- Ernährung
Fruchtalarm – welches Obst passt zum Diabetes?
4 Minuten

Süße und saftige Erdbeeren, der Duft einer frisch geschälten Orange oder die praktische Banane unterwegs. Magst Du Obst – und wie viel isst Du davon täglich? Oder bist Du ein Fan von Säften und Smoothies? Früchte sind eine gesunde Sache bei Diabetes, allerdings gibt es hier klare Unterschiede.
Welche Unterschiede das sind? Das erklären wir Dir hier direkt in unserem Video:
Und im Folgenden erfährst Du hier, wie Du Obst am besten mit deinem Diabetes kombinierst. Zunächst räumen wir mit einem noch immer verbreiteten Mythos auf: „Bei Diabetes soll man am besten nur saures Obst essen. Zum Beispiel saure Äpfel wie Boskoop oder Braeburn, Grapefruit, maximal ab und an eine kleine Apfelsine oder Birne.“ Solche gut gemeinten, allerdings völlig falschen Ratschläge kursieren immer noch, wenn es ums Thema Obstessen bei Diabetes geht.
Es ist wirklich Zeit, solche alten Zöpfe abzuschneiden, denn bei Diabetes ist jedes Obst möglich! Es kommt dabei auf die Menge, den Verarbeitungsgrad und auch die Diabetestherapie an.
- Es gibt Sorten, die besonders reich an Zucker sind, z.B. Tafeltrauben, Bananen, Konservenfrüchte, Säfte und Smoothies. Hier können schon kleine Mengen den Blutzuckerverlauf deutlich beeinflussen.
- Sorten mit niedrigeren Kohlenhydratgehalten wie Beerenobst, Wassermelone oder Papaya sind deshalb für den regelmäßigen Genuss besser geeignet.
Fünf Stück Obst am Tag – wie geht das bei Diabetes?
Vielleicht hast Du schon einmal von der Empfehlung „Fünf am Tag“ gehört? Sie bezieht sich auf die Menge an Gemüse, Salat und Obst, die jeder Mensch täglich essen sollte, gemessen an der praktischen Menge „eine Handvoll“. Ideal sind fünf Handvoll Gemüse, Salat und Obst pro Tag.
Hierzu heißt es von Seiten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE): „Kleine Hände kleine Portion, große Hände große Portion.“ Nur wieviel ist das nun genau und wie passt das zum Diabetes? Praktisch empfiehlt es sich, bei Diabetes täglich mindestens drei Portionen/Handvoll frisches Gemüse und/oder Salat/Rohkost zu essen. Dazu dann zwei Portionen/Handvoll frisches Obst.
Wenn Du keine Diabetes-Medikamente einnimmst, kannst Du dich an der DGE-Empfehlung mit der Hand-Portionsmenge orientieren. Dabei macht es Sinn, zuckerreiche Sorten wie Trauben, Bananen oder Kaki seltener zu essen, da sie besonders viel Zucker und damit mehr Kohlenhydrate und Kalorien enthalten als wasserreiche Früchte. Ideal wären Beerenobst, mittelgroße Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Nektarinen, Orangen, Kiwi, Pflaumen oder Aprikosen. Wähle am besten nach der Jahreszeit aus, dann sind die Früchtchen besonders prall mit natürlichen Vitalstoffen gefüllt.
Kohlenhydrate aus Obst haben Einfluss auf den Blutzucker und damit Deinen Diabetes
Ganz gleich, für welche Frucht Du dich entscheidest: So gut wie jede Sorte enthält blutzuckerwirksame Kohlenhydrate. Ausnahmen sind Limetten und Zitronen sowie Rhabarber. Obwohl Rhabarber streng genommen gar kein Obst, sondern ein Gemüse ist. Ein leckeres Rezept für einen saftigen Rhabarberkuchen findest Du hier:

Rezept für saftigen Rhabarberkuchen
Saftig, süß, lecker – so lässt sich unser Rezept für den Rhabarberkuchen mit Mandeln auf den Punkt bringen. Es lässt sich schnell umsetzen und ist auch machbar für alle, die keine Back-Profis sind.
➤ zum Rezept
Isst Du Obst, hat das also Auswirkungen auf deinen Blutzuckerspiegel. Damit Du dich bei der großen Auswahl, im Hinblick aufs Diabetes-Management und die Kohlenhydrateinschätzung besser zurechtfindest, gibt es für jede Frucht einen BE- oder KE-Wert. Die BE steht dabei für zwölf Gramm verdauliche Kohlenhydrate, die KE für zehn Gramm Kohlenhydrate.
In Kohlenhydrat- beziehungsweise BE/KE-Austauschtabellen ist für jede Frucht die Menge für eine BE und/oder KE angegeben. Diese Portionsmenge kann auch hilfreich sein, wenn Du weder Insulin spritzt, noch Diabetes-Medikamente einnimmst. Denn sie bietet dir einen Anker, wieviel Du von der jeweiligen Sorte als Portion essen kannst.
Beliebte frische Obstsorten – 1 BE/1 KE ist enthalten in
- 95 g / 85 g Ananas
- 100 g / 90 g Apfel
- 140 g / 120 g Aprikosen
- 60 g / 50 g Banane
- 100 g / 80 g Birne
- 190 g / 160 g Brombeeren
- 220 g / 180 g Erdbeeren
- 170 g / 140 g Grapefruit
- 180 g / 155 g Blaubeeren
- 250 g /210 g Himbeeren
- 90 g / 75 g süße Kirschen
- 130 g / 110 g Kiwi
- 145 g /120 g Orange
- 135 g / 110 g Pfirsich/Nektarine
- 120 g / 100 g Pflaumen
- 150 g / 125 g Wassermelone
- 80 g / 70 g Weintrauben
Quelle: Die Diabetes-Journal-Nährwert Tabelle, BE, KE und Kalorien auf einen Blick, Kirsten Metternich von Wolff, 4. Auflage, Kirchheim-Verlag, 10 Euro
Vorsicht, Zuckerreich: Säfte und Smoothies
Auch wenn Säfte und Smoothies besonders bei Influencern und auf Gesundheitsseiten im Internet als supergesund angepriesen werden, solltest Du beachten: Sie sind so gut wie immer sehr zuckerreich. Oft bestehen Smoothies aus Fruchtmark von Äpfeln oder Bananen. Da macht dann z.B. die Aufschrift: „mit frischen Früchten“ den Zuckeranteil auch nicht niedriger.
Auch Dosenfrüchte sind als Fruchtsnack wenig sinnvoll. Denn sie sind fast zerkocht und haben damit kaum noch Ballaststoffe. Außerdem sind die meisten Sorten zusätzlich gezuckert. Wenn überhaupt bietet sich Kompottobst zum Backen an. Hier am besten Produkte ohne Zuckerzusatz verwenden.
Solltest Du Smoothies oder Säfte mögen, bedenke die schnelle Wirkung auf deinen Blutzucker. Bei niedrigen Werten oder einer Unterzuckerung kann das Sinn machen. Ansonsten wähle besser das frische Obst, denn es versorgt dich zusätzlich mit natürlichen Ballaststoffen. Und die wiederum können sich positiv auf den Blutzuckerverlauf sein auswirken.
Du siehst: Auch mit Diabetes kannst Du jedes Obst essen. Es kommt aber auf die Mengen und die Sorten an.
Über die Autorin
Kirsten Metternich von Wolff hat eine ernährungsmedizinische Ausbildung mit Zusatzqualifikation bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Seit mehr als 20 Jahren arbeitet sie als freie Journalistin, Buchautorin und Referentin. Gesunde Ernährung bei Diabetes ist einer ihrer thematischen Schwerpunkte, darüber informiert sie auch regelmäßig im Magazin des Diabetes-Ankers. Darüber hinaus schreibt sie über gesundes Backen, Frauengesundheit und Beauty-Themen auf ihrem Blog unter www.herzwiese24.de.

von Kirsten Metternich von Wolff
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kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 2 Tagen
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 2 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …mr postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 2 Wochen, 1 Tag
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?





Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück