- Aus der Community
Das Bäcker-Kuchen-Dilemma
3 Minuten

Ich habe manchmal so richtig Bock auf Kuchen aus der Bäckerei. Doch je mehr ich mich mit meinem Diabetes-Management befasse, desto weniger habe ich allerdings Bock auf schlechte Werte, weil ich ein Lebensmittel nicht einschätzen kann. Gekaufter Kuchen vom Bäcker ist so ein Problemfall bei mir…
Die Idee zum Experiment!
Deshalb habe ich ein Experiment gestartet. Ich bin gerade umgezogen und dabei auszuprobieren, wo ich was am besten einkaufen kann. Also habe ich die Bäcker in meiner näheren Umgebung „getestet“, ob sie mir meinen Diabetes-Alltag erleichtern und mir zu einem wunderschönen, leckeren Stück Kuchen auch die Nährwertangaben zur Verfügung stellen können. Die Idee dazu hatte ich, weil ich vor einiger Zeit in Frankfurt schon mal aus einer Laune heraus einfach danach gefragt hatte und wider Erwarten die Antwort bekam: „Na klar, das haben wir zu allen unseren Kuchen.“

Ich opfere mich gerne für ein leckeres Stück Kuchen!
Haha, keine leichte Aufgabe, sich fürs Kuchenessen zu opfern. Das kann ich euch sagen, denn alles, was ich mir ausgesucht hatte, war lecker. In allen Bäckereien wurde meine Frage nach den Nährwertangaben sehr freundlich aufgenommen. Ich habe natürlich auch den Hintergrund erläutert, warum ich danach frage. Doch leider hatte nur eine von den fünf Bäckereien in meiner Umgebung die Informationen zu den Nährwerten da. Eine Information, die mir die Chance gibt, die genaue BE-Angabe für mein Stück Kuchen zu berechnen.
Butterkuchen und Marzipan-Kranz kann ich jetzt ganz genau berechnen. Die Nährwertangaben befinden sich bei meiner neuen Lieblingsbäckerei im „dicken Ordner“. Und es gibt noch einige weitere verlockende Sorten zu testen. Sehr gefreut hat mich auch die Aussage: „Es ist auch kein Problem zu fragen, wenn auch mal viel los ist.“ Und diese Aussage, als die Nährwerte leider nicht verfügbar waren: „Das gebe ich mal an unseren Konditor weiter. Das interessiert ja vielleicht auch noch andere.“
Alternativen, um die Nährwertangaben abzuschätzen, sind natürlich auch Nährwert-Datenbanken im Internet. Die gängigen Sorten sind hier in der Regel verfügbar und mit einem durchschnittlichen Wert ist es einfacher abzuschätzen, als völlig ins Blaue hinein zu schätzen. So habe ich es mit einer meiner Herausforderungen, dem gedeckten Apfelkuchen, gemacht. Das hat ganz gut geklappt. Ich war zwar überrascht, dass mein Stück dann doch auf beachtliche 6 BE gekommen ist. Doch meine Werte haben mir bestätigt, dass es wohl so war.
Nährwertangaben – Pflicht oder Kür?
Mich hat nun interessiert, warum die Information zu den Nährwerten für meinen Kuchen manchmal verfügbar ist und manchmal eben nicht. Nach dem Motto „wer nicht fragt, bleibt dumm“ habe ich also beim Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks e.V. nachgefragt. Und siehe da – es gibt eindeutige Vorschriften, die die Nährwertangaben für Bäckereien regeln. Danach müssen Backwaren keine Nährwertkennzeichnung tragen, wenn sie handwerklich hergestellt wurden und unverpackt sind. Ist das Lebensmittel verpackt und wird spätestens an dem auf den Tag des Verpackens folgenden Werktag verkauft, braucht es ebenfalls keine Kennzeichnung. Alles klar. Da klärt sich für mich also, dass es sich hier um eine freiwillige Angabe für meinen Kuchen handelt.
Mein Fazit aus diesem Experiment ist: Es lohnt sich, zu fragen. Und es lohnt sich, sich mit den Lebensmitteln, die man essen will, auseinanderzusetzen, wenn man nicht genau weiß, wie sie berechnet werden müssen.
Und, kennt ihr die Menge an Kohlehydraten, die in eurem Lieblingskuchen vom Bäcker stecken? Wenn nicht, fragt doch mal nach. Vielleicht ist die Information ja da.
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Ernährung
- Aktuelles

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
lena-schmidt postete ein Update vor 6 Tagen, 11 Stunden
Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/
Virtuelles Diabetes-Anker Community-MeetUp im August – Diabetes-Anker
Wir freuen uns auf das nächste Community-MeetUp am 12. August! 1x im Monat treffen wir uns und tauschen uns rund um das Thema Diabetes aus. Die ganze Community ist herzlich eingeladen. […]
thomas55 postete ein Update vor 1 Monat
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 1 Monat
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?






Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße