Was Sie über Bier wissen sollten …

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© Kirchheim/Bernhard Kölsch
Was Sie über Bier wissen sollten …

Kölsch, Weizen, Pils: Bier ist das ganze Jahr über beliebt. Immer wieder erreichen uns Fragen rund ums beliebte Getränk mit und ohne Alkohol, zum Beispiel hinsichtlich der Kohlenhydrate etc. Deshalb haben wir nachgefragt bei Marc-Oliver Huhnholz vom Deutschen Brauer-Bund. Was Sie schon immer über Bier wissen wollten, lesen Sie hier.

Diabetes-Journal (DJ): Was macht heimische Biersorten im internationalen Vergleich so besonders?
Marc-Oliver Huhnholz:
Es gibt eine riesige Vielfalt deutscher Biere auf dem Markt. Etwa anderthalb Tausend Brauereien hierzulande brauen dabei 6 000 verschiedene Biere. Die weit überwiegende Mehrheit wird nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut. Praktisch besteht ein Bier lediglich aus vier Zutaten wie Wasser, Malz, Hopfen und Hefe.

Im Unterschied zu ausländischen Brauereien dürfen deutsche Brauer dem Bier, gebraut nach dem Reinheitsgebot, nichts weiter zusetzen. Im deutschen Bier gibt es deshalb weder künstliche Aromen noch künstliche Farbstoffe und keine künstlichen Stabilisatoren. Ebenso dürfen weder Enzyme, Emulgatoren und Konservierungsstoffe zugesetzt werden. Das Bierbrauen bleibt nach wie vor auf die Verwendung der vier natürlichen Zutaten beschränkt. Allerdings ist es dadurch deutlich aufwendiger und anspruchsvoller, als es in den meisten ausländischen Brauereien der Fall ist.

DJ: Was sind die Unterschiede zwischen Pils, Weizen und Kölsch?
Huhnholz:
Auf dem deutschen Biermarkt gibt es rund 40 verschiedene Sorten. Hierzu zählen das untergärig gebraute, hopfenbetonte und herbe Pils. Ferner obergäriges Weizen oder Weißbier, das mit einem Anteil vom namensgebenden Weizenmalz eher mild im Geschmack ist. Außerdem obergäriges, malzbetontes und mildes Kölsch, eine regionale Bierspezialität aus dem Kölner Raum. Das beliebteste Bier mit einem Marktanteil von über 50 Prozent ist Pils vor Hellem und Weizen mit jeweils rund 9 Prozent.

DJ: Je dunkler die Farbe alkoholhaltigen Bieres ist, desto mehr Kohlenhydrate (KH) enthält es – stimmt das?
Huhnholz:
Nicht ganz. Die Farbe der Biere ist überwiegend auf die eingesetzten Malze zurückzuführen. Bei hellen Bieren sind es hellere Malze, bei dunkleren Bieren dunklere mit zum Teil leichten bis starken Röstaromen. Die Kohlenhydrate im Bier kommen vornehmlich vom unvergorenen Zucker aus Malz. Bei dunklen Bieren, die oft bewusst etwas vollmundiger mit Restsüße eingebraut werden, ist dieser Anteil höher als bei hochvergorenen, trockeneren Bieren.

DJ: Wie hoch ist im Schnitt der Gehalt an KH und Malzzucker im Bier mit Alkohol?
Huhnholz:
Der Kohlenhydratgehalt normaler Vollbiere mit einem Stammwürzegehalt von 11 – 14 Grad Plato liegt bei rund 2,8 g pro 100 ml. Dabei beträgt der Restanteil an Zuckern wie Maltose oder Glukose lediglich 0,35 g in 100 ml.

DJ: Wie wird alkoholfreies Bier hergestellt? Wie kommt es, dass sie den herkömmlichen geschmacklich so ähneln?
Huhnholz:
Mit hohem zeitlichen und technischen Aufwand haben deutsche Brauer moderne Verfahren entwickelt, um für alle Bierfreunde qualitativ hochwertige und geschmacklich überzeugende Biere zu entwickeln. Alkohol­freie Biere werden sorgsam gebraut, so dass sie ihre typische Note und die unverwechselbaren Hopfen- und Malzaromen behalten. Zwei Herstellungsverfahren sind weit verbreitet: das Stoppen des Gärprozesses bei einem Alkoholgehalt von unter 0,5 Volumenprozent oder das nachträgliche, schonende Entfernen des Alkohols.

Die Rezepturen und Verfahren zur Herstellung alkoholfreier Biere sind mittlerweile so ausgereift, dass der Wegfall des Alkohols, der ähnlich wie Fett bei Speisen ein wesentlicher Geschmacksträger ist, nicht mehr so stark ins Gewicht fällt. Selbst überzeugte Freunde klassischer, alkoholhaltiger Biere finden unter den mittlerweile 400 verschiedenen alkoholfreien Bieren Marken, die sie ansprechen. Übrigens kommt jeden Monat in Deutschland ein neues, alkohol­freies Bier auf den Markt.

DJ: Stimmt es, dass in alkoholfreiem Bier Restalkohol enthalten sein darf – auch wenn alkoholfrei draufsteht?
Huhnholz:
Bedingt durch die Herstellungsprozesse in den Brauereien können alkoholfreie Biere bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten. Diese Spuren von Alkohol sind jedoch so gering, dass sie keinerlei physiologische Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Dies wurde in einer Studie untersucht. In Deutschland ist gesetzlich festgelegt, dass als alkoholfrei deklarierte Biere höchstens 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten dürfen. Dieser Wert gilt auch für alkoholfreie Weine.

Für alkoholfreie Erfrischungsgetränke, Fruchtsäfte oder Kefir gilt im Übrigen ein Wert von 0,38 Volumenprozent, für Trauben­saft sogar bis zu einem Volumenprozent Alkohol. Bei mit 0,0 Volumenprozent deklarierten, alkoholfreien Bieren wird der Alkohol vollständig entzogen. Übrigens enthalten auch andere Lebensmittel wie Mischbrot, Kefir, reife Bananen und Apfelsaft geringe Spuren von Alkohol.

DJ: Wie hoch ist der KH- und Malz­zuckergehalt alkoholfreier Sorten?
Huhnholz:
Alkoholfreie Biere haben je nach Sorte und Herstellungsverfahren unterschiedlich hohe Kohlenhydrat- und Zuckergehalte. Sie schwanken zwischen 2,9 und 5,7 g Kohlenhydrate pro 100 ml und 0 bis 2,8 g Zucker pro 100 ml. Die entsprechenden Angaben finden sich auf den Etiketten.

DJ: Gibt es Biersorten, bei denen der Alkohol erst nach dem Brauen entzogen wird?
Huhnholz:
Brauereien entscheiden für sich, nach welchem Verfahren ihre alkoholfreien Biere hergestellt werden. Somit gibt es alkoholfreie Pils- und Weißbiere und neuerdings India Pale Ales, bei denen der Alkohol nachträglich und schonend, etwa durch physikalische Verfahren wie die Vakuumdestillation, entfernt wurde. Die Wahl des Verfahrens ist somit nicht an Biersorten festzumachen.

DJ: Liegt der Kohlenhydratgehalt bei solchen Bieren niedriger als bei anderen alkoholfreien Bieren? Wenn ja, wie können Verbraucher das erkennen?
Huhnholz:
Die Nährwertangaben sind auf jeder Flasche deklariert. In der Regel sind die nachträglich entalkoholisierten Biere kohlenhydratärmer als diejenigen mit gestoppter Gärung.


Interview: Kirsten Metternich von Wolff
Diätassistentin DKL und DGE, Redaktion Essen und Trinken,
Hildeboldstraße 5, 50226 Frechen-Königsdorf, Tel.: 0 22 34/91 65 41,
E-Mail: info@metternich24.de

Website: www.metternich24.de

Erschienen in: Diabetes-Journal, 2019; 68 (8) Seite 82-84

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  • moira postete ein Update vor 1 Woche, 5 Tagen

    Ich hatte am letzten Wochenende viel Spaß mit Bluetooth: meine Pumpe und mein Handy wollten sich 1Stunde lang nicht koppeln – bis mein Mann auf die Idee kam es könnte an den 3 Bluetooth Controllern liegen mit denen gerade im selben Raum gespielt wurde. Mit genug Abstand klappte alles wieder hervorragend. 🙄

  • bloodychaos postete ein Update vor 2 Wochen, 6 Tagen

    Hat noch jemand Probleme mit dem Dexcom G7? Nachdem ich letztes Jahr im Sommer über drei Monate massive Probleme mit dem G7 hatte bin ich zum G6 zurückgewechselt. Jetzt zum Jahreswechsel bzw. jetzt Ende Februar wollte ich dem G7 mal wieder eine Change geben. Ich war davon ausgegangen, dass die Produktionsprobleme inzwischen behoben sind. Aber spätestens am dritten Tag habe ich massive Abweichungen von 50 – 70 mg/dL. Setzstellenunabhängig. Meine aktuellen G7 wurden im Dezember 2025 produziert. Also sollten die bekannten Probleme längst behoben worden sein. Zuerst lief es die ersten Monate von 2025 mit dem G7 super, aber im Frühjahr 2025 fingen dann die Probleme an und seitdem läuft der G7 nicht mehr bei mir, obwohl alle sagen, dass die Probleme längst behoben seien und der Sensor so toll funktioniert. Ich habe echt Angst. Mir schlägt das sehr auf die Psyche. Zumal ich die TSlim nutze, die nur mit Dexcom kompatibel ist und selbst wenn ich zur Ypsopump wechsel ist da der Druck, dass es mit dem Libre3 funktionieren MUSS. Ich verstehe nicht, warum der G7 bei allen so super läuft, nur ich bin die Komische, bei der er nicht funktioniert.

    • Kleine Ergänzung zum MeetUp von gestern.

      Wenn ein “klassischer” Pumpenbetrieb ohne AID/Loop eine Option ist, dann tut sich eine breite Auswahl an CGM auf, die momentan auf dem deutschen Markt verfügbar sind:

      Freestyle Libre 3 bzw. 3+
      Dexcom G7
      Dexcom G6 (noch)
      Medtronic Guardian 4 (nur mit Medtronic-Pumpe)
      Medtronic Simplera (nur mit Medtronic-Pumpe oder -Smartpen)
      Eversense (implantiert für 1/2 Jahr, wird oft bei Pflasterallergien genutzt)
      Accu-Chek Smartguide CGM
      Medtrum Touchcare Nano CGM

      Ich würde schätzen, dass die Reihenfolge ungefähr den Verbreitungsgrad widerspiegelt. Von Medtrum würde ich mir z.B. keinen grandiosen Kundenservice erhoffen. Aber wer weiß…?
      Mag sein, dass ich etwas vergessen habe, aber die wichtigesten müssten dabei sein.

  • thomas55 postete ein Update vor 3 Wochen, 3 Tagen

    Hallo,
    ich habe zur Zeit die Medtronic Minimed 670G mit Libre als Sensor. Ich überlege, auf die 780G als AID mit dem Simplera umzusteigen. Hat jemand Erfahrung mit diesem Sensor? Wie sieht es mit der Verfügbarkeit aus? In der Vergangenheit wurden Neukunden der 780G nicht mit dem Simplera beliefert sondern nur Kunden, die die 780G schon länger nutzen. Das hat sich nach Aussagen von Medtronic-Mitarbeitern beim T1day heute genau umgekehrt. Mein Doc hat das vestätigt. Für mich als neuer Bezieher der 780G gut, für die Bestandskunden schlecht.
    Danke vorab und bleibt gesund (von unserem Typ 1 lassen wir uns das Leben dank Technik nicht vermiesen!)
    Thomas55

    • Hi Thomas 🙂
      Ja genau für Bestandskunden bekommt man den Simplera leider nicht. Ich habe / hatte jetzt 8 Jahre lang die Pumpen von Medtronic. Aktuell hab ich die 780g noch bis Ende März, dann Wechsel ich zur Ypsopumpe.
      Ich war eigentlich immer zufrieden mit der Pumpe und den Sensoren. Doch seit gefühlt einem Jahr sind die Guardian 4 Sensoren so schlecht geworden. Ich war dauerhaft damit beschäftigt, einen Sensor nach dem anderen zu reklamieren. Die Sensoren hielten bei mir nur max. 4-5 Tage. Danach war Schluss. Verschiedene Setzstellen wurden getestet, auch der Transmitter wurde getauscht. Aber es half alles nichts.

      Jetzt werde ich wechseln. Den Simplera wollte ich dann einfach nicht noch länger abwarten. Denn Bestandskunden hatten da leider das nachsehen. Schade Medtronic!!!

    • @crismo: Ich habe mich nun auch für die Ypsopump entschieden. Ich wollte von medtronic Angebote für die 780 und den Simplera haben für die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Ausserdem wollte ich eine Zusicherung haben, dass ich den Simplera überhaupt bekomme. Nach einer Woche kam das Angebot für die 780 per Post, von einem Angebot für den Simplera kein Wort. Ich bin privat versichert und muss an medtronic zahlen und dann eine Erstattung von der Krankenkasse beantragen. Weil der Simplera mehr als das Doppelte vom Libre kostet, wollte ich das der Krankenkasse vorher offenlegen. Dann habe ich eine Mail an medtronic geschrieben, nach 2 Wochen keine Reaktion. Dann habe ich mich für die Ypsopump entschieden. Das Angebot kam am nächsten Tag per Mail. Das ist für mich Service! Jetzt warte ich auf Zustimmung der Krankenkasse und dann Tschüss medtronic. Schade, ich finde die Pumpen (seit 12 Jahren genutzt) gut.

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