Je suis diabétique – mit Kind, Hund und Diabetes in Frankreich

3 Minuten

Community-Beitrag
Je suis diabétique – mit Kind, Hund und Diabetes in Frankreich

Sommerzeit ist Reisezeit. Und da mein Mann als Kellner arbeitet und über den Sommer wenig Urlaub bekommt, habe ich meinen Koffer gepackt und bin zu meiner Freundin Theresa nach Frankreich in die Auvergne gefahren.

Von Innsbruck nach Clermont-Ferrand bedeutet das 12 Stunden Zugfahrt. Zusammen mit meiner dreijährigen Tochter und meinem Diabetiker-Warnhund Daphne bedeutet das schon etwas Stress. Aber Planung ist das halbe Leben.

Reisen im Zug

Das Wertvollste auf Reisen sind für mich immer die Begegnungen und Kontakte mit den verschiedensten Menschen. Als Diabetikerin mit Hund tue ich mich da oft ein bisschen leichter. Schnell wird einem eine Frage in Bezug auf den Diabetes gestellt, oder es erfolgt eine Reaktion auf meine Daphne. Als wir in Innsbruck in den Zug stiegen, wurden wir zunächst einmal kritisch begutachtet.


Der Schaffner fragte nach dem Ticket für Daphne. Da Daphne ein ausgebildeter Diabetes-Warnhund und Assistenzhund ist, fährt Daphne in allen öffentlichen Verkehrsmitteln gratis mit.

In meinem Behindertenausweis, in dem auch Daphne steht, ist sie überall gekennzeichnet. Und auch ihr Assistenzhundeumhang macht klar, was sie ist. Seit dem 1. Januar 2015 sind alle Assistenzhunde (Blindenführhunde, Servicehunde und Signalhunde) in Österreich in §39a des Bundesbehindertengesetzes verankert und haben freien Zugang zu öffentlichen Orten, Gebäuden und Dienstleistungen. Die Befreiung von der Maulkorb- und Leinenpflicht ermöglicht Hunden wie Daphne ihre uneingeschränkte Aufgabenerfüllung.

Wie sind die Bestimmungen in der Schweiz und in Frankreich?

Das erste Mal umsteigen mussten wir in Zürich. Daphne ging brav an meiner Seite. Beim Bahnfahren mit Assistenzhund braucht man sehr viel Aufmerksamkeit für seinen Hund. Der Hund wird durch die vielen Gerüche auf dem Bahnsteig sehr abgelenkt. Auch sollte man, bevor man mit einem Diabetiker-Warnhund in fremde Länder verreist, sich über die individuellen Richtlinien für Assistenzhunde im jeweiligen Land schlaumachen. In der Schweiz und in Frankreich sind Assistenzhunde offiziell anerkannt und fahren in der Bahn gratis mit.

Für die Zugfahrt hatte ich jede Menge „Esswaren“ und Wasser zum Trinken eingepackt. Das war natürlich auch für meine Tochter sehr wichtig. Mit Daphne spazierte ich auf dem Weg zum Bahnhof vor Reiseantritt eine halbe Stunde. Futter oder Wasser bekam sie dann während der Fahrt wenig. Lediglich zur Belohnung, wenn sie den Mitreisenden aus dem Weg ging, was manchmal im Bahnabteil unvermeidbar war. Kleine Pausen für Daphne gab es auf dem Bahnsteig in Genf, wo wir eine Stunde Aufenthalt hatten.

Unterzuckerung in Frankreich

 Die vorletzte Nacht in der Auvergne erwischte mich dann eine Unterzuckerung. Am Morgen wollte meine Freundin mich aufwecken, aber ich reagierte kaum. Sie maß meinen Blutzucker, und der Wert war 42 mg/dl (2,3 mmol/l). Meine Daphne schlief leider tief und fest vor der Türe. Sie machte mich leider nicht auf den Unterzucker aufmerksam!

Meine Freundin gab mir gleich zwei Smoothies und rief die Rettung. Sie war sehr verunsichert. Als die Retter im Zimmer eintrafen, war ich schon wieder bei Bewusstsein. Die Retter testeten nochmals den Blutzucker, und er war in der Zwischenzeit glücklicherweise auf 65 mg/dl (3,6 mmol/l) angestiegen. Außer meiner Versicherungskarte musste ich der französischen Rettung nichts zeigen. Ob da rückblickend noch Kosten auf mich zukommen, kann ich nicht sagen.

Essen in Frankreich – und der Diabetes?

Wie hat sich das Reisen auf meinen Diabetes ausgewirkt? Das Essen in der Auvergne bestand aus sehr viel frischem Obst und Gemüse, dazu gab es natürlich immer Baguette, Chips und als Dessert viele unterschiedliche französische Käsesorten.

Die Auvergne ist bekannt für ihren Käse. Ich muss dazu sagen, dass wir bei meiner Freundin meist selbst gekocht haben; vorher hatten wir auf dem Markt eingekauft. Ich lebte in Frankreich „low carb“, aß viel Gemüse und Käse, aber naschte auch mal ein französisches Croissant.

Erinnerung mit gemischten Gefühlen

Meine diesjährige Reise nach Frankreich war für mich sehr gemischt. Sehr verunsichert hat mich mein Unterzucker und das Nicht-Anzeigen von Daphne. Ich schiebe es auf die große Herausforderung für Daphne während der Reise.

Wer von euch hat auch schon einmal Frankreich besucht und Erfahrungen mit dem Diabetes gemacht? Ich freue mich auf eure Erlebnisse!

 

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Ähnliche Beiträge

Schnüffelhund Daphne
Heike lebt mit ihrer Diabetes-Warnhündin Daphne seit 6 Jahren zusammen – zu dem Zeitpunkt hatte sie noch kein CGM, sondern nur ihre „Daphi“. Obwohl sich das inzwischen geändert hat, ist ihr die Unterstützung durch die trainierte Hundenase sehr wichtig.

4 Minuten

Community-Beitrag
Hat mein Hund noch Chancen, ein Diabetikerwarnhund zu werden?
Olli hat seit Oktober 2019 einen jungen Jagdhund bei sich aufgenommen. Ob Hund Oskar wohl die Gabe zum Diabetikerwarnhund besitzt? Und wie hat er sich bisher entwickelt? All das und noch viel mehr zum wilden Pubertier lest ihr jetzt besser selbst.

5 Minuten

Community-Beitrag
Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
  • Hallo zusammen,
    ich möchte im Herbst auf eine Patchpump umsteigen, daher würde mich interessieren, ob jemand mit der Nano touchcare Erfahrungen machen konnte. Lieben Dank für Rückmeldungen im Voraus!

    • Hey, ja ich nutze aktuell das Medtrum Nano System also CGM + Patchpumpe. Zuvor hatte ich das Omnipod Dash (war schon sehr gut) aber das Medtrum System ist eine ganz andere Welt (im positiven) der Automodus läuft und hält die Werte größtenteils stabil. Auch die Auto Bolus Abgabe (nur auswählen Frühstück, mittag, Abendessen oder snack) Damit brauchst du bei bis bis zu 90g Kolenhydrate nicht mehr den Bolusrechner verwenden, kannst du aber bei Bedarf trotzdem jederzeit. Es hat mein Leben verändert, auch dass du wenn du möchtest eine Schnittstelle (smartphone eine App für Cgm+Pumpe) funktioniert einwandfrei. Das einzige wo man aufpassen muss, man sollte den Sensor gelegentlich kalibrieren. Der Dexcom g7 war ohne kalibrieren etwas genauer, aber die Vorteile vom Medtrum überwiegen. Ich kann’s nur empfehlen. Viel Erfolg beim Einstieg! Melde dich gerne falls du noch konkrete Fragen hast. Erfahrung in der Praxis hab icb schon einige Monate hinter mir.

    • @calvin240: Super, dass du geantwortet hast. Ich hatte vor einiger Zeit die gleiche Frage. Auch ich werde diese Pumpe ab Herbst nutzen. Bin aber absoluter Pumpenneuling. Darf ich dich bei Bedarf anschreiben? Viele Grüße aus der schönen Rhön!

    • @uho1: klar kannst du gerne machen. Wenn du Allgemein Pumpenneuling bist (jeder hat andere Anforderungen) aber aus meiner Sicht ist eine Patchpumpe also auch das Medtrum Nano die innovativste Behandlungsmöglichkeit.
      Liebe Grüße

  • Jetzt schon vormerken: Das nächste virtuelle Community-MeetUp findet am 10. Juni statt. Wir freuen uns drauf! 🙂

    Alle Infos hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juni2026/

  • tako111 postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen

    Ich habe Ihr Heft 1-2/2026 leider erst jetzt in die Hände bekommen und war über den Bericht auf Seite 14 „Spritzen, aber kein Insulin“ schon verwundert. Zwar nennen Sie einige mögliche Nebenwirkungen der einzelnen Substanzen, jedoch fehlt ein Hinweis auf eine besonders schwerwiegende Komplikation: die Gefahr einer Schädigung des Sehnervs beziehungsweise anderer Augenstrukturen. Nach meinem Kenntnisstand kann diese Nebenwirkung unter Umständen nicht mehr reversibel sein.

    Ich würde mir wünschen, dass Sie bei künftigen Berichten auch auf solche Risiken eingehen und diese entsprechend berücksichtigen. Auffällig ist zudem, dass in Ihrem Heft häufig über Menschen mit Diabetes Typ 1 berichtet wird, während der Diabetes Typ 2 deutlich weniger Beachtung findet. Darüber hinaus entsteht der Eindruck, dass die entsprechenden Spritzenmedikamente bei Typ-2-Diabetes oftmals in einem überwiegend positiven Licht dargestellt werden, ja geradezu für den Typ 2 gegenüber beispielsweise Metformin, präferiert werden.

Verbände