- Eltern und Kind
Grippeimpfung bei Kindern mit Diabetes? Ja!
4 Minuten
Menschen mit Diabetes – auch Kinder! – sollten sich jährlich gegen Grippe (Influenza) impfen lassen, weil bei ihnen im Fall einer Erkrankung Komplikationen wahrscheinlicher sind. Dr. Nicolin Datz beschreibt den Verlauf der Erkrankung, die möglichen Komplikationen, die Behandlung – und empfiehlt ausdrücklich die jährliche Impfung.
Im Herbst ist es wieder soweit: Die jährliche Grippeschutzimpfung steht an. Von der STIKO (Ständige Impfkommission, eine 18-köpfige Expertengruppe am Robert Koch-Institut) gibt es allgemeine Empfehlungen zur Durchführung von Impfungen, darunter auch eine klare Empfehlung dazu, welcher Personenkreis eine Grippeschutzimpfung erhalten sollte (siehe Kasten).
- Personen ab dem 6.Lebensmonat mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens:
- – chronische Erkrankung der Atmungsorgane
- – chronische Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenerkrankungen
- – Diabetes mellitus und andere Stoffwechselerkrankungen
- – chronische neurologische Erkrankungen mit durch Infektionen getriggerten Schüben
- – Personen mit angeborener Immundefizienz
- – HIV-Infektion
- Personen ab 60Jahren
- Schwangere ab dem 2. Trimenon, bei Vorliegen eines Grundleidens im 1. Trimenon
- Personen mit erhöhter Gefährdung (z. B. medizinisches Personal)
Neben den dort genannten Gruppen (Personen ab einem Alter von 60 Jahren, Schwangere ab dem zweiten Trimenon, Personen mit erhöhter Gefährdung (z. B. medizinisches Personal)) gibt es eine weitere, die hier von besonderem Interesse ist: Personen ab einem Alter von sechs Monaten, bei denen aufgrund einer bestehenden Grundkrankheit eine besondere gesundheitliche Gefährdung vorliegt. Zu dieser Gruppe gehören nämlich auch Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus. Konkret bedeutet dies: Alle Kinder und Jugendlichen mit Diabetes sollten jährlich die Grippeschutzimpfung erhalten.
Abwehrende Reaktion in der Sprechstunde
Im Rahmen der Sprechstunde erleben wir am Diabeteszentrum dann immer wieder solche Reaktionen:
„Grippeimpfung? Ich doch nicht.“ – „ Das Risiko ist mir zu hoch.“ – „So ein bisschen Husten und Schnupfen ist doch nicht so schlimm, das hat mein Körper bisher immer erfolgreich bekämpft.“
Die durch den Influenzavirus hervorgerufene Grippe (Influenza) bedeutet jedoch nicht, „nur ein bisschen Husten und Schnupfen“ zu haben. Die Influenza ist eine hochfieberhafte, ernstzunehmende Erkrankung der oberen Atemwege, die in den unterschiedlichen Altersgruppen einen unterschiedlichen Verlauf nimmt und letztendlich auch zum Tode führen kann.
Die Influenza: Daten und Fakten
Die Übertragung erfolgt durch Tröpfchen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen und auf die Schleimhäute enger Kontaktpersonen übertragen werden. Außerdem ist eine Übertragung über die Hände möglich. Es besteht eine hohe Ansteckungsgefahr (Kontagiosität). Bereits unmittelbar vor Auftreten der ersten Symptome und bei Beginn der Erkrankung ist die Ansteckungsgefahr für andere Personen am höchsten und hält ca. 4 bis 5 Tage an. Eine Virusausscheidung besteht für ca. 7 Tage, bei Kindern sogar bis zu 21 Tage. Die Inkubationszeit (Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch) beträgt ein bis zwei Tage.
Die typische Grippesaison beginnt in Europa im Dezember/Januar und endet im März/April. Die jährliche Epidemie beginnt häufig bei den Jüngeren. Kindergarten- und Schulkinder verfügen über keine oder nur eine unzureichende Immunität und spielen daher für die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung eine große Rolle. Immer wieder gibt es Pandemien, die die Kontinente überziehen. Die letzte Pandemie 2009/2010 führte nach Angaben der WHO zu 18.500 laborbestätigten Todesfällen weltweit, 252 davon in Deutschland.
Verlauf der Erkrankung
- Säuglinge erkranken überwiegend mit dem Bild eines Infektes der oberen Atemwege (Bronchitis) und hohem Fieber. In diesem Alter verläuft die Erkrankung meist sehr schwer. Die Kinder müssen oft intensivmedizinisch behandelt werden.
- Klein- und Schulkinder erkranken ebenfalls mit Infekten der oberen Atemwege, aber auch Durchfall, Übelkeit und Appetitlosigkeit können als Symptome auftreten. Gelegentlich zeigt sich auch ein vorübergehender Ausschlag am Körper. Das hohe Fieber kann zu Fieberkrämpfen führen.
- Jugendliche und junge Erwachsene zeigen plötzlich auftretendes Fieber, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit, Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen. Husten tritt meist erst nach 4 bis 5 Tagen auf und kann bis zu mehreren Wochen als Reizhusten bestehen.
Mögliche Komplikationen
Eine gefürchtete Komplikationen in allen Altersgruppen ist das Auftreten einer Lungenentzündung mit möglichem Lungenversagen oder zusätzlicher bakterieller Infektion. Auch Herzmuskelentzündung, Hirnhautentzündung und Muskelentzündung sind gefürchtete Komplikationen und führen zu schwerwiegenden Verläufen mit langen Klinik-
aufenthalten oder sogar bleibenden Problemen.
Für Komplikationen sind bestimmte Personengruppen besonders gefährdet (s. Kasten S. 25). Patienten mit Diabetes sind eine dieser Personengruppen, da der Stoffwechsel im Rahmen eines hochfieberhaften Infektes mit erhöhtem Insulin-und Flüssigkeitsbedarf zu hohen Blutzuckerwerten bis hin zur Ketoazidose entgleisen kann. Diese führt dann zu einer stationären Aufnahme und ist potentiell lebensgefährlich.
So wird die Grippe behandelt
Die Therapie ist in allen Altersgruppen zunächst symptomorientiert: Die Senkung des Fiebers und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr stehen an erster Stelle. Treten zusätzliche bakterielle Infektionen auf, müssen Antibiotika gegeben werden, bei weiteren Komplikationen sind ggf. eine Beatmung und intensivmedizinische Behandlung notwendig.
Bei Personen mit einem erhöhtem gesundheitlichen Risiko kann eine antivirale Therapie versucht werden. Das Problem ist, dass diese Therapie in den ersten 24 bis 48 Stunden begonnen werden muss – die Diagnose muss also früh gestellt werden.
Vor der Influenza kann man sich schützen. Der sicherste Schutz ist die jährliche Impfung im Oktober/November. Die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt jedes Jahr eine aktuelle Empfehlung der Impfstoffe bekannt. Für Kinder gibt es zu injizierende inaktivierte Impfstoffe (abgetötete Viren) und für zwei- bis 17-jährige seit 2012/2013 auch einen nasal zu verabreichenden Lebendimpfstoff (abgeschwächte Viren). Zwei Wochen nach der Injektion beginnt der Impfschutz und ist für eine Grippesaison gültig.
Nebenwirkungen der Impfstoffe
Vorübergehende lokale Reaktionen an der Impfstelle können eine Rötung und Schmerzen sein; wird der nasale Impfstoff verwendet, kann ein Schnupfen auftreten. Es kann zu Allgemeinsymptomen mit leicht erhöhten Temperaturen sowie Muskel- und Gliederschmerzen und Unwohlsein für 2 bis 3 Tage kommen. Bei Hühnereiweißallergie sind die hier genannten Impfstoffe kontraindiziert, also nicht anzuwenden, da sie in Spuren Hühnereiweiß enthalten. Es gibt für diese Fälle spezielle Impfstoffe.
Fazit
- Die Influenza ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die mit sehr hohem Fieber, Atemwegsinfekten und Muskelschmerzen einhergeht und zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann.
- Die Verläufe sind je nach Altersgruppe unterschiedlich.
- Bei Vorliegen einer Grunderkrankung besteht ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Verläufe und Komplikationen.
- Bei Vorliegen eines Diabetes mellitus besteht ein erhöhtes Risiko für eine Stoffwechselentgleisung mit Entwicklung einer Ketoazidose.
- Kinder mit Diabetes gehören zu dem Personenkreis mit erhöhtem Gesundheitsrisiko und sollten jährlich eine Grippeschutzimpfung erhalten.
von Dr. med. Nicolin Datz
Oberärztin Pädiatrie III und Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche “Auf der Bult”,
Janusz-Korczak-Allee 12, 30173 Hannover,
E-Mail: datz@hka.de
Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2019; 11 (3) Seite 274-26
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moira postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen
Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄
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bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen
Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.
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ole-t1 antwortete vor 2 Wochen, 3 Tagen
Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.
Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:
Freestyle Libre 3 bzw. 3+
Dexcom G7
Dexcom G6 (noch)
Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
Accu-Chek Smartguide CGM
Medtrum Touchcare Nano CGMIch würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.
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thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen
Hallo,
ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
Thomas55-
crismo antwortete vor 12 Stunden, 48 Minuten
Hi Thomas 🙂
Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!
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thomas55 antwortete vor 11 Stunden, 47 Minuten
@crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.
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