Leben mit Diabetes: ein belarussisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt

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© Verein Initiative Kinder von Tschernobyl
Leben mit Diabetes: ein belarussisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt

Zwei Vereine – der eine aus Weißrussland, der andere aus dem sächsischen Kamenz – engagieren sich seit über 20 Jahren für Kinder und Jugendliche mit Diabetes aus Weißrussland (Republik Belarus). Seit der Reaktorkatastrophe im Atomkraftwerk von Tschernobyl im Jahr 1986 hat die Zahl der Diabetes-­erkrankungen in dem Gebiet stark zugenommen.

Wer in den Sommermonaten das Kinderhaus des Vereins „Initiative Kinder von Tschernobyl e. V.“ in Kamenz/Sachsen besucht, trifft im August fröhliche weißrussische Kinder bei Sport und Spiel an. Er wird, wenn er es nicht weiß, kaum bemerken, dass es Kinder sind, die alle an Diabetes Typ 1 erkrankt sind. Die Kinder verbringen hier drei Wochen ihrer Ferien.

Erst Ausflüge, dann Schulung

Begeistert erzählen sie von ihren Erlebnissen: den Spaziergängen durch die sehenswerte Stadt und ihre schöne Umgebung, der Tagesfahrt in die Sächsische Schweiz mit der Wanderung zur Bastei, den Ausflügen nach Dresden mit der historischen Innenstadt, der Frauenkirche, der Gemäldegalerie und dem Hygienemuseum, dem Besuch des Missionshofes in Lieske und vom Saurierpark in Kleinwelka. Sie schwärmen von dem schmackhaften Essen und den vielen Geschenken.

Schon wenige Stunden später kann der Besucher dieselben Kinder bei einer ernsthaften Beschäftigung im Haus beobachten. Unter Anleitung ihrer weißrussischen Betreuer, der Projektleiterin Elena Karas sowie einer Ärztin/Endokrinologin und einer Diabetes-Krankenschwester lernen sie, wie man den Blutzucker richtig misst und Insulin spritzt, was Broteinheiten sind und wie man sich richtig ernährt, welche Anzeichen auf Unter- oder Überzuckerung hinweisen und wie man darauf reagiert.

Sie erfahren und üben, wie man die Behandlung des Diabetes im täglichen Leben mit den Anforderungen der Schule, der Gestaltung einer schönen und sinnvollen Freizeit, mit all ihren Wünschen und Zielen vereinbaren kann. So lernen die Kinder, den Diabetes nicht in erster Linie als Krankheit, sondern als eine besondere Lebensweise zu empfinden.

Zwei Vereine arbeiten zusammen

Träger und Organisatoren des Projekts sind zwei Vereine: Der belarussische Verein „Freude den Kindern“, Nachfolger der Stiftung „Den Kindern von Tschernobyl“ in Minsk, und der deutsche Verein „Initiative Kinder von Tschernobyl“ e. V. in Kamenz. Der belarussische Verein organisiert in Minsk im Herbst und Frühjahr Schulungen mit an Diabetes erkrankten Kindern aus verschiedenen Landesteilen und mit Eltern dieser Kinder.

Durch den deutschen Verein werden seit 1996 jedes Jahr 20 Kinder, die schon an Schulungen in der Heimat teilgenommen haben, nach Kamenz eingeladen. Für das Projekt sind erhebliche finanzielle Mittel erforderlich. So muss der Verein für die Fahrtkosten und die Versicherung der Kinder und weißrussischen Betreuer, für die Verpflegung und Betreuung etwa 350 Euro pro Kind nur aus Spenden aufbringen. Es freut den Verein immer wieder, dass es viele hilfsbereite Menschen gibt, getreu dem Sprichwort: „Es gibt kein fremdes Leid.“

Wer möchte helfen?

Wer die Initiative unterstützen möchte, spendet an folgendes Konto:
Initiative Kinder von Tschernobyl e. V.
IBAN: DE17 8505 0300 3100 1601 50
BIC: OSDDDE81XXX
Ostsächsische Sparkasse Dresden

Internet: www.tschernobyl-verein-kamenz.de


von Georg Tietzen
erweitertes Vorstandsmitglied Initiative Kinder von Tschernobyl e.V.
Fichtestr. 15, 01917 Kamenz,
E-Mail: tschernobyl.kamenz@t-online.de

Erschienen in: Diabetes-Eltern-Journal, 2020; 12 (1) Seite 17

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  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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