- Ernährung
Koch- und Küchentipps fürs Weihnachtsmenü
4 Minuten
Ob Kartoffelsalat mit Würstchen oder Festbraten mit allerlei Beiwerk: An Weihnachten geht es zwar nicht nur – aber eben auch – ums Essen. Küchenmeister Uwe Steiniger (uwe-steiniger.de) hat für das Diabetes-Journal-Weihnachtsmenü ein Rezept für einen Heidschnuckenbraten kreiert. Und im Interview hat er Kirsten Metternich viele Tipps für das Kochen an Weihnachten verraten.
Diabetes-Journal (DJ): Herr Steiniger, warum gibt es in vielen Haushalten an Heiligabend Kartoffelsalat mit Würstchen?
Uwe Steiniger: Nun ja: Der 24. Dezember zählt bei den meisten nicht so richtig zu den Feiertagen. Viele müssen an Heiligabend zumindest bis mittags arbeiten. Historisch gesehen liegt und lag es auch an der Technik: Jahrhundertelang gab es weder Supermarkt noch Kühlregal. Im November wurde geschlachtet und gewurstet, es wurden Kartoffeln eingekellert, die Gurken lagen im Einmachglas, und im Hühnerstall gab es Eier.
So hat es mir meine Großmutter Irene vor einiger Zeit erklärt. Daraus entstand diese eher schlichte Tradition. Deshalb wurde auch am ersten Weihnachtstag beschert. Dem Heiligabend als Vorbereitungstag fehlte es schlichtweg an der großen Bedeutung, wie sie heute propagiert wird. Ach ja, zurück zum Kartoffelsalat: Das sind wohl die Gründe, warum er an Heiligabend bei vielen zur Tradition gehört. Das aufwendigere Menü kommt dann meist am ersten Weihnachtstag.
Mein Tipp: Damit der Kartoffelsalat nicht zu fettig und kohlenhydratreich wird, kommen reichlich Gewürzgurken und Zwiebeln zu den Kartoffeln. Für die Soße etwas Sud von den Essiggurken mit fettarmem Naturjoghurt, Senf, Salz, Pfeffer und einem Klecks Salatcreme mischen. Den Salat am besten ein paar Stunden durchziehen lassen und noch einmal abschmecken.
DJ: Welches Gericht lässt sich einfach und schnell zubereiten und macht trotzdem so richtig was her?
Steiniger: Wer es selbst an Weihnachten eilig hat, dem empfehle ich ein qualitativ gutes Filetsteak mit gekräuterten Kürbisecken. Dazu ein Joghurt-Knoblauch-Dip und Feldsalat in Walnuss-Himbeer-Vinaigrette. Das geht recht schnell, braucht weder allzu viele Zutaten noch große Küchenkenntnisse. Dabei macht es richtig was her und schmeckt natürlich sehr lecker.
DJ: Für das Diabetes-Journal-Weihnachtsmenü 2015 haben Sie ein Rezept für einen Braten von der Heidschnucke kreiert. Worauf kommt es dabei an?
Steiniger: Dazu empfehle ich eine Keule, die der Metzger oder Schnuckenzüchter auslösen kann. Alternativ geht auch die Unterschale, dann ist es wichtig, die kürzere Garzeit zu beachten. Ich wohne im Westerwald und bekomme mein Fleisch von meinem Freund Lutz Dorfmüller. Er ist gelernter Metzger und Schnuckenzüchter. Um einen Züchter in der eigenen Region zu finden, lohnt sich die Suche via Internet. Unter dem Suchbegriff Heidschnuckenfleisch findet man schnell heraus, wo das aromatische und fettarme Fleisch erhältlich ist.
DJ: Was ist das Besondere am Fleisch von Heidschnucken?
Steiniger: Da komme ich ins Schwärmen, denn es ist ein wirklich fantastisches Fleisch. Geschmacklich erinnert es mehr an feinstes Wildbret denn an Schaf. Es ist schön marmoriert und dabei fettarm. Als Küchenmeister finde ich es natürlich sehr spannend, Lebensmittel von der Forke bis zur Gabel erleben zu dürfen. Die Tiere sind wirklich besonders: anmutig, elegant und ein wenig wählerisch, was das Futter betrifft. Deshalb gibt es hier auch kein Industrie-Kraftfutter und keine Massentierhaltung, geschweige denn einen endlosen Tiertransport. Das ist im Grunde wie Bio, nur ohne Siegel.
DJ: Und wo gibt es das zu kaufen?
Steiniger: Gut aufgestellt in Sachen Schnucke ist naturgemäß die Lüneburger Heide. Hier kann man mittlerweile sogar gutes Fleisch übers Internet kaufen. Aber auch in anderen Bundesländern ist die Heidschnucke zu Hause, vielleicht sogar in Ihrer Nachbarschaft.
DJ: Wenn jemand nicht die Möglichkeit hat, Fleisch von der Heidschnucke zu erwerben – was empfehlen Sie als Alternative?
Steiniger: Heimisches Wild, eine Hirsch- oder Rehkeule, die sich ähnlich zubereiten lässt wie die Heidschnucke. Kurzum: Wer kein Fleisch dieser sympathischen Tiere bekommt, kann den Braten des Weihnachtsmenüs mit Wild zubereiten.
DJ: Rotkohl ist ein typisches Wintergemüse. Welche Tipps haben Sie, damit aus dem Kohl ein leckeres Gericht wird?
Steiniger:Kohl versorgt uns in der kalten Jahreszeit mit vielen wichtigen Vitaminen und Mineralien. Wer Rotkohl richtig lecker zubereiten möchte, braucht lediglich gute Zutaten und etwas Geduld. Bei mir gibt’s Selbstgemachtes, was woanders viel zu selten auf den Tisch kommt. Rotkohl wird nicht gekocht, sondern geschmort. Ich empfehle, den Kohl nicht zu lange zu garen, damit er noch etwas Biss hat. Das ist zudem auch schonender für die im Rotkohl enthaltenen wertvollen Vitamine.
DJ: Was raten Sie Lesern, die es auch an Weihnachten lieber vegetarisch mögen?
Steiniger: Im Grunde ist es gar nicht so schwer, Fleisch wegzulassen. Jetzt ist die beste Zeit für deftige Wintergemüse wie Steckrüben, Pastinaken, Spitzkohl und Co. Dazu passen Topinambur, Kartoffeln oder Kürbis. Sie lassen sich kochen, braten und auch grillen und mit Käse, Ei oder einem Hauch Paniermehl veredeln. Köstlich wird es mit frischen Kräutern. Hier überholt die Fantasie auf jeden Fall vegane Krustenbraten und ähnlichen Nonsens.
DJ: Pommes, Kroketten und Kartoffelgratin – typische Beilagen für ein Festmenü. Was sind leckere Alternativen mit moderatem Kalorien- und Kohlenhydratgehalt?
Steiniger: Toll finde ich Naturreis, das nussige Aroma passt zur Jahreszeit und zu beinahe jedem Gericht. Auch ein Gersten-Risotto oder gute Vollkornpasta bieten sich an. Köstlich ist auch eine Art Kartoffelstampf aus Topinambur oder ein Kürbismus.
DJ: An Weihnachten geht es oft recht hektisch zu. Welche Tipps helfen, damit in der Küche kein Stress aufkommt?
Steiniger: Wie bei vielem im Leben ist Planung die halbe Miete. Was sich am Vortag machen lässt, sollte man schon zubereiten. Wichtig ist auch, rechtzeitig einzukaufen, denn am 24.12. herrschen in vielen Geschäften Stress und Hektik pur. Meistens gibt es dann auch nicht mehr alles, was man braucht, oder es sind nur noch Reste zu höheren Preisen im Angebot.
DJ: Oft wird jetzt mehr gekocht als gegessen werden kann. Was macht man mit Resten von Rotkohl, Braten und Knödeln?
Steiniger: Da denke ich direkt an Wilhelm Buschs Witwe Bolte: “Wofür sie besonders schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt.” Also noch einmal erhitzen und ein zweites Mal davon zu genießen, ist eine gute Möglichkeit.
DJ: Und was wird bei Ihnen an Heiligabend auf dem Tisch stehen?
Steiniger: Ich mache mir die Heidschnucke, da kann ich super vorarbeiten und habe etwas ganz Besonderes. Weihnachten heißt für mich alle Jahre wieder, ganz viele Gäste zu bewirten.
Herr Steiniger, wir danken Ihnen für das Gespräch – und wünschen frohe Weihnachten.
von Kirsten Metternich
Diätassistentin DKL, DGE, Redaktion Essen & Trinken
Hildeboldstraße 5, 50226 Frechen-Königsdorf
Tel.: 0 22 34/91 65 41, Fax: 0 22 34/91 65 42
E-Mail: info@metternich24.de
,
Internet: www.metternich24.de
Erschienen in: Diabetes-Journal, 2015; 64 (12) Seite 86-89
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lelolali postete ein Update in der Gruppe In der Gruppe:Für alle Höhen und Tiefen vor 5 Tagen, 22 Stunden
Hallo, ich bin noch ganz neu hier. Ich war heute beim T1day und bin dadurch auf den DiabetesAnker aufmerksam geworden. Ich bin Ende 20 und komme aus Berlin und bin auf der Suche nach anderen Menschen mit Typ 1 Diabetes (ungefähr in meinem Alter) zum Austauschen und Quatschen. Vielleicht hat ja jemand Interesse 🙂
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jasminj postete ein Update vor 6 Tagen, 5 Stunden
Hi,
Ich bin Jasmin und gerade auf dem t1day 🙂 hab seit 23 Jahren Diabetes, aktuell mit Ypsopump und G7. Bin entweder in Hamburg oder Berlin anzutreffen und freue mich auf Kontakte und Austausch!-
lelolali antwortete vor 5 Tagen, 22 Stunden
Hey Jasmin, ich war heute auch auf dem T1day, vielleicht hast du Lust auf Austausch 🙂
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jasminj antwortete vor 5 Tagen, 22 Stunden
@lelolali: Ich würde mich über Austausch und Kontakte sehr freuen. Gerne hier oder anders online und ansonsten bin ich aktuell alle ein bis zwei Wochen in Berlin – also ggf. auch gerne persönlich?
Wie hat Dir der Tag gefallen? -
lelolali antwortete vor 5 Tagen, 20 Stunden
@jasminj: Ja sehr gerne! Ich kann dir hier leider keine private Nachricht schreiben (werde auf die Startseite weitergeleitet) , funktioniert dies bei dir? 🙂
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jasminj antwortete vor 5 Tagen, 20 Stunden
@lelolali: funktioniert bei mir leider auch nicht. Ich wollte es mir morgen nochmal über die Webabsicht anschauen, vllt geht es da 🙂
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gregor-hess antwortete vor 5 Tagen, 1 Stunde
@jasminj & @lelolali: Leider funktionieren die DM aktuell tatsächlich nicht, sorry! Wir kümmern uns schnellstmöglich darum!
LG Gregor aus der Redaktion -
gregor-hess antwortete vor 4 Tagen, 11 Stunden
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jasminj antwortete vor 4 Tagen, 10 Stunden
@gregor-hess: vielen lieben Dank! Hab es direkt ausprobiert und es sieht gut aus 🙂
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galu postete ein Update vor 1 Woche, 3 Tagen
hallo,
ich bin d«Deutsche und lebe seit ca.40jahren in Portugal… meine Tochter, deutsch portugiesin, nun 27 ist seit ihrem 11.Lebensjahr Typ1.
Nachdem ich, gleich nach der Diagnose, eine Selbsgthilfegruppe – die jungen Diabetiker der Algarve, gegruendet habe – finden wir nun so einige Beschraenkungen, was Selbsthilfe und relevante Info betrifft….meine Frage an die Gruppe:
Kann mir jemand , irgendwo in Deutschland eine gute Diabetes Kur oder Kuren mit Hauptgewicht auf Diabetes empfehlen?
Wir werden eh alles privat organsieren und bezahlen muessen – also sind eh nicht auf Krankenkassenangebote angewiesen (falls es diese ueberhaupt (wo?) geben sollte)
Irgendwo in Deutschland (vielleicht nicht zuweit weg von internationalen Flughaefen, da wir ja immer aus Portugal kommen muessen.
Hat vielleicht jemand eine Idee? vielen dank im Voraus-
connyhumboldt antwortete vor 1 Woche, 3 Tagen
Hallo! Die beste Klinik für Diabetes ist in Bad Mergentheim! Ich hoffe Euch damit geholfen zu haben! Die Gesetzlichen Krankenkassen schicken die bei ihnen versicherten Diabetiker alle dahin! Privat geht aber auch? Liebe Grüße aus dem kalten Deutschland!
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Hey, ich bin Lara und 23 Jahre alt. Ich komme zwar nicht aus Berlin, aber bin im Mai wieder dort. Freue mich trotzdem immer über Austausch, auch wenn es digital ist. Liebe Grüße
@laratyp1life: Hallo, über digitalen Austausch freue ich mich natürlich auch 🙂