- Eltern und Kind
Gefährliche Enge: Veränderungen an den großen Blutgefäßen
4 Minuten
In unserer Schulungsserie ging es in den letzten DEJ-Ausgaben um Veränderungen an den kleinen Blutgefäßen als Folge des Diabetes. In diesem Beitrag erklärt Dr. Nicolin Datz, welche Auswirkungen der Diabetes auf die “großen Gefäße” haben kann, die z. B. Gehirn, Herz und Beine mit Blut versorgen.
Nach langer Diabetesdauer kann es durch die anhaltende Einwirkung hoher Blutzuckerwerte zu Veränderungen in den kleinen und großen Blutgefäßen kommen (siehe DEJ 3/2017). Die Veränderungen der kleinen Blutgefäße nennt man mikroangiopathische/mikrovaskuläre Veränderungen, die der großen makroangiopathische/makrovaskuläre Veränderungen.
Die Auswirkungen der mikroangiopathischen Veränderungen auf die Augen, die Nieren und die Nerven sind in den letzten Heften ausführlich beschrieben worden; in dieser Ausgabe geht es um makroangiopathische Veränderungen.
Verengungen durch Ablagerungen
Zu den “großen” Gefäßen zählen die Adern, die z. B. das Gehirn, das Herz und die Beine mit Blut versorgen. Ablagerungen durch z. B. Cholesterin führen zu Verengungen und Versteifungen in diesen Gefäßen. Diese Veränderungen nennt man arteriosklerotische Veränderungen oder Arteriosklerose.
Die Bildung solcher Ablagerungen findet auch bei Menschen ohne Diabetes im Laufe der Jahre statt. Durch fettreiche Ernährung, Übergewicht und wenig Bewegung steigen die Cholesterinwerte im Blut an und führen zur Entstehung der Arteriosklerose. Bei Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, kommen hohe Blutzuckerwerte als zusätzlicher Risikofaktor hinzu, so dass eine möglichst gute Stoffwechseleinstellung anzustreben ist.
Teufelskreis: immer engere Gefäße, immer höherer Blutdruck
Die Verengung der Blutgefäße führt zu einem verminderten Innendurchmesser und einer erhöhten Festigkeit (also einer verminderten Elastizität) der Adern. In der Folge entsteht ein erhöhter Druck innerhalb der Gefäße, dies nennt man Bluthochdruck. Durch Bluthochdruck kann es zu Verletzungen der Gefäßinnenwände kommen, an denen sich wiederum Cholesterinpartikel und Glukose ablagern und das Gefäß zunehmend verengen.
Dies ist ein Teufelskreis, der zu immer engeren Gefäßen und zu immer höherem Blutdruck führen kann und letztendlich eine verminderte Durchblutung z. B. des Herzens, des Hirns oder der Beine nach sich zieht. Die Folgen können ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall sein.
Arteriosklerose vermeiden – auch durch eine gute Einstellung
Um sich möglichst lange vor arteriosklerotischen Veränderungen zu schützen, sind eine gesunde Ernährung, Vermeidung von Übergewicht, viel Bewegung und bei Patienten mit Diabetes eine gute Stoffwechseleinstellung mit möglichst normnahen Blutzuckerwerten anzustreben.
Werden die Risikofaktoren (hohe Fettwerte) und die Veränderungen (erhöhter Blutdruck) frühzeitig erkannt, kann durch entsprechende Maßnahmen wie gesunde Ernährung, gute Blutzuckerwerte, Gewichtsreduktion oder ggf. eine medikamentöse Therapie eine frühzeitige Entstehung bzw. Verzögerung des Fortschreitens der Arteriosklerose erreicht werden.
Untersuchung der Fettwerte
Um die Risikofaktoren zu erkennen, werden bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes neben den bereits erwähnten Vorsorgeuntersuchungen (der Augen, der Niere und der Nerven) auch Untersuchungen bezüglich der Fettwerte und des Blutdrucks durchgeführt.
Die Fettwerte werden im Rahmen von Blutentnahmen untersucht. Die erste Untersuchung erfolgt im ersten Diabetesjahr nach Stabilisierung der Stoffwechsellage. Die weiteren Untersuchungen sind dann vor der Pubertät alle fünf Jahre fällig, ab der Pubertät alle zwei Jahre.
Was tun bei zu hohen Fettwerten?
Eine Erhöhung der Fettwerte nennt man Hyperlipidämie. Sind die Fettwerte zu hoch, muss eine Beratung zur Umstellung der Ernährung, zur Erhöhung der körperlichen Aktivität und Gewichtsreduktion erfolgen und eine Optimierung der Insulintherapie angestrebt werden. Haben diese Faktoren keinen Erfolg, ist eine medikamentöse Therapie mit einem Statin (Fettsenker) der nächste Schritt.
Neben den genannten, beeinflussbaren Ursachen (fettreiche Ernährung, wenig Bewegung, Übergewicht, schlechte Stoffwechseleinstellung) für hohe Cholesterinwerte gibt es auch vererbbare Ursachen. In einigen Familien liegt eine Form des Cholesterins in erhöhter Konzentration im Blut vor. Es sind dann mehrere Familienmitglieder bereits in jungen Jahren von Arteriosklerose betroffen und damit gefährdet, frühzeitig einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden.
Durch Bestimmung des Cholesterins im Blut können diese Personen früher diagnostiziert werden, so dass eine rechtzeitig eingeführte gesunde Ernährung und ggf. auch medikamentöse Therapie vor der Entstehung der Arteriosklerose schützen bzw. sie verzögern können.
Werden hohe Fettwerte bei Kindern und Jugendlichen festgestellt, muss immer auch eine familiäre Ursache ausgeschlossen bzw. nachgewiesen werden!
Untersuchung des Blutdrucks
Die Untersuchung des Blutdrucks sollte nach den Nationalen Leitlinien der Kinderdiabetologen ab dem 11. Lebensjahr alle drei Monate, mindestens aber einmal jährlich erfolgen.
Der Blutdruck sollte gemessen werden, wenn das Kind/der Jugendliche entspannt ist und ruhig sitzt. Dazu wird eine Blutdruckmanschette um den Oberarm (auf Höhe des Herzens) angelegt. Für korrekte Messungen spielt die Manschettengröße eine wichtige Rolle: Die Manschette sollte ca. zwei Drittel des Oberarms umschließen. In Kinderarztpraxen und Kinderkliniken gibt es viele unterschiedliche Manschetten, um eine alters-und größenangepasste Manschette verwenden zu können.
Bei Messung eines erhöhten Wertes sind mindestens eine, besser zwei Nachmessungen am ruhigen Patienten nötig, um Einflussfaktoren wie Stress zu reduzieren. Im Falle mehrfach erhöhter Messungen ist zunächst eine Kontrolle in drei Monaten ausreichend, bei wiederholt erhöhten Werten ist eine 24-Stunden-Blutdruckmessung notwendig, um die Werte über den Tag und unter Alltagsbedingungen möglichst objektiv auswerten zu können.
Bestätigen sich auch hier zu hohe Werte, muss der hohe Blutdruck nach Ausschluss anderer Ursachen mit einem ACE-Hemmer behandelt werden.
- Die Erkrankung der großen Gefäße nennt man Arteriosklerose oder makroangiopathische Veränderungen.
- Arteriosklerose entsteht durch fettreiche Ernährung, Übergewicht, hohe Cholesterinwerte und bei Patienten mit Diabetes auch durch hohe Blutzuckerwerte.
- Kinder und Jugendliche mit Diabetes haben ein höheres Risiko für die Entwicklung einer Arteriosklerose.
- Die Vorsorgeuntersuchungen bestehen aus der regelmäßigen Messung der Fettwerte im Blut und regelmäßigen Blutdruckmessungen.
- Bei erhöhten Fettwerten sollte nach Ausschluss einer familiären Ursache eine Ernährungsumstellung, Verbesserung der Stoffwechsellage und eine Gewichtsreduktion erfolgen, im weiteren Verlauf ggf. eine Therapie mit einem Statin.
- Bei bestehendem Bluthochdruck muss nach Ausschluss anderer Ursachen eine medikamentöse Therapie mit z. B. einem ACE-Hemmer erfolgen.
von Dr. med. Nicolin Datz, Hannover
Oberärztin Pädiatrie III, Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin,
Krankenhaus „Auf der Bult“, Janusz-Korczak-Allee 12,
30173 Hannover, E-Mail: datz@hka.de
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2018; 11 (2) Seite 26-27
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lelolali postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 4 Tagen, 20 Stunden
Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂
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jasminj postete ein Update vor 5 Tagen, 3 Stunden
Hi,
Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!-
lelolali antwortete vor 4 Tagen, 20 Stunden
Hey Jasmin, ich war heute auch auf dem T1day, vielleicht hast du Lust auf Austausch 🙂
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jasminj antwortete vor 4 Tagen, 19 Stunden
@lelolali: Ich würde mich über Austausch und Kontakte sehr freuen. Gerne hier oder anders online und ansonsten bin ich aktuell alle ein bis zwei Wochen in Berlin – also ggf. auch gerne persönlich?
Wie hat Dir der Tag gefallen? -
lelolali antwortete vor 4 Tagen, 18 Stunden
@jasminj: Ja sehr gerne! Ich kann dir hier leider keine private Nachricht schreiben (werde auf die Startseite weitergeleitet) , funktioniert dies bei dir? 🙂
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jasminj antwortete vor 4 Tagen, 17 Stunden
@lelolali: funktioniert bei mir leider auch nicht. Ich wollte es mir morgen nochmal über die Webabsicht anschauen, vllt geht es da 🙂
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gregor-hess antwortete vor 3 Tagen, 23 Stunden
@jasminj & @lelolali: Leider funktionieren die DM aktuell tatsächlich nicht, sorry! Wir kümmern uns schnellstmöglich darum!
LG Gregor aus der Redaktion -
gregor-hess antwortete vor 3 Tagen, 9 Stunden
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jasminj antwortete vor 3 Tagen, 8 Stunden
@gregor-hess: vielen lieben Dank! Hab es direkt ausprobiert und es sieht gut aus 🙂
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galu postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
hallo,
ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus-
connyhumboldt antwortete vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!
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Hey, ich bin Lara und 23 Jahre alt. Ich komme zwar nicht aus Berlin, aber bin im Mai wieder dort. Freue mich trotzdem immer über Austausch, auch wenn es digital ist. Liebe Grüße
@laratyp1life: Hallo, über digitalen Austausch freue ich mich natürlich auch 🙂