- Eltern und Kind
Kampagne „Macht Dampf – Für gutes Essen in Kita und Schule”
4 Minuten
Ein Bundesminister ruft die Qualitätsoffensive „Macht Dampf – Für gutes Essen in Kita und Schule” ins Leben. Klingt erst mal gut, oder? Doch gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Wieso? Das verrät Ihnen Nicole Finkenauer-Ganz.
Bundesernährungsminister Christian Schmidt hat Ende Januar die Qualitätsoffensive „Macht Dampf – Für gutes Essen in Kita und Schule” gestartet. Die Kampagne soll Eltern dabei unterstützen, sich in diesem Bereich zu engagieren und so letztendlich das Essen in Kitas und Schulen zu verbessern – indem zum Beispiel die Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) eingeführt werden. Wie Eltern sich engagieren können, erfahren sie auf einem Internetportal und über eine Broschüre, außerdem gibt es eine Plakataktion, um auf das Thema aufmerksam zu machen.
Zum Start der Qualitätsoffensive erklärte Bundesernährungsminister Christian Schmidt in einer Pressemitteilung:
„Unsere Kinder brauchen eine gesunde Ernährung für ihre Entwicklung und den Lernerfolg. Für das Mittagessen sind dabei immer öfter Kitas und Schulen gefragt: Die Zahl der Kinder, die mittags in der Kita verpflegt werden, hat sich in den letzten 10 Jahren nahezu verdoppelt. Das Mittagessen in Kitas und Schulen muss lecker, ausgewogen und hochwertig sein.
Dabei ist mir wichtig, dass sich alle Kinder nach den gleichen hohen Standards ernähren können. Dennoch kennen derzeit weniger als die Hälfte aller Kitas den Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Gutes Essen in Kita und Schule darf jedoch keine Glückssache sein, sondern muss zur Selbstverständlichkeit werden. Mit der größten Qualitätsoffensive für gesunde Ernährung in Kitas und Schulen, die es in Deutschland je gab, gebe ich daher den Anstoß dafür, die Standards der DGE flächendeckend in Kitas und Schulen zu etablieren.
Dabei will ich auch die Eltern mitnehmen und sensibilisieren. Mein Appell: „Macht Dampf! – Für gutes Essen in Kita und Schule“. Auch wir Eltern müssen uns damit auseinandersetzen, was unsere Kinder in den Kantinen zu essen bekommen. Meine Offensive bietet daher konkrete Handlungsempfehlungen für Eltern, um für mehr Qualität beim Essen in Kita und Schule zu sorgen. Darüber hinaus fordere ich, dass das kleine Einmaleins der Ernährung im Unterricht verankert wird – am besten als eigenes Schulfach. Denn Ernährungsbildung in der Theorie und gute Verpflegung in der Praxis gehören zusammen.“
Hintergrund
Von welcher Situation geht das Bundesministerium für Ernährung aus?
- Studien zeigen: Die Qualität des Essens in Kitas und Schulen ist zwar auf einem guten Weg, aber es besteht Verbesserungsbedarf.
- Der DGE-Qualitätsstandard (DGE: Deutsche Gesellschaft für Ernährung) für die Kita- und Schulverpflegung hat sich noch nicht flächendeckend durchgesetzt. Im Durchschnitt wird zu häufig Fleisch serviert und zu wenig Gemüse und Fisch.
- Schülerinnen und Schüler sind nur mittelmäßig zufrieden mit der Qualität des Essens.
- Gerade in den Kitas fehlt es oft an fachlicher Unterstützung und Personal oder der nötigen Ausstattung, um eine ausgewogene Ernährung gemäß des Standards bereitzustellen.
Was will das Ministerium mit der Kampagne „Macht Dampf! – Für gutes Essen in Kita und Schule“ erreichen?
- Eltern sollen sich mit der Ernährung ihrer Kinder auseinandersetzen. Die Kampagne informiert, warum gutes Essen für die Kinder und Jugendlichen sowohl zu Hause als auch in Kita und Schule so wichtig ist und erklärt den DGE-Qualitätsstandard bzw. was eine ausgewogene Verpflegung ausmacht.
- Eltern sollen Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, wie sie sich für die Verbesserung des Schul- und Kitaessens einsetzen können und bietet Servicematerialien, Tipps und nachahmenswerte Beispiele aus der Praxis.
Was wird im Rahmen von „Macht Dampf!“ angeboten?
- Auf dem Webportal www.macht-dampf.de können sich Eltern über das Thema gesundes Essen in Kitas und Schulen informieren. Die Webseite bietet z. B. Musteranschreiben und Checklisten, die Möglichkeit, Fragen an Ernährungsexperten zu stellen, Beispiele für eine gelungene Verpflegung an Kitas und Schulen und Rezepte für gesunde Pausenbrote und Snacks.
- Es gibt eine Elternbroschüre, Poster und Postkarten.
- Ansprechpartner für Schulleitungen, Schulträger, Caterer, Lehrer und Eltern sind die 16 „Vernetzungsstellen Kita- und Schulverpflegung“.
Prima Idee aus dem Bundesernährungsministerium: Eltern sollen sich dafür stark machen, dass das Essen in Schulen und Kitas besser wird. Dafür wurde die Qualitätsoffensive „Macht Dampf! – Für gutes Essen in Kita und Schule“ gestartet. Auf den ersten Blick eine gute Sache. Aber: Wie so oft ist gut gemeint nicht gut gemacht.
Warum sollen die Eltern in dieser Sache aktiv werden, die auf dem Internetportal www.macht-dampf.de hinterlegten Musterbriefe verschicken, sich gar mit der Schulleitung und Caterern zusammensetzen und dafür sorgen, dass die Qualitätsstandards der DGE eingeführt werden? Ist das jetzt Aufgabe der Eltern? Ich meine: nein! Woher sollen Eltern überhaupt wissen, ob das Essen in der Schule gut oder schlecht ist? Am Speiseplan kann man das nicht unbedingt erkennen, und auch nicht daran, dass es den Kindern mal schmeckt und mal nicht.
Da man ja – obwohl immer alle beteuern, wie sehr ihnen das Wohl der Kinder am Herzen liegt – nicht unbedingt davon ausgehen kann, dass immer alles einwandfrei läuft, muss das eben kontrolliert werden. (Ich denke an den Skandal 2013, als bei 11.000 Kinder in Ostdeutschland durch den Noro-Virus eine Magen-Darm-Krankheit ausbrach. Aufgenommen hatten sie die Erreger über Erdbeeren, die vom Caterer angeboten worden waren.) Und das ist nicht Aufgabe der Eltern.
Gesundes Essen ist sehr, sehr wichtig – das zeigt uns allein die Zahl der übergewichtigen Kinder, die, wenn es blöd läuft, auch zu Diabetikern werden können. Es muss also allgemeingültige (hohe!) Standards für das in Kitas und Schule angebotene Essen geben, und es muss jemanden geben, der das sorgfältig kontrolliert. Eine Initiative anzustoßen, die versucht, das Problem auf die Eltern abzuwälzen – und dafür auch noch Geld auszugeben – ist für mich ungenießbar.
Was über diese Eltern-Kampagne hinaus noch geschehen soll, darüber schweigt sich Minister Schmidt aus. Dabei hat er das Problem erkannt, denn er verbreitet über die Pressemitteilung: „Und vor allem in Kitas fehlt es oft an fachlicher Unterstützung und Personal oder der notwendigen Ausstattung, um eine ausgewogene Ernährung gemäß des Standards anbieten zu können.“ Wie daran etwas geändert werden soll und wie dabei zum Beispiel die Vernetzungsstellen Schulverpflegung in den Bundesländern aktiv werden können – darüber verliert er kein Wort.
Nicole Finkenauer-Ganz, Redaktion „Diabetes-Eltern-Journal“
Quelle: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft | nfg
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Behandlung
- Unsere Partner
3 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
-
schubidu postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Diabetes-Technik vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo zusammen,
ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus! -
stephanie-haack postete ein Update vor 1 Monat
Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂
Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/
-
tako111 postete ein Update vor 1 Monat
Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.
Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.
-
katrin-kraatz antwortete vor 1 Monat
Für die Augenproblematik konnte bisher keine Kausalität gezeigt werden. Hier sind weitere Studien zu erwarten, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Außerdem ist es ein sehr seltenes Ereignis. Details sind zum Beispiel zu finden im Deutschen Ärzteblatt unter https://www.aerzteblatt.de/themen/augenheilkunde/therapie-mit-glp-1-rezeptor-agonisten-okulaere-komplikationen-sind-selten-aber-visusbedrohend-e345aa92-a4f7-4f40-8146-b2967b577504.
Wir bemühen uns, mit unseren Beiträgen ausgewogen über die Ausgaben des Diabetes-Ankers hinweg alle Menschen mit Diabetes zu informieren – mal mehr über den einen, mal mehr über den anderen Typ und auch weitere Diabetestypen. Medikamente finden ebenfalls über die Ausgaben hinweg ausgewogen ihren Raum im Heft.
-

Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.
@calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!
@uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
Liebe Grüße