Sommer ohne Reue: Gesund Grillen mit Diabetes

4 Minuten

Leckeres vom Grill muss nicht ungesund sein.
Sommer ohne Reue: Gesund Grillen mit Diabetes

Theoretisch ist Grillen eine der gesündesten Arten zu essen. Mit fettigen Nackensteaks, Bratwürsten und Unmengen an Zucker in Marinaden und Soßen wird dies aber praktisch ins Gegenteil verkehrt. Wir verraten Euch, wie Ihr auch mit einem Diabetes lecker durch den Sommer kommt und dabei weder auf Fleisch noch leckere Soßen verzichten müsst.

Die Weihnachtsplätzchen sind mühsam abgehungert, nach einem anstrengenden Frühling passt endlich das Sommerkleid wieder. Und dann sind sie da, die warmen Abende und jedes Wochenende zünden irgendwo Bekannte ihren Grill an. In Gemeinschaft schmeckt es bekanntlich besonders gut und schnell befindet sich das zweite oder dritte Stück Schweinenackensteak auf dem Teller. Wusstet Ihr, dass eine Bratwurst bis zu 30 Prozent Fett enthält?

Dabei könnt Ihr, wenn es ums Grillen geht, sehr leicht Kalorien einsparen, trotzdem lecker essen und Eure Figur behalten. Denn anders als beim Zubereiten in der Pfanne braucht ihr auf dem Grill kein Fett. Entweder Ihr legt das Grillgut komplett ohne Öl auf den Grill oder Ihr pinselt es leicht mit Öl ein. Dann hat es garantiert deutlich weniger Kalorien als das bereits vom Metzger marinierte.

Mageres Fleisch in eigener Marinade spart garantiert Kalorien und schmeckt meist sogar besser, als abgepacktes Nackensteak. | Bildrechte: © kucherav // AdobeStock

Marinade schnell selbst gemacht

Oder Ihr macht Euch selbst eine gesunde Marinade. Das geht ganz einfach. Beispielsweise Hühnerbrust eingelegt in eine Marinade, die aus einem Esslöffel Öl, zwei Esslöffeln Sojasauce und etwas Honig besteht, schmeckt köstlich. Auch Marinaden, die viel Kräuter und etwas Zitronensaft enthalten, kommen mit wenig Öl aus.

Die meisten Fertigsaucen enthalten sehr viel Fett und meistens auch sehr viel mehr Zucker als man denkt. Macht Euch doch mal Eure Tomatensauce selbst. Einfach Tomaten häuten und entkernen, nach Geschmack Chilis dazu geben, salzen, kurz aufkochen und nur wenig Zucker zugeben. Schmeckt garantiert besser als Ketchup aus dem Supermarkt.

Warum muss überhaupt immer Fleisch sein? Gegrillter Fisch ist einfach köstlich. | Bildrechte: © Надія Коваль // AdobeStock

Mageres Fleisch oder Fisch grillen

Fett und damit Kalorien sparen könnt Ihr aber auch schon bei der Fleischwahl. Von Grillwürsten, Spareribs und anderem fetten Schweinefleisch besser die Finger lassen. Lieber mageres Rind- oder Schweinefleisch oder Geflügel wählen. Wisst Ihr wie lecker gegrillter Fisch schmeckt? Beispielsweise ganze Doraden oder Forellen eignen sich hervorragend für den Grill.

Grillschalen oder auch mal eine Grillpfanne verhüten Schadstoffe, die beim Grillen leider entstehen. | Bildrechte: © Anatoly Repin // AdobeStock

Edelstahlschalen schützen vor krebserregenden Stoffen

Vom Holzkohlengrill schmeckt es am besten, da sind sich wahrscheinlich alle einig. Aber wenn Ihr hier fettes Fleisch verwendet und das Fett in die Glut tropft, habt Ihr nicht nur viele Kalorien auf dem Teller, sondern schadet Eurer Gesundheit auch dadurch, dass gesundheitsschädliche Stoffe entstehen, die sich im Fleisch absetzen. Diese sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe können krebserregend sein. Schutz davor bietet eine Grillschale aus Edelstahl. Oder Ihr verwendet doch einen Gas- oder Elektrogrill, vielleicht auch mal eine Grillpfanne. Auf Aluminiumschalen und Alufolie besser verzichten. Durch die Hitze können sich Bestandteile lösen, die dann mitgegessen werden. Verkohlte Stellen am Fleisch unbedingt abschneiden. Was auf keinen Fall auf den Grill gehört, sind gepökelte Fleischwaren wie Kassler, Wiener Würstchen oder rote Bratwürste.

Der Gemüseanteil sollte überwiegen, was nicht heißt, dass auf herzhaften Fleischgenuß gänzlich verzichtet werden muss. | Bildrechte: © Evgeny Karandaev // AdobeStock

Lasst den Gärtner ruhig gewinnen

Auf einem gesunden Teller liegt deutlich mehr Gemüse als Fleisch. Legt doch einfach mal Zucchini, Auberginen und Paprika auf den Rost. Auch Pilze und Maiskolben lassen sich gut grillen. Butter bitte immer erst auf den fertigen Maiskolben auf dem Teller verstreichen. Sonst bilden sich auch hier krebserregende Stoffe, weil die Fettsäuren in der Butter sehr empfindlich auf Hitze reagieren. Der Gärtner darf gegen den Metzger ruhig einmal gewinnen.

Auch Obstspieße lassen sich grillen. Sie schmecken im Notfall aber auch ungegrillt. | Bildrechte: © Farknot Architect // Adobe Stock

Schon mal Obst gegrillt?

Obst vom Grill ist sehr schmackhaft. Zum Beispiel Erdbeeren in etwas Honig und Zitronensaft mariniert sind eine Köstlichkeit. Am besten auf einen Spieß stecken und gut bewachen, da die roten Früchte leicht verbrennen. Ananas, Weintrauben, Wassermelonen, Birnen und Bananen etc. ­– ein gemischter Spieß als Obstsalat vom Grill zusammen mit einer Kugel Vanilleeis serviert, ist deutlich kalorienärmer als eine große Portion Eis … sieht auch viel schöner aus.

Genießt den Sommer und guten Appetit!

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Ähnliche Beiträge

Kochen Backen Diakids: Ein Kochbuch vom Typ F, das Unterstützung verdient
Kochen für Kinder mit Typ-1-Diabetes muss alltagstauglich sein. Genau diesem Anspruch wurde Sandra Harsch mit ihrem Buch „Kochen Backen Diakids“ gerecht. Damit das Buch künftig noch mehr Familien erreichen kann, läuft derzeit ein Crowdfunding für eine zweite Auflage.
Kochen Backen Diakids

3 Minuten

Neuer Vorsitzender: Wechsel an der Spitze der DiabetesHilfe Nord e.V.
Nach mehreren Jahren an der Spitze übergibt Michael Wirtz sein Amt: Neuer Vorsitzender der DiabetesHilfe Nord e.V. wird Reiner Sommer. Wirtz blickt auf gemeinsame Projekte zurück und erklärt, warum er dem Verein trotz Rückzugs weiterhin verbunden bleiben möchte.
Neuer Vorsitzender: Wechsel an der Spitze der DiabetesHilfe Nord e.V. | Fotos: privat

< 1 minute

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Diabetes-Anker-Newsletter

Alle wichtigen Infos und Events für Menschen mit Diabetes – kostenlos und direkt in deinem Postfach. Mit unserem Newsletter verpasst du nichts mehr.

Hinweise zum Datenschutz

Über uns

Geschichten, Gemeinschaft, Gesundheit: Der Diabetes-Anker ist ein umfassendes Angebot für alle Menschen mit Diabetes – live, gedruckt und digital. Der Diabetes-Anker und die Community sind immer da, wo du sie brauchst. Für alle Höhen und Tiefen.

Community-Frage
Mit wem redest du
über deinen Diabetes?

Die Antworten werden anonymisiert gesammelt und sind nicht mit dir oder deinem Profil verbunden. Achte darauf, dass deine Antwort auch keine Personenbezogenen Daten enthält.

Werde Teil unserer Community
Folge uns auf unseren Social-Media-Kanälen
Community-Feed
Zur Community
  • Am Mittwoch um 19 Uhr findet das nächste Community-MeetUp via Teams statt. Alle sind herzlich eingeladen! Alle Infos findet ihr hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-august-2026/

  • thomas55 postete ein Update vor 1 Monat, 2 Wochen

    Hallo Philipa,
    beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
    Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
    Viel Erfolg
    Thomas

  • philipa postete ein Update vor 1 Monat, 2 Wochen

    Hallo zusammen,
    Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?

    • Hallo philipa,
      Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
      Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
      Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
      Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
      Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
      Beste Grüße