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Skifahren und Typ-1-Diabetes – ein Erfahrungsbericht
3 Minuten

Sport bei Typ-1-Diabetes ist ja oft schon nicht einfach zu managen, aber einen ganzen Tag Skifahren – wie funktioniert das? Conny berichtet euch davon in ihrem Erfahrungsbericht.
Ich war vor einigen Wochen beim Skifahren und ich muss Euch sagen, dass ich es total liebe! Die frische Luft, die Berge, der Ausblick, das gute Essen.

Ich habe für mich ein paar wichtige Rituale etabliert, wenn ich Skifahren gehe:
- Stellt Euch vorab immer die Frage, wie Euer Körper auf diese Art und Dauer von Sport reagiert!
- Wie fit seid Ihr aktuell?
- Lest regelmäßig Eure Glukosewerte ab!
- Ich muss auch immer mein Handy an einem warmen Ort verstauen, da es sonst zu kalt wird und schnell an Akkuladung verliert.
Wie spritze ich an diesem Tag?
Für alle mit Pumpe empfehle ich, die Basalrate zu reduzieren und für alle mit Pen, das Basalinsulin zu reduzieren. Zu Beginn der Sporteinheit sollten Pumpenträger den Sportmodus an der Pumpe einstellen. Bei der YpsoPump ist dieser Sportmodus als Easy-off-Modus vorhanden.
Folgendes sollte auch immer mitgedacht werden:
Du machst den ganzen Tag Sport und bist in Bewegung. Spritze also weniger Insulin vor und während des Skifahrens! Der Muskelauffülleffekt kann auch bewirken, dass du auch nach dem Skifahren weniger Insulin brauchst. Ein weitere Punkt, den ich durch etliche Unterzuckerungen lernen musste: Korrigiere etwas höhere Werte nicht zu stark.
Meine allgemeinen Tipps für einen entspannten Skitag
Tipp 1: Meine Hypo-Snacks packe ich griffbereit in den Rucksack oder in die Ski-Jacke. Ich habe immer eine Stange Traubenzucker in der Jacke.
Tipp 2: Verstaue Deine Pumpe oder Deinen Pen an einem warmen Ort! Ich habe meine Insulinpumpe an meinem Sport-BH oder an der Ski-Unterwäsche befestigt.
Tipp 3: Packt Euch eine Powerbank fürs Handy ins Auto oder den Rucksack, falls Euer Handy aufgrund von Kälte schnell an Akkuladung verliert.
Tipp 4: Ich habe immer einen Ersatzkatheter, Batterien und eine frische Ampulle Insulin dabei. Diese lasse ich zugedeckt im Auto oder nehme sie im Rucksack – ebenfalls gewärmt – mit.
Und nun zum zweiten schönen Teil des Tages – der Einkehr in der Skihütte:
Egal ob süße Speisen wie Kaiserschmarrn oder Germknödel, Alkohol wie ein Bombardino oder ein Rüscherl: Lasse es Dir schmecken! Es sind Unmengen an Kohlenhydraten, die man in so einer Skihütte genießen kann. Ich liebe zum Beispiel Kaiserschmarrn mit Apfelmus und Germknödel.

Beim Kaiserschmarrn sage ich immer dazu, dass ich keinen Puderzucker möchte und auch kein Karamellisieren. Das klappt immer ganz gut. Den Germknödel bestelle ich meistens mit Vanillesoße und Mohn.

Berechne jedoch bei Deiner Insulinabgabe den Sport mit ein. Ich versuche den Wert bei ca. 180 mg/dl zu halten, da ich den ganzen Tag in Bewegung bin und mein Blutzucker sonst oft zu stark und vor allem zu schnell fällt. Dies ist aber von Körper zu Körper und Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Hört auf Euren Körper und dessen Signale. Starkes Schwitzen, extreme Anstrengung oder Unkonzentriertheit lässt mich auf einen Unterzucker schließen. Dann bleibe ich einfach kurz stehen und lese meinen Blutzuckerwert ab.
Lasst Euch nicht einreden, dass man das als Mensch mit Diabetes nicht machen kann – alles ist möglich auch für uns! Ich hoffe ich konnte Euch mit meinen Erfahrungen ein wenig weiterhelfen, lasst mir gerne einen Kommentar da.
von Conny Doll
Cornelia Doll hat Typ-1-Diabetes. Sie lebt und arbeitet in München. Aktuell nutzt Sie den Loop mit der YpsoPump und dem FreeStyle Libre 3. Connys absolutes Laster ist Kaffee. Conny reist gerne um die Welt und sieht sich neue Orte an. Immer dabei ist natürlich ihr Diabetes-Equipment. Auf Ihrem „Zuckerschock Blog“ könnt ihr mit ihr und ihrem Diabetes Typ 1 um die Welt reisen. Conny möchte mehr über Diabetes Typ 1 aufklären und Tabus brechen. Ihr Motto ist von der wunderbaren Pippi Langstrumpf: „Lass dich nicht unterkriegen, sei frech, wild und wunderbar!“ Und genau dieses Motto möchte Conny in die Welt tragen und alle Newbies in der Diabetes-Welt mitnehmen frech, wild und wunderbar zu sein.
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thomas55 postete ein Update vor 6 Tagen
Hallo Philipa,
beim Umstieg auf eine Pumpe musst du als Mensch fast genauso viele Entscheidungen treffen wie bei der ICT. Schätzfehler bleiben also. Du kannst aber die Basalrate individuell einstellen, z.B. In den frühen Morgenstunden mehr Insulin zuführen. Auch bei körperlichen Anstrengungen kannst du die Basalrate für eine Zeit stoppen, das morgens oder abends gespritzte Basalinsulin wirkt dagegen weiter. Auch bei Schätzfehlern und ansteigendem Zuckerwert kannst du einfach mit dem Drücken von Knöpfen o.ä. Insulin geben. Je nach Situation würdest du keine Spritze rausholen. Bei mir haben sich damals vor 12 Jahren beim Umstieg auf die Pumpe vor allem die Spitzen oben und unten verringert, die mein Doc damals immer als zu viel und zu groß angesehen hat. Der HbA1c, der damals entscheidende Wert, hat sich bei mir nur minimal verbessert. GMI und TIR gab es damals noch nicht, jedenfalls nicht für Patienten. Beim Umstieg auf AID haben sich bei mir GMI und TIR verbessert. Aber “automatisch” funktioniert das auch nur begrenzt. Wenn du z.B. Sport machst, kann ein AID-System die Insulinzufuhr maximal auf Null setzen, aber Zucker kann dir Pumpe auch nicht zuführen.
Aber meine Meinung: Der Umstieg von ICT auf Pumpe war für mich eine sehr gute Entscheidung würde ich immer wieder so machen.
Viel Erfolg
Thomasphilipa postete ein Update vor 6 Tagen, 18 Stunden
Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und wollte fragen ob sich euer GMI Wert gebessert hat nachdem ihr eine Pumpe bekommen habt?- ole-t1 antwortete vor 4 Tagen, 20 Stunden
Hallo philipa,
Nein, mein GMI nicht, aber meine “Time in happyness” 🙂
Aber das hängt von der individuellen Situation ab.
Bei mir war die Umstellung z.B. damit verbunden, dass ich mehr Flexibilität im Alltag zulassen konnte.
Bei vielen anderen fällt die “Sorge” um nächtliche Blutzuckerverläufe weg.
Aber es gibt auch viele Menschen da draußen, die ihr Leben super mit ICT “rocken”. 🙂
Beste Grüße
lena-schmidt hat eine Umfrage erstellt vor 3 Wochen
Reminder: Das nächste Community-Meetup findet am 15. Juli statt!
Den Link und weitere Infos gibt es hier: https://diabetes-anker.de/veranstaltung/virtuelles-diabetes-anker-community-meetup-im-juli/Wer ist am Start?
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