- Ernährung
Das Echt essen-Gasthaus im April: L’Imprimerie – vive la France
4 Minuten

Eine unverfälschte französische Landküche bietet die ehemalige Druckerei im gutbürgerlichen Kölner Stadtteil Bayenthal. Ein Restaurant, das polarisiert
Seit weit über 20 Jahren besuche ich nahe meiner Wohnung die „L´Imprimerie“. Seit der Zeit polarisiert das Bistroartige Gasthaus, das gegründet wurde von dem einzigartigen Pariser Wirt Gilles Berthier und seiner deutschen Frau Sylvia Jutrin. Von Anfang dabei ist auch der aus Sizilien stammende Koch Massimo Toplicar. Nicht zu vergessen der ungemein flinke Servicechef Alain, inzwischen der einzige Franzose in dieser französischen Institution in Köln.

„Liebte“ seine Gäste: Gilles Berthier
„Isch liebe meine Gäste“ behauptete der vor zwei Jahren gestorbene Gilles schon einmal ironisch – und platzierte die Leute nach einem undurchschaubaren System an einem der wackligen Tische mit ihren genauso wackligen Stühlen. Keine Frage, das ist kein gewöhnliches Lokal, sondern eines, das die Menschen entweder lieben oder hassen. Wir gehören zu den Liebhabern und waren sicher schon einige hundert Mal da – vor allem wegen den sensationell frischen Meeresfischen.

Drei Vorspeisen, drei Hauptgerichte: Mittagsangebot
Meeresfisch ist auch immer eines der drei Hauptgerichte, die Dienstag, Mittwoch und Freitag Mittag zur Auswahl stehen – und das zu einem sehr fairen Preis. Ein Gedicht ist auch immer das frische, luftige Brot, das speziell für dieses Gasthaus fabriziert wird. Aber nicht zu viel davon essen, denn die Portionen sind sättigend. Abends ist die Auswahl größer, alles ist etwas teurer – und wir nehmen meistens gegrillten Fisch, sehr gerne den Glattbutt mit Gemüse für rund 40 Euro. Und gerne natürlich die topfrischen Austern, die hier vorbildlich auf Eis serviert werden.

Gutes Trio: Bete, Feldsalat und Meerrettich
Absolut empfehlenswert der Vorspeisensalat: Rote und gelbe Bete, frischester Feldsalat und Meerrettichstreifen plus bestes Olivenöl. Das Gericht bringt die Küchenphilosophie wunderbar auf den Punkt: Beste Produkte unverfälscht zubereitet. Ideal dazu der gereichte Wein, ein trockener Franzose. Ein guter Start des Menüs.

Süchtig schmeckend: Rochen, Linsen, flüssige Butter
Donnerwetter, was für ein Gang: Ein perfekt gebratener Rochenflügel, nicht zu harte, nicht zu weiche Linsen – und flüssige, heiße Butter. Erst war ich skeptisch ob der Butter, dann genoss ich auch noch den letzten Tropfen, so süchtig machend schmeckt diese scheinbar schlichte Kombination. Es ist auch diese deftig-raffinierte Küche, die dem Gasthaus eine Top-Kundschaft aus Geschäftsleuten und Showbusiness beschert. Es sind auch diese wenigstens hier unprätentiösen Schönen und Reichen, die den Charme der „L´Imprimerie“ ausmachen.

Gut und reichlich: Französische Entenbrust
Auch wenn ich beim „Franzosen“ meistens Fisch esse, sind auch die Fleischgerichte von exzellenter Qualität. So etwa neulich die Entenbrust mit geschmortem Wirsing und Rosmarin. Zart und dennoch kräftig nach Ente schmeckend das Fleisch, kurz vor dem Verbrennen der Kohl. Dazu ein wenig kräftiger Jus, ein paar rosa Pfefferkörner, mehr braucht es nicht für ein stimmiges Wohlgefühl. Was hier auch immer (und sonst nur in türkischen Lokalen) mal wieder serviert wird: Tripes, also Kutteln. Viele bestellen das nicht, aber ich liebe diese Innereien.

In der Ruhe liegt die Kraft: Koch Massimo Toplicar
Den aus Italien stammenden Koch Massimo Toplicar bewundere ich ob seiner Ruhe. Ist die Bude noch so voll, er lässt sich in seiner offenen Küche nicht aus dem Konzept bringen, zieht sein Konzept mit großer Gelassenheit durch. Dafür sind die servierten Speisen frisch und auf den Punkt zubereitet. Gut, es dauert halt manchmal etwas länger, aber dafür gibt es Kölsch vom Fass, französische Weine; die in einem Blechkübel serviert werden. Und natürlich Mineralwasser aus Frankreich.

Traditionelles Dessert: Birne Helene
Sehr zu empfehlen ist das „Kaffeegedeck“ für 7,90 Euro. Denn das beinhaltet nicht nur einen ordentlichen französischen Kaffee, sondern auch ein schlichtes Dessert, wie etwa die köstliche Birne Helene. Im Paris des 19. Jahrhunderts wurde der fruchtig-schokoladige Klassiker kreiert, der auf die Operette „La belle Hélène“ zurückgeht. La vie est belle!

Kölns eigenwilligstes Gasthaus: „L´Imprimerie“
Hier passt nichts – und trotzdem ist alles stimmig: Das zusammengewürfelte Mobiliar, die frühere Fabrikatmosphäre, die auf den Punkt flotte Bedienung, die ungekünstelte Küche mit ihrem Fokus auf meeresfrischen Wildfang, ein Erbe des Fischkenners Gilles Berthier, mit dem ich oft über die Zukunft der Fischerei gesprochen habe. Eine besondere Erwähnung verdient der wunderbare Garten im Sommer, bei dem auch etwas wild wachsen darf. Hier ist halt alles etwas anders.
Fazit: Wer Wert auf eine authentische französische Küche und einen toughen Service legt, fühlt sich hier wohl. Wer Wert auf Gediegenheit legt, ist fehl am Platz.
„L´Imprimerie“
Adresse: Cäsarstrasse 58, 50 968 Köln-Bayenthal
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag mittags und abends offen. Am Samstag ab 18 Uhr 30.
Kontakt: 0221 34 81 301 www.limprimerie-restaurant.de
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von Hans Lauber
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Der Link zur Umfrage lautet: https://forms.cloud.microsoft/r/PN2hqhkuLB
Vielen Dank für eure Unterstützung! 🙂
mr postete ein Update vor 1 Woche, 1 Tag
Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.
- katrin-kraatz antwortete vor 3 Tagen, 13 Stunden
Hallo mr,
Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.
Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.
Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.
Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?



