- Ernährung
Insulinresistenz und Blutzuckerwerte senken: Hafertage als bewährter Klassiker
2 Minuten

Hafertage setzen zwei bis drei Tage lang vor allem auf Hafer und lösliche Ballaststoffe. Der Beitrag ordnet ein, welche Effekte auf Blutzuckerwerte und Insulinresistenz beschrieben werden, was Studien dazu nahelegen und warum eine Haferkur mit dem Diabetes-Team abgestimmt werden sollte.
Eine traditionelle Methode – die Haferkur von Carl von Norden aus den 1920er-Jahren – erlebt in den letzten Jahren eine Renaissance als Hafer- oder Ballaststoff-Tage. Dabei steht eine Ernährung mit Hafer im Mittelpunkt bei Menschen mit einem Typ-2-Diabetes. Interessant sind Hafertage auch für Menschen mit einer Insulinresistenz. Und das aus gutem Grund: Hafer besitzt einen hohen Anteil an löslichen Ballaststoffen, zusätzlich den besonderen Wirkstoff Beta-Glucan.
Lecker mit echtem Gesundheitsgewinn
Die Idee der Hafertage ist einfach: Für zwei bis drei aufeinanderfolgende Tage wird fast ausschließlich Hafer in verschiedenen Varianten gegessen. Das kann zum Beispiel Porridge sein, Suppe oder auch ein herzhafter Auflauf. Ergänzt wird das Ganze mit Gemüse, Kräutern und gelegentlich etwas wasserreichem Obst und Nüssen.
Die Wirkung lässt sich oft schon nach kurzer Zeit beobachten: In der Klinik sieht man meist den ersten durchschlagenden Erfolg nach der zweiten Mahlzeit. Zusätzlich berichten Menschen, die das probiert haben, von deutlich niedrigeren Blutzuckerwerten und einem längeren Sättigungsgefühl. Außerdem wird weniger Insulin benötigt als sonst üblich. Gleichzeitig wirken diese wenigen Hafertage mehrere Wochen nach. Wenn das kein toller Effekt ist!
Klinische Studien belegen Wirksamkeit
So zeigt eine Untersuchung der Universität Heidelberg aus dem Jahr 2022, dass Hafertage bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zu einer signifikanten Verbesserung des Blutzucker-Managements führen können. Die Forschenden beobachteten, dass bereits nach wenigen Tagen die Insulinresistenz sank und die Blutzuckerwerte stabiler wurden.
Eine weitere Publikation in der Zeitschrift „Nutrients“ von 2023 hebt das Potenzial von Beta-Glucan hervor. Es verringert den Blutzucker-Anstieg nach dem Essen, was insbesondere für Menschen mit Diabetes von Vorteil ist. Auch internationale Leitlinien empfehlen mittlerweile Hafertage als kurzfristige Ergänzung. Eine gerade publizierte Studie der Universitätsklinik Bonn bestätigt die Erfolge.
Ein lohnender Impuls
Die einmalig praktizierte Haferkur ist kein Ersatz für eine langfristige gesunde Ernährung. Aber Hafertage können ein hilfreicher Impuls sein, um den Stoffwechsel zu entlasten und neue Motivation für das Diabetes-Management zu gewinnen. Für viele Betroffene ist zudem beruhigend, dass diese Methode einfach und ohne große Vorbereitung umsetzbar ist und rasch erlebbare Erfolge zeigt. Oft hilft es auch, regelmäßig einen Schalttag als Hafertag einzulegen.
Wer Hafertage ausprobieren möchte, sollte dies in Absprache mit dem Diabetes-Team tun. Besonders bei Insulintherapie kann es notwendig sein, diese für die Dauer der Hafertage anzupassen. Doch für die meisten ist diese kleine Kur eine spannende Erfahrung – und vielleicht der Startschuss für mehr Hafer im Alltag.
Rubrik ÜBER Gewicht
Hier dreht sich alles ums Thema Gewicht. Die Expertinnen Kirsten Metternich von Wolff und Dr. Astrid Tombek geben Tipps und Anregungen. Sie erklären, was rund ums Thema wichtig, hilfreich und interessant ist. Wer Fragen oder Anregungen hat, kann gern eine E-Mail schreiben an: info@metternich24.de. Hier gibt es alle Beiträge aus der Rubrik.
von Dr. oec. troph. Astrid Tombek
Dr. Astrid Tombek ist Diplom-Oecotrophologin (Ernährungswissenschaftlerin), Diabetesberaterin DDG und Bereichsleiterin der Abteilung Diabetes- und Ernährungsberatung an der Diabetes-Klinik Mergentheim. Sie ist in diversen Organisationen und Fachgesellschaften engagiert und seit vielen Jahren Redakteurin der Zeitschrift Diabetes-Anker (vormals Diabetes-Journal).
Erschienen in: Diabetes-Anker, 2026; 75 (11) Seite 43
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Ähnliche Beiträge
- Ernährung

3 Minuten
- Ernährung

2 Minuten
Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.
Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.
über deinen Diabetes?
Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.
kleisen postete ein Update vor 11 Stunden, 4 Minuten
Ich kündige das Abo mit Ihnen zum nächstmöglichen Zetpunkt. Danke . Bitte bestätigen. Klaus Eisenschmidt, Bloherfelder str. 212D, 26129 Oldenburg
kety22 postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?
- moira antwortete vor 6 Tagen, 8 Stunden
Hallo!
Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
Vielleicht hilft das etwas – viel Glück
katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 2 Wochen, 3 Tagen
Diabetes-Anker-Podcast | Extra: Gürtelrose bei Diabetes – Risiken, Symptome und Vorbeugung im Überblick
In dieser Podcast-Sonderfolge geht es um Gürtelrose bei Diabetes. Dr. Katrin Kraatz spricht mit Diabetologe Dr. Dietrich Tews über Risiken, Symptome u …



