Cholesterin-Dialog 2025: Warum Herz-Gesundheit kein Zufall ist – und was man selbst beitragen kann

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Cholesterin-Dialog 2025: Warum Herz-Gesundheit kein Zufall ist – und was man selbst beitragen kann | Foto: Sanofi/Screenshot: MedTriX
Foto: Sanofi/Screenshot: MedTriX
Cholesterin-Dialog 2025: Warum Herz-Gesundheit kein Zufall ist – und was man selbst beitragen kann

LDL-Werte kennen, Risiken verstehen und frühzeitig handeln für die Herz-Gesundheit – so lautete der Appell der beiden eingeladenen Experten beim Cholesterin-Dialog 2025. Und besonders für Menschen mit Diabetes ist Prävention enorm wichtig, denn eine Atherosklerose bleibt oft lange unbemerkt, kann aber schwerwiegende Folgen haben.

„Wenn ich Sie um 2 Uhr nachts wecke, müssen Sie wissen, wo Ihr LDL liegt und wo es hin soll“, fordert Kardiologe Dr. Stefan Waller alias Dr. Heart – und bringt damit auf den Punkt, worum es beim diesjährigen Cholesterin-Dialog geht: Aufklärung, Verantwortung und Prävention.

Cholesterin-Dialog im Rahmen der Gesundheitsinitiative „Wissen was bei Diabetes zählt: gesünder unter 7 PLUS“

Der Cholesterin-Dialog ist ein interaktives Talk-Format der bundesweiten Gesundheitsinitiative „Wissen was bei Diabetes zählt: gesünder unter 7 PLUS“. Diese klärt seit 20 Jahren Menschen mit Diabetes und deren Umfeld auf, motiviert und stärkt. Getragen vom Unternehmen Sanofi, schafft die Initiative Raum für Austausch, Verständnis und wissenschaftlich fundierte Informationen – nahbar, praxisorientiert und immer im Dialog mit der Community. Der Diabetes-Anker ist Medienpartner der Initiative.

Aufzeichnung des Cholesterin-Dialogs hier anschauen:

Cholesterin – lebenswichtig und doch gefährlich

Gemeinsam mit der Kardiologin Dr. Ksenija Stach und Moderator Markus Appelmann diskutierte die Community rund um den „Tag des Cholesterins“ in Berlin über Risiken, Missverständnisse und Chancen im Umgang mit erhöhten Cholesterinwerten – insbesondere bei Menschen mit Diabetes.

Cholesterin ist ein Baustein unseres Körpers, erklärt Dr. Stach. Zellmembranen, Hormone, fettlösliche Vitamine – all das braucht Cholesterin. Problematisch wird es, wenn vor allem das sogenannte LDL-Cholesterin – oft als „schlechtes Cholesterin“ bezeichnet – übermäßig im Blut zirkuliert. Es lagert sich in den Gefäßwänden ab und führt langfristig zu Arterienverkalkung – also Atherosklerose, erklärt die Kardiologin. Die Folgen: Herzinfarkt, Schlaganfall, schlimmstenfalls Amputationen.

Die fünf größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Bluthochdruck, hoher Blutzucker, Übergewicht, Rauchen und – natürlich – ein erhöhter Cholesterinspiegel: Diese sogenannten „Big Five“ seien laut Dr. Stach maßgeblich für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich. „Ein 50-Jähriger mit diesen Risikofaktoren verliert im Vergleich zu einem gesunden Menschen im Schnitt zehn Lebensjahre“, sagt sie. Besonders gefährdet: Menschen mit Diabetes. Ein Diabetiker hat ein Herzinfarktrisiko, das dem eines Patienten mit bekannter Herzkrankheit entspricht, warnt Dr. Waller.

Besonders tückisch: Zu hohe Cholesterinwerte tun nicht weh. Atherosklerose ist eine stille, schleichende Erkrankung, sagt Dr. Waller. Auch sogenannte „stille Herzinfarkte“, bei denen Betroffene keine typischen Symptome spüren, sind keine Seltenheit. Frauen sind laut Dr. Stach besonders gefährdet, da ihre Symptome häufig unspezifischer sind – und sie sich selbst oft zu spät ernst nehmen. Frauen machen eher noch schnell den Haushalt fertig, bevor sie zum Arzt gehen, beschreibt sie ein häufiges Verhalten mit einem Augenzwinkern – aber einem ernsten Kern. „Frauenherzen schlagen anders und man muss Frauen immer auch besonders behandeln“, betont Dr. Stach.

Stent-Weltmeister Deutschland – Prävention wäre effektiver

Hierzulande werden besonders viele Stents eingesetzt – oft, wenn es schon zu spät ist. „Wir Deutschen sind Stent-Weltmeister. Kein Land implantiert mehr Stents in kleine, verstopfte Herzkranzgefäße“, aber in der Lebenserwartung der Männer stehe Deutschland nur auf Platz 15 von 16 in Europa, kritisiert Dr. Waller. Der Grund: mangelnde Vorsorge. Nur zwei Prozent der Gesundheitsausgaben fließen in Prävention. Dabei wäre es so einfach: Eine smarte, pflanzenbasierte Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressreduktion – mehr braucht es nicht, um sein Risiko um bis zu 80 Prozent zu senken, betont Dr. Waller.

LDL-Werte kennen heißt Leben retten – doch was tun, wenn sie zu hoch sind?

Beide Experten plädieren leidenschaftlich für mehr Eigenverantwortung. Jeder sollte seine wichtigsten Gesundheitswerte kennen, sagt Dr. Waller – also LDL-Wert, Blutdruck, HbA1c (Langzeitblutzucker), Triglyzeride und Lipoprotein(a). Dr. Stach ergänzt: Schon bei Kindern sollte ein Cholesterin-Screening erfolgen: „Wenn du ein Kind identifizierst, rettest du damit automatisch ein Elternteil – weil einer vererbt es weiter.“

Doch auch der Lebensstil zählt: „Our genes load the gun, but the environment pulls the trigger.“ [dt.: „Genetik ist der Abzug, der Lebensstil der Finger am Abzug“; Anm. d. Red.], formuliert es Dr. Waller mit einem englischen Bild.

Erhöhte LDL-Werte lassen sich laut den Experten meist mit Ernährung und Bewegung senken – zumindest, wenn keine genetische Störung vorliegt. Triglyzeride sinken schon nach wenigen Wochen Umstellung, LDL braucht etwa acht bis zwölf Wochen, so Dr. Stach. Bei erblich bedingtem Cholesterinüberschuss sind Medikamente nötig – etwa Statine. Auch neue Wirkstoffe stehen zur Verfügung. Wichtig sei aber: Das Ziel sei dabei nicht „einen Haufen Medikamente zu verschreiben“, sondern Herzinfarkte zu verhindern.

Fazit: Gesundheit ist kein Zufall – Wissen schützt

Für Menschen mit Diabetes gilt: LDL unter 100 mg/dl – bei zusätzlichen Gefäßschäden sogar unter 50 mg/dl, um „das erste Ereignis zu verhindern“, betont Dr. Stach. Prävention beginnt vor dem ersten Herzinfarkt. Wer familiär vorbelastet ist, sollte sich frühzeitig testen lassen – auch wenn man sich „gesund“ fühlt.

Beide Experten sind sich einig, dass Gesundheit kein Zufall ist. Es brauche Eigeninitiative – und ein Bewusstsein dafür, dass Herzgesundheit durch viele kleine Entscheidungen im Alltag mitgestaltet wird. Dr. Stach bringt es auf den Punkt: „Bleiben Sie gesund, kennen Sie Ihre Werte und lassen Sie sich behandeln“, wenn dies nötig ist.


von Gregor Hess

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  • kety22 postete ein Update vor 5 Tagen, 1 Stunde

    Hallo zusammen, ich bin eine Dia-Mama und wollte fragen, was isst ihr abends oder kocht abends für eure Dia-Kids, damit der Wert nicht so hoch steigt und dann nachts nicht in die Unterzuckerung fällt? Oder habt ihr generell irgendwelche Tipps gegen nächtliche Unterzuckerung?

    • Hallo!
      Ich habe für mich festgestellt, dass Proteine am Anfang vom Abendessen helfen (Käse, Ei…) dann steigt der Blutzucker beim Essen nicht so schnell. Außerdem geht der Zucker später noch etwas hoch wegen den Proteinen. Das hilft etwas gegen Unterzucker.
      Allerdings habe ich kaum noch Unterzucker seit ich meine Insulinpumpe habe.
      Vielleicht hilft das etwas – viel Glück

  • katrin-kraatz schrieb einen neuen Beitrag vor 1 Woche, 4 Tagen

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  • mr postete ein Update vor 2 Wochen, 2 Tagen

    Hallo kann mir jemand einen Tipp geben wie ich On Pot Gerichte mit Reis besser schätzen kann.

    • Hallo mr,

      Dein Problem, die Kohlenhydrate wie Reis in einem One-Pot-Gericht richtig einzuschätzen, vor allem wenn es für mehrere Personen gekocht ist oder Du es im Restaurant bestellst, kennen sicher viele – ich auch. Einfacher ist es, wenn Du nur für Dich kochst. Ich wiege tatsächlich, trotz mehr als 50 Jahren Diabetes, in diesem Fall vorher Reis, Nudeln oder was auch immer vorher ab. Dann weiß ich genau, wie viel es ist.

      Ansonsten heißt es: Augenmaß! Gut ist, immer wieder mal eine bestimmte Menge Reis abzuwiegen und zu kochen (mache ich so). Dann sieht man die Menge und bekommt ein besseres Gefühl für die Menge beim Schätzen. Natürlich verteilt sich gerade Reis sehr gut zwischen den anderen Zutaten, aber ob es “viel” oder “wenig” ist, kann man meist erkennen.

      Sinnvoll finde ich außerdem (und nicht nur ich), gerade bei eher schwierig einzuschätzenden Kohlenhydratmengen die Insulindosis eher zu gering anzusetzen und lieber später höhere Werte zu korrigieren oder – falls ein AID-System im Einsatz ist – dieses seinen Job machen zu lassen. Denn eine Hypo direkt nach dem Essen finde ich deutlich weniger angenehm.

      Eine Patentlösung gibt es also nicht. Vielleicht helfen Dir die Tipps trotzdem etwas?