Kaffee, Tee, Kakao

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Kaffee, Tee, Kakao

Kein Tag ohne Kaffee oder Tee – wie ist es da bei Ihnen? Trinken Sie die Heißgetränke pur, also ohne Milch, Sahne oder Zucker? Oder darf es eine Prise süß sein mit etwas flüssigem Süßstoff oder einer Süßstoff-Tablette? Die Varianten, wie sich Kaffee, Tee und teils auch Kakao genießen lassen, sind unendlich. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie sie im Hinblick auf Ihren Diabetes damit umgehen und auch Fertiggetränke passend einschätzen. In unserer Tabelle auf Seite 77 finden Sie zudem eine Nährwert-Übersicht gängiger Getränke auf Basis von Kaffee, Tee und Kakao.

Morgenstund’ hat Kaffee im Mund

Knapp vier Tassen Kaffee trinken die Deutschen täglich, heißt es in der Kaffee-Konsum-Studie des Deutschen Kaffeeverbands. Dabei beschränkt sich der Kaffee nicht nur auf die Tasse am Morgen, sondern er wird überwiegend außer Haus getrunken – bei der Arbeit oder als Fertigprodukt unterwegs, im Café oder Restaurant. Der klassische Kaffee bietet keine Schwierigkeiten im Hinblick auf seine Nährwerte und die Wirkungen auf den Blutzuckerspiegel. Doch wie ist es mit Cappuccino und Co?

Kaffee-Fertiggetränke sind meistens reich an Zucker

Eiskaffee, Kaffee mit Flavour, also aromatisiert, mit Milch oder veganen Alternativen oder Kakao – für jeden Geschmack entwickelt die Industrie ständig neue Sorten. Dabei sind diese Fertiggetränke fast immer gezuckert und im Grunde genommen so süß und kohlenhydratreich wie einige Desserts. Neben herkömmlichem Zucker kann in der Zutatenliste beispielsweise Dextrose, Glukose oder Glukose-Sirup stehen. Kaffee-Zubereitungen mit Geschmack, wie Karamell, Schokolade, Zimt oder Popcorn sind sehr süß und damit zuckerreich. Deshalb empfiehlt es sich, vor dem Genuss einen Blick auf Zutatenliste und Nährwertanalyse zu werfen. Hier gibt es die Angaben, wie viel Energie und wie viele Kohlenhydrate in einer Portion stecken.

Einfacher ist es, Kaffee-Spezialitäten wie Latte macchiato, Espresso oder Cappuccino selbst zuzubereiten. Fettarme Milch oder ungesüßte Sojadrinks eignen sich besonders gut zum Aufschäumen. Wer es süß mag, kann eine kleine Menge Süßstoff verwenden. Für einen Cappuccino nehmen Sie einen Espresso mit aufgeschäumter Milch. Für Latte macchiato wird der Espresso in einem hohen Glas auf heiße Milch mit Schaum gegossen, sodass sich drei Schichten bilden.

Warm, kalt, süß, weniger süß …

Wie viel Kaffee soll es sein?

Die Behauptung, Kaffee entziehe dem Körper Wasser, ist überholt. So heißt es vonseiten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), dass eine Koffein-Menge bis zu 400 mg, die über den Tag verteilt getrunken wird, für gesunde Erwachsene gesundheitlich unbedenklich ist. Praktisch wären das etwa drei bis fünf Tassen mit einer Gesamtmenge von 400 bis 500 ml, je nach Brühstärke. Wer Mühe hat, täglich seine Flüssigkeitsmenge von eineinhalb bis zwei Litern zu trinken, kann diese zu einem halben Liter durch Kaffee decken. Gleiches gilt auch für schwarzen und grünen Tee. Insgesamt ist demnach eine Menge von einem halben Liter täglich möglich – praktisch zum Beispiel 300 ml Kaffee plus je eine kleine Tasse schwarzer und grüner Tee (200 ml).

Eistee – zuckerreich und süß

In Ostfriesland leben hierzulande die Menschen mit dem höchsten Tee-Verbrauch. Laut Angaben des aktuellen Tee-Reports des Deutschen Tee & Kräutertee Verbands werden in Deutschland jährlich rund 50 Milliarden Tassen Tee getrunken. Dabei haben Kräuter- und Früchtetee die Nase vorn und fließen in 31 Milliarden Tassen. Praktisch sind das täglich 185 ml Tee für jeden Menschen hierzulande. Auch bei Tee sind die Varianten immens. Praktisch kalorien- und kohlenhydratfrei sind klassische Beuteltees sowie lose Tees aus Kräutern. Bei losem Früchtetee lohnt wiederum der Blick auf die Nährwerte. Denn Früchtetees können gezuckerte und getrocknete Früchte oder andere süße Bestandteile enthalten. Die Nährwertanalyse auf der Verpackung gibt Auskunft, wie hoch der jeweilige Kohlenhydratgehalt sein kann. Ob diese den Blutzucker beeinflussen, hängt von der verwendeten Menge pro Tasse ab und kann individuell verschieden sein.

Eine deutliche Reaktion des Blutzuckers erleben Sie beim Genuss von fertigem Eistee mit Zucker. Produkte, die zum Beispiel mit der Aufschrift "weniger süß" oder "ohne Haushaltszucker" deklariert sind, können dennoch zuckerreich sein. Hier kommt die Süße beispielsweise durch Honig, Agavendicksaft, Kokosblütenzucker oder einfach etwas weniger des herkömmlichen Zuckers.

Kakao: Süßigkeit in flüssiger Form

Im Grunde ist Kakao Schokolade in flüssiger Form. Etwa 2,7 kg Kakao nutzt jeder Konsument jährlich in Deutschland, erklärt eine Statistik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Kakao kann die Energie einer gesunden Mahlzeit in einer Tasse vereinen, beispielsweise, wenn er aus reichlich Zucker und Sahne besteht. Doch es geht auch mit weniger Kalorien.

Verwenden Sie dazu klassisches Kakaopulver und als Flüssigkeit entweder fettarme Kuhmilch oder eine vegane und zuckerfreie Milch-Alternative. Ungesüßte vegane Milch-Alternativen wie Soja-, Kokos- oder Mandeldrinks haben in einer 250-ml-Portion keine Auswirkung auf die Blutzuckerwerte, im Gegensatz zur klassischen Kuhmilch. Erhitzen Sie die Flüssigkeit, rühren Sie das Kakaopulver mit einem Schneebesen in die heiße Flüssigkeit ein und süßen Sie nach Geschmack mit ein paar Spritzern flüssigem Süßstoff. Schon ist eine leckere Trinkschokolade mit deutlich weniger Kalorien aus Fett und Zuckerfertig. Das selbst gemachte Getränk lässt sich warm und abgekühlt trinken. Geben Sie bei Kakao stets klassischem Kakaopulver, welches stark und schwach entölt in jedem Supermarkt erhältlich ist, den Vorzug. Es ist zuckerfrei und in der stark entölten Version besonders gut löslich.

Wenig sinnvoll sind alle Instant-Kakaos.Deren Zuckergehalt liegt im Schnitt bei 81 Prozent. In einem gehäuften Teelöffel Pulver steckt rund ein Würfelzucker. Produkte, die als "weniger süß" oder "30 % weniger Zucker" deklariert werden, sind immer noch kohlenhydratreich, wie Sie in unserer Übersicht auf der nächsten Seite sehen können. Möglich sind dagegen Instant-Kakaos, die mit Erythrit gesüßt und somit zuckerfrei sind. Schauen Sie zur Sicherheit auch bei Kakao auf Zutatenliste und Nährwertanalyse. So können Sie das jeweilige Heißgetränk am besten einschätzen und mit Lust und Freude genießen.KM


Kirsten Metternich von Wolff
Diätassistentin DKL, DGE
Redaktion Essen und Trinken
Hildeboldstraße 5
50226 Frechen-Königsdorf
E-Mail:
Website:

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  • moira postete ein Update vor 2 Wochen, 5 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 3 Wochen, 6 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • crismo antwortete vor 1 Woche

      Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • thomas55 antwortete vor 1 Woche

      @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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