oder Ausgrenzungen gab es im Kindergarten für Luca nicht
“Gehen Sie offen und ehrlich mit dem Thema Diabetes um – verheimlichen bringt nichts.” Diese Worte gab uns seinerzeit Lucas Arzt mit auf den Heimweg, kurz bevor unser Sohn nach Manifestation und erster Blutzuckereinstellung aus dem Krankenhaus entlassen wurde.
Wir ahnten damals nicht, dass wir bereits wenige Wochen danach auf eine erste Probegestellt werden würden: Die erste Kindergartenübernachtung stand bevor. Luca, damals vier Jahre alt, freute sich sehr darauf. Die Kindergartenleitung hingegen hatte Sorge und wollte uns Lucas Teilnahme ausreden.
Wir blieben jedoch standhaft – Luca nahm an der Übernachtung teil und war sehr glücklich. Im Kindergarten zeigte man sich ebenfalls erfreut darüber, dass alles glatt lief und ging danach offen mit dem Thema und sehr nett mit unserem Sohn um. Verbote, die sich auf Lucas Handicap stützten, gab es nicht, von Ausgrenzungen ganz zu schweigen.
Lucas Grundschule: Paradebeispiel für idealen Umgang mit Diabetes
Die ersten beiden Schuljahre waren ein Paradebeispiel dafür, wie Schulen mit dem Thema im Idealfall umgehen: Lucas erste Lehrerin war sehr hilfsbereit, motivierend und konsequent. Man musste sie nicht bitten, an einer Diabetesschulung teilzunehmen – sie tat es freiwillig. Sie animierte Luca zum Messen oder erinnerte ihn daran, falls er nicht daran dachte.
Die Klassen 3 und 4 verliefen ebenso problemlos. “An was ich mich noch sehr gut erinnere, sind die Dauerläufe durchs Schulhaus mit einem Schulkameraden, der immer mitlief”, sagte Luca und lachte.
Hintergrund: Lucas neue Lehrerin hatte sich im Auftaktgespräch vor allem eines gemerkt: Sport senkt im Normalfall den Blutzucker! Lag Lucas Wert während des Unterrichts bei 200 mg/dl (11,1 mmol/l) oder darüber, schickte sie ihn mit einem “Aufpasser” sofort los zum Dauerlauf durchs Schulhaus. Den Kindern in Lucas Klasse gefiel das sehr, manchen Lehrern im Gebäude überhaupt nicht – sie fühlten sich von dem außerplanmäßigen Getrampel manchmal gestört.
Offener und transparenter Umgang mit dem Diabetes hat sich bewährt
Von Lucas Diabetes-Management gestört fühlt sich bis heute niemand. “Warum auch, es wissen alle Bescheid. Wer neugierig ist, darf auch gerne nachfragen”, so Luca. “Neulich wollte ein Fußballkamerad von mir wissen, ob er auch mal messen darf. Ein anderer sah mich beim Spritzen und sagte: Aha, schaut her, der Luca dopt sich mal wieder, kein Wunder, dass der so gut ist!”, erzählte mein Sohn grinsend.
Die offene und transparente Art und Weise wie Luca und wir als Familie mit dem Thema umgegangen sind, war und ist gut. Dies sollte sich Luca beibehalten, ganz gleich, wie sein Umfeld reagiert.
Offen und ehrlich sein und nichts verheimlichen, empfahl uns einst Lucas Arzt. Er hatte recht!
von Michael Denkinger
Michael Denkinger (46) lebt mit seiner Familie in Memmingen und hat drei Kinder. Er ist Inhaber der PR-Agentur Denkinger Kommunikation.
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2017; 10 (1) Seite 32
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 2 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 48 Minuten
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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