Laubers Kolumne: Baum-starkes Vorbild – Vonovia

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Laubers Kolumne: Baum-starkes Vorbild – Vonovia

Der Wohnungskonzern schützt in Köln-Bayenthal einen einzigartigen Baumbestand – und unterstützt Mieter beim Gießen.

„Da ist ja ein Wald mitten in der Stadt“, staunt der Taxifahrer. Ja, in Bayenthal, einem südlichen Stadtteil von Köln, wo ich seit Jahrzehnten wohne, gibt es tatsächlich eine einzigartige Anlage mit knapp 200 Bäumen. Angelegt hat den fußläufig vom Rhein entfernten Wohnpark vor rund 50 Jahren eine Lebensversicherung – und er erhielt für seine vorbildliche Bauweise mit den großzügig geschnittenen Wohnungen prompt den europäischen Architekturpreis.

Inzwischen gehört die Anlage mit ihren zwei Hochhäusern und mehreren fünfgeschossigen Häusern zu Vonovia, einer der größten deutschen Wohnungskonzerne. Nun weiß ich natürlich auch, dass der Konzern mit seinen mehreren hunderttausend Wohnungen in vielerlei Händel verwickelt ist, wobei es meist um Abrechnungen und Mieterhöhungen nach Sanierungen geht. Das alles stelle ich nicht in Abrede.

Sieht prächtig aus: „Mein“ Ahorn

Trotzdem möchte ich das Unternehmen ausdrücklich dafür loben, dass es den ökologisch wertvollen Baumbestand schützt und pflegt, indem etwa morsche Äste entfernt werden. So etwas kostet und rechnet sich kurzfristig nicht – und es ist leider auch nicht selbstverständlich. So hat etwa die von einer Frau regierte Stadt Köln nur wenige hundert Meter von der Wohnanlage entfernt über 300 kerngesunde mächtige Bäume an einer Staub geplagten Einfallstraße fällen lassen, um eine Straßenbahn zu bauen – obwohl es durchgerechnete Alternativen zu diesem Baum-Frevel gab.

Da Bäume keinen realistischen Wert haben, der ihre Klimarelevanz reflektiert, ist es leider rein betriebswirtschaftlich sinnvoll, Bäume zu fällen, statt sie zu erhalten, worüber ich im August 2019 einen großen Artikel geschrieben habe.

Besonders angetan bin ich von der Platane vor und dem Ahorn hinter dem Haus, wo ich wohne. Zwei mächtige Riesen, die mich seit Jahren begleiten und mich den Wandel der Jahreszeiten wunderbar mitfühlen lassen. Außerdem sorgt gerade der Baum auf der Südseite dafür, dass die immer heißeren Sommernächte mit Temperaturen von über 30 Grad selbst um Mitternacht erträglicher werden – denn ein Baum senkt die Temperatur um bis zu fünf Grad, und er reinigt die Luft.

Unterstützt das Gießen: Vonovia-Quartiersmanager Matthias Hoppe

Natürlich merken auch „meine“ Bäume den Trockenstress der letzten Jahre – weshalb ich sie unbedingt kräftig gießen wollte. Dazu wandte ich mich an Matthias Hoppe, den zuständigen Vonovia-Quartiersmanager. Er stellte einen langen Schlauch, und er sorgte dafür, dass im Keller ein separater Wasseranschluss mit einem geeichten Zähler installiert wurde. Denn ich will natürlich mit den Wasserkosten nicht die anderen Mieter belasten – wobei ich eine hohe Bereitschaft erlebt habe, sich zu beteiligen. Erfreulicherweise sollen auch weitere Vonovia-Mieter des Wohnparks in den Genuss eines separaten Wasseranschlusses kommen.

Ausgiebig gewässert habe ich die beiden Bäume – und rund 25 Kubikmeter Wasser verbraucht. Ob die 25 000 Liter reichen, um die Bäume langfristig überleben zu lassen, weiß ich konkret wahrscheinlich erst im nächsten Jahr. Denn ganz so einfach ist die Frage, wie viel Wasser ein Baum braucht, nicht zu beantworten, siehe unten stehenden Kasten. Was kostet das alles? Nun ein Kubikmeter schlägt mit rund einem Euro zu Buche, wozu noch über einen Euro Abwassergebühr kommen, wovon sich Wohnungseigentümer, die gießen, aber befreien lassen können.

Sicher werde ich nach der Hitzeperiode Mitte August noch einmal ordentlich nachwässern, denn hier gilt endlich einmal der Grundsatz „viel hilft viel“. Aber selbst, wenn es am Ende 50 oder 70 Kubikmeter werden, so sind das doch überschaubare Kosten, finde ich jedenfalls. Unabhängig von den Kosten stellt sich die Frage, was passiert, wenn allein die 189 Bäume des Vonovia-Wohnparks so ausgiebig bewässert würden? Gibt es überhaupt so viel Wasser? Langfristig wird dieser Punkt wohl nur geklärt werden können, wenn die Kommunen „Schwammstädte“ werden – also Speicher gebaut werden, welche die Starkregen-Fluten auffangen, die jetzt weitgehend ungenutzt in der Kanalisation verschwinden.

Von drei Pfosten gestützt: Neu gepflanzter Baum

Wie geht es weiter mit den Bäumen in Bayenthal? Nun, da sehe ich ein kleines, aber hoffnungsvolles Zeichen: In diesem Frühjahr wurde ein neuer Baum gepflanzt. Auch stimmt zuversichtlich, dass es ein genaues Verzeichnis der Bäume gibt, wo ich etwa erfahre, dass es neben vier Eichen ganz viele Ahorne gibt – aber auch so seltene Arten wie einen Götterbaum und zwei Sorten, die für die kommenden heißen Zeiten als besonders geeignet gelten: Felsenbirne und Hartriegel. Von allen Bäumen sind auch die Stammesumfänge katalogisiert – und hier ragt eine Platane mit 353 Zentimetern heraus. Ich denke, wer seine Bäume so genau kennt, wird sie auch langfristig wert schätzen und erhalten – schon auch, weil viele unter die städtische Baumschutz-Satzung fallen.

Wirtschaftliches Kalkül stützt diese Betrachtungsweise: Unsere Gesellschaft wird grüner, was sich nicht zuletzt auch in den Wahlergebnissen zeigt. Künftig könnte deshalb so eine grüne Oase durchaus ein zugkräftiges Argument für die Vermarktung von Immobilien sein – vor allem, wenn ich sehe, dass bei den derzeitigen neu gebauten Quartieren in Köln Bäume eher einen geringen Stellenwert haben. Plötzlich könnte der 50 Jahre alte Wohnpark so womöglich ein Zukunft weisender Trendsetter werden.

Im Frühling nahet Hoffnungsglück: Erste grüne Blätter

Jedenfalls freue ich mich schon auf den nächsten Frühling, wenn am Ahorn die ersten zartgrünen Blätter sprießen. Nur wenige Tage dauert dieses Erwachen der Natur mit diesem unvergleichlichen Frühlingsgrün, das einem immer das Herz öffnet – und ich hoffe, dass mein Gießen Früchte getragen hat.

Wie viel Wasser braucht ein Baum?


Gestellt habe ich diese Frage dem Diplom-Ing. Christian Heinichen, ein renommierter Landschafts-Architekt aus Rheinbach bei Bonn. Geantwortet hat er mit einer ausführlichen, mehrseitigen Analyse, aus der ich folgende Schlüsse ziehe:
  • Neu gepflanzte Bäume müssen grundsätzlich gewässert werden – und zwar möglichst bis zum 15. Standjahr. Wobei die Jungbäume in Trockenzeiten zwei Mal die Woche bis 100 Liter brauchen.
  • Bei großen Bäumen stellt sich die Lage differenzierter dar: So ein Baum verdunstet bis zu 400 Liter am Tag, weshalb es sich bei hohen Temperaturen empfiehlt, zwei Mal die Woche 300 bis 500 Liter zu gießen – möglichst konzentriert auf einmal, etwa rund eine Stunde lang intensiv. Während der Vegetationsruhe von Anfang Oktober bis Ende März brauchen Laubbäume nur relativ wenig Wasser.
  • Ahorn wie Platane bei mir habe ich ausgiebig im Kronentraufbereich gewässert, was bei den Straßenbäumen kaum geht, da sie meist von einer kleinen Baumscheibe eingekreist sind. Experte Christian Heinichen kalkuliert deshalb unter Zuhilfenahme des NRW-Klimaatlas, dass ich zwischen 40 und 80 Prozent des monatlichen Niederschlags ersetzt habe – und so die Bäume ausreichend mit Nass versorgt habe.

Gerne folge ich aber auch in Zukunft trotzdem dem Rat eines Bau-Dienstleisters: „Viel hilft viel“ – schließlich will ich die Kids nicht enttäuschen, die im Kölner Karneval zusammen mit ihren Eltern so liebevoll für die Bäume geworben haben.

Macht Mut: Kölner Kinderkarneval 2020

von Hans Lauber

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    Heute bei Diabetologen bestätigt, das Diabetiker besonders auf Ihre Zähne und Zahlfleich achten sollten. Da frage ich mich warum der Zahnarzt da nicht im Vorsorgekatalog von DMP aufgenommen ist.

    LG Wolfgang

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